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  • Verbraucher sind keine Kreditgeber für illiquide Unternehmen
  • vzbv kritisiert Pläne des Corona-Kabinetts, Verbrauchern ihr Recht auf Rückerstattung zu nehmen

Berlin. Hinter dem positiv klingenden Begriff der „Gutscheine“ verstecken sich in Wirklichkeit zinslose Zwangskredite der Verbraucherinnen und Verbraucher an die Unternehmen.
Viele Verbraucher sind in der Krise ebenso auf Liquidität angewiesen wie Unternehmen.
Auch in Krisensituationen gilt: Verbraucherrechte dürfen nicht den Interessen der Unternehmen geopfert werden. Faire Lösungen gelingen nur, wenn Lasten fair verteilt werden.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) lehnt die von der Bundesregierung diskutierten Neuregelungen im europäischen Reiserecht ab.

„Auf Verbraucherrechte müssen sich die Menschen auch in der Krise verlassen können. Eine gemeinsame Bewältigung der Krise kann nicht funktionieren, wenn Verbraucherinnen und Verbrauchern unverhältnismäßig große Risiken und Lasten aufgebürdet werden. Sie haben Vorkassezahlungen für Reisen in dem Vertrauen geleistet, diese Gelder auch bei Absagen zurückzuerhalten. Das Aufweichen der europäischen Verbraucherrechte ist der falsche Weg. Die Liquidität der Reisebranche muss durch einen Fonds ermöglicht werden, nicht durch Kundengelder“, fordert vzbv-Vorstand Klaus Müller. Bislang galt, dass Anbieter – wenn Reisen oder Veranstaltungen abgesagt werden – bereits gezahlte Gelder innerhalb von 14 Tagen an die Verbraucher zurücküberweisen müssen. Dieses Recht will die Regierung nun im Zuge der Corona-Krise einschränken. Verbraucher wären gezwungen, Gutscheine zu akzeptieren.

Aufruf: Betroffene können Erfahrungen in der Corona-Krise melden

Um Betrug, Abzocke und Missbrauch von Verbraucherinnen und Verbrauchern in der Corona-Krise weiter zu verfolgen, benötigen die Verbraucherschützer die Hinweise und Beschwerden von Betroffenen. Diese können ihre Erfahrungen direkt online unter www.marktwaechter.de/corona melden.

Verbraucherinnen und Verbraucher, die Hilfe in ihrem individuellen Fall benötigen, sollten die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen nutzen, Informationen unter www.verbraucherzentrale.de/beratung.

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