Erfurt. „Wir sind ehrlich entsetzt über diesen scheinbar plötzlichen Sinneswandel der Landesregierung. Noch heute früh war in der Printausgabe der Thüringer Tageszeitungen zu lesen, dass man daran arbeite, weitere Schutzmaßnahmen für das pädagogische Personal zu treffen.

Der Vollbetrieb, so hieß es dort, werde erst zum Beginn des neuen Schuljahres angestrebt. Und nun, nur wenige Stunden später, erfahren wir aus dem Online-Auftritt derselben Zeitungsgruppe, dass bereits zum 15. Juni die KiTas und Grundschulen de facto für alle wieder geöffnet werden sollen!

Es gibt wohl kaum einen Schulleiter, der keine ernsthaften Bedenken hat, wie er den Schulbetrieb mit allen Schülern organisieren und gleichzeitig den Gesundheitsschutz für alle Beteiligten gewährleisten soll. Dass selbst der eingeschränkte Betrieb riskant ist, zeigt das Beispiel der Grundschule auf dem Lautenberg in Suhl, wo jetzt ein Mädchen positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. 17 weitere Kinder, eine Lehrerin und zwei Erzieherinnen hatten so engen Kontakt, dass sie nun ebenfalls getestet werden müssen.

Wir wiederholen unsere Warnung aus den vergangenen Tagen: Wer jetzt die Schulen wieder öffnet, nur weil er der Ungeduld einiger Leute nachgeben will, der spielt ein gefährliches Glücksspiel, bei dem er die Gesundheit der Kinder, Lehrer und Erzieherinnen leichtfertigt verwettet.“

Rolf Busch, Landesvorsitzender, tlv thüringer lehrerverband.


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