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Treibhausgasbilanz von 2016 zeigt Handlungsbedarf auf

Dresden. Die Landeshauptstadt Dresden hat einen neuen Bericht über die Klimaschutzaktivitäten der Stadtverwaltung und der kommunalen Unternehmen vorgelegt. Darin steht, wo Dresden im Klimaschutz vorankommt und wo derzeit wenig Veränderung sichtbar ist.

Enthalten sind auch die neuesten Zahlen zu den Dresdner Treibhausgasemissionen. Nachdem der CO2-Ausstoß pro Einwohner in Dresden zwischen 2010 und 2014 langsam anstieg, sinkt er seitdem wieder leicht. Insgesamt sank der CO2-Ausstoß pro Einwohner zwischen 2014 bis 2016 von 10,2 auf 9,9 Tonnen pro Jahr (siehe Grafik). Den weitaus größten Anteil am CO2-Ausstoß in Dresden haben Wärmenutzung und der Verkehr.

Mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis europäischer Städte hat sich Dresden bereits 1994 verpflichtet, den CO2-Ausstoß aller fünf Jahre um zehn Prozent zu senken. Das Zwischenziel für 2015 mit einem pro-Kopf-Ausstoß von acht Tonnen pro Einwohner und Jahr wurde um fast 30 Prozent verfehlt.

„Uns bleiben noch zehn Jahre, um unsere Schutzziele zu erreichen. Die Zeit drängt also. Die Verringerung der Treibhausgasemissionen erfordert nach wie vor größere Anstrengungen als bisher,“ erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Mit dem Beschluss des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes im Jahr 2013 wurden für verschiedene Handlungsfelder 50 Maßnahmen identifiziert, mit deren Umsetzung die CO2-Emissionen nachhaltig gesenkt werden sollen. Die Landeshauptstadt Dresden berichtet seitdem mindestens jährlich über den Umsetzungsstand.

Vorangeschritten ist die Erzeugung von erneuerbarer Energie auf kommunalen Dächern. So sind zum Beispiel seit 2018 Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Kita Wurzener Straße und dem Schulverwaltungsamt auf der Fiedlerstraße installiert. Die Dresdner Verkehrsbetriebe AG hat das Stadtbahnprogramm 2020 u.a. an der Oskarstraße und der Kesselsdorfer Straße vorangetrieben. Über 50 Maßnahmen des Radverkehrskonzeptes sind umgesetzt oder befinden sich im Bau. Die Einrichtung von MOBIpunkten wurde deutlich beschleunigt. Die Stadtverwaltung hat zudem mehr als 30 E-Bikes und Lastenräder angeschafft um Autofahrten zu ersetzen. Schritt für Schritt ersetzen Elektrofahrzeuge Autos mit Verbrennungsmotor im städtischen Fuhrpark. Zeitgleich schreitet die energetische Sanierung von Schulen, Kindertagesstätten und anderen öffentlichen Gebäuden voran. Die Neuanschlussleistung im Dresdner Fernwärmenetz betrug 2018 14,7 Megawatt. Außerdem hat die DREWAG 2019 einen 40-Megawatt-Elektrodenkessel am Standort Nossener Brücke in Betrieb genommen. Einzelmaßnahmen finden sich in der Anlage des Berichts.

„Hinderlich ist, dass Klimaschutz trotz eingegangener internationaler Verträge bisher eine freiwillige kommunale Aufgabe ist und diese bisher wenig finanzielle Unterstützung durch Bundes- und Landesebene erfährt. Davon unabhängig, können Klimaschutzziele auf lokaler Ebene nicht allein von der Stadtverwaltung erreicht werden. Es bedarf der Unterstützung von Dresdner Gewerbe- und Industriebetrieben und vor allem der Bürgerinnen und Bürger,“ so Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

Welche Klimaschutzmaßnahmen in Dresden bereits umgesetzt werden, zeigt die Stadt im April. Beim Aktionsprogramm zum Tag der erneuerbaren Energien werden nachhaltige Energieanlagen vorgestellt und diskutiert.


Weitere Informationen unter:
www.dresden.de/klimaschutz

Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept Dresden 2030


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