Anzeige

Karstadt-Schließungen

Magdeburg. Der Landesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Sachsen-Anhalt (MIT), Detlef Gürth, hat die angekündigte Schließung der Karstadt/Kaufhof-Häuser als ein alarmierendes Signal bedauert und entschlossene Reaktionen angemahnt. Der Grund für derartige Überlegungen liegt nicht allein beim Unternehmen oder beim Zuwachs des Onlinehandels.

Die Kommunen hätten mit städteplanerischen Entscheidungen maßgeblichen Anteil an der Rentabilität des Einzelhandels in den Innenstädten. Große Einzelhandelsflächen mit kostenlosen Parkplätzen an den Stadträndern würden den Wettbewerb seit Jahren verzerren. Die Schließung von Karstadt-Standorten würde vor allem strukturschwächere Kommune treffen. In diesen Städten seien Kaufhäuser mit breitem Sortiment ein wichtiger Kristallisationspunkt für Kunden und benachbarte Ladenlokale. Schließen diese, hätte dies auch eine unmittelbar Auswirkung auf die Attraktivität ganzer Innenstädte als Einzelhandelsstandort. Mit der Schließung von Kaufhausstandorten drohe in Folge die Aufgabe von inhabergeführten Läden in der Nachbarschaft, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

„Wir brauchen dringend eine zielgerichtete Aufwertung der Innenstädte als Dienstleistungszentren, Kultur- und Freizeitoasen. Bund und Länder müssen die Kommunen hierbei stärker unterstützen. In einem Programm sollte die Verkehrsleitplanung, die Quartiersaufwertung mit mehr Grün und attraktiven Aufenthaltszonen, die Aufwertung von Gewerbe- und Wohnraumangeboten, der ÖPNV und ein flächendeckendes Breitbandangebot mit WLAN-Hotspots gefördert werden. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass es zwei unterschiedliche Herausforderungen gibt: Einerseits Städte wie Stuttgart, München oder Heidelberg und andererseits Mittel- und Oberzentren in einem strukturschwächeren Umfeld, die um eine Revitalisierung ihrer Stadtzentren kämpfen, nachdem Tausende Einwohner verloren gingen“, so Gürth.

Ein Schwerpunkt müsse die Förderung funktionierender, attraktiver Online-Plattformen für den inhabergeführten Einzelhandel werden, welcher Service im Präsenzhandel in der Innenstadt mit der Bequemlichkeit des Onlinehandels kombiniere. Die Förderung müsse für öffentliche und private Investitionen zur Verfügung stehen und auf mittelständische Unternehmen ausgerichtet sein. Im B2C-E-Commerce-Markt in Deutschland wurden 2019 rund 56 Milliarden Euro umgesetzt. Ein Löwenanteil habe mit mehr rund 10 Milliarden Euro Umsatz Amazon. Hier werde der Handlungsbedarf für eine Online-Strategie für Deutschlands innerstädtischer Einzelhandel sichtbar.

Anzeige

- weitere aktuelle Beiträge -

Keine Beiträge gefunden.

Anzeige

Keine Beiträge gefunden.

Anzeige