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Potsdam. Das Gesundheitsamt Potsdam hebt mit sofortiger Wirkung sämtliche Anordnungen für das Klinikum Ernst von Bergmann auf, die im Zusammenhang mit dem dortigen Ausbruchsgeschehen erlassen worden waren. Damit kann das Klinikum sukzessive wieder in den regulären Betrieb unter Pandemie-Bedingungen übergehen. Erste Bereiche für Rettungsdienste wurden bereits geöffnet, die vollständige Notfallversorgung ist bis Ende Mai vorgesehen, die komplette Öffnung des Klinikums Ernst von Bergmann unter Pandemie-Bedingungen ist für Ende Juni geplant.

„Das Klinikum Ernst von Bergmann hat als Schwerpunktversorger zentrale Bedeutung für die Gesundheitsversorgung in Potsdam und Umgebung. Wir freuen uns, dass das Klinikum auf einem guten Weg ist, Vertrauen zurückzugewinnen“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert. Amtsärztin Dr. Kristina Böhm ergänzt: „In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt hat das Klinikum Ernst von Bergmann umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um den Corona-Ausbruch unter Kontrolle zu bringen und einzudämmen. Darüber hinaus ermöglicht das vorgelegte Schutz-, Hygiene- und Sicherheits-Konzept eine Rückkehr in den Normalbetrieb unter Pandemiebedingungen.“

Im Rahmen des Corona-Ausbruchs hatte das Klinikum Ernst von Bergmann eingeräumt, eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt zu haben und Aufklärung angekündigt. Einen entsprechenden Abschlussbericht wird das Klinikum bis spätestens 31. Mai an das Potsdamer Gesundheitsamt und das Gesundheitsministerium des Landes übermitteln. Im Zusammenhang mit dem Ausbruch hatte das Robert-Koch-Institut auf Anforderung des Oberbürgermeisters Handlungsempfehlungen formuliert, die in das neue Schutz-, Hygiene- und Sicherheitskonzept eingeflossen sind. „Die RKI-Empfehlungen sind wertvoll für uns und wir sind dankbar für die gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt an einem zukunftsweisenden Konzept für ein Klinikum, das sich schnell und flexibel auf künftige Pandemiesituationen einstellen kann“, sagt Hans-Ulrich Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Ernst von Bergmann. Für das Klinikum sei entscheidend, im Prozess der Wiedereröffnung weiterhin vor allem die Sicherheit seiner Patienten und Mitarbeiter ins Zentrum aller Planungen zu stellen. Daher wird das Klinikum den Regelbetrieb schrittweise bis Ende Juni/Anfang Juli wieder aufnehmen. Schmidt: „Wir sind sehr erleichtert, wollen aber auch weiterhin unserer Verantwortung gerecht werden. Daher wird die Wiedereröffnung, wie in unserem Konzept vorgesehen, mit Augenmaß und Schritt für Schritt erfolgen“.

Das Team der Geschäftsführung hebt großen Einsatz aller Mitarbeiter für Wiedereröffnung hervor

Entscheidend für die höhere Patientensicherheit war neben der strikten Trennung der COVID-, der Nicht-COVID-Bereiche und des Normalversorgungsbereiches unter anderem das umfangreiche Testprogramm, das das Kliniklabor in kurzer Zeit etabliert hat. „Wir haben inzwischen über 22.000 Tests bei Patienten und Mitarbeitern durchgeführt. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Labormitarbeiter, des Hygiene-Teams, des Betriebsarztes, des Qualitäts- und Prozessmanagements, des Facility-Management-Teams und der Disziplin aller Beschäftigten des Klinikums können wir so schneller wieder den Regelbetrieb einleiten als erwartet“, so Schmidt. Seit dem 13. Mai fährt der Rettungsdienst bereits wieder medizinische Notfälle der Bereiche Kardiologie, Angiologie, Neurologie, Neurochirurgie, Gefäßchirurgie in die Zentrale Notaufnahme (Rettungsstelle) des Klinikums Ernst von Bergmann an. Dies betrifft ausschließlich Liegendtransporte. Zuvor wurden bereits die Bereiche Urologie, Hals-Nasen-Ohren-, Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie sowie Kinder- und Jugendmedizin wieder für den Rettungsdienst geöffnet. Weitere Schritte werden nun nach und nach folgen – eng orientiert am Sicherheits-, Schutz- und Hygienekonzept. Erstes Zwischenziel ist die komplette Wiedereröffnung der Notfallversorgung bis Ende Mai. Die komplette Wiedereröffnung unter Pandemie-Bedingungen, mit der Konsequenz einer reduzierten Bettenzahl, ist dann für Ende Juni vorgesehen.

Schnelltests für alle neu aufgenommenen Patienten

Alle Patienten, die stationär aufgenommen werden, erhalten einen Covid-Abstrich in der Zentralen Notaufnahme. Das Ergebnis eines Schnelltests kann schon nach 45 Minuten vorliegen – je nach Dringlichkeit und Verfügbarkeit des Tests. Ergebnisse normaler PCR-Tests können schon nach vier Stunden vorliegen. Um die Patientensicherheit zu gewährleisten, werden alle Patienten bis zum Vorliegen des Ergebnisses isoliert. Darüber hinaus wird die Sicherheit durch eine strikte Trennung der Patienten und Patientenwege erhöht. Zusätzlich definiert sind Reinigung und Desinfektion der Behandlungszimmer nach jeder Behandlung, Einbett-Zimmer als infektiologischer Standard, kreuzungsfreie Wegeführungen, Schleusen sowie umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen.

Dynamisches Kapazitätskonzept

Sobald die Pandemie überwunden ist, kann das Klinikum die Kapazität im Rahmen des neuen Sicherheits-, Schutz und Hygienekonzepts flexibel anpassen und zur ursprünglichen Kapazität von 900 Betten (ohne Psychiatrie) zurückkehren – und schnell zu einer Dreiteilung mit variabler Kapazität zurückkehren, wenn eine erneute Pandemie ausbrechen sollte.

Weiter nur wenige Ausnahmen vom Besuchsverbot

Grundsätzlich bleibt das Besuchsverbot weiterhin in Kraft. Die Ausnahmen des Besuchsverbots gelten allerdings weiterhin für folgende Personenkreise und sind aktiv mit der jeweiligen Station vor dem geplanten Besuch telefonisch abzusprechen:

• Begleitpersonen bei stationärer Aufnahme von Kindern unter 16 Jahren

• Besucher von Schwerstkranken und von Kindern unter 16 Jahren. Diese dürfen einmal am Tag für eine Stunde ihre Angehörigen besuchen.

• Partner/in bei der Geburt und am Wochenbett

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