Foto: Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marquardt-Gruppe, und Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee präsentieren ein Batteriemanagementsystem aus der Produktion des baden-württembergischen Automobilzulieferers. (Quelle: TMWWDG)

Für die Elektromobilität und den Fahrzeuginnenraum der Zukunft

Rietheim-Weilheim/ErfurtMarquardt investiert erneut in Thüringen: Am Standort Ichtershausen erweitert der Mechatronik-Spezialist seine Nutzfläche für Produktion, Logistik und Verwaltung um mehr als das Dreifache auf 40.000 m2. Für künftiges Wachstum zum Beispiel im Bereich der Elektromobilität hat das global agierende Familienunternehmen zudem ein rund 15 Hektar großes Grundstück im benachbarten Gewerbegebiet Erfurter Kreuz Süd-West erworben. In den nächsten drei Jahren will Marquardt über 100 weitere Arbeitsplätze am thüringischen Standort schaffen. Das kündigte Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marquardt Gruppe, heute bei einem gemeinsamen Termin mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee in Erfurt an.

Minister Tiefensee: Marquardt realisiert wichtige Zukunftsinvestition

Thüringen werde mit dieser Investition als Automobil- und Batteriestandort erheblich gestärkt, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee.

„Wir freuen uns, dass Marquardt seine wichtige Zukunftsinvestition im Bereich der Elektromobilität hier am Standort ‚Erfurter Kreuz‘ realisiert.“ Dies passe hervorragend in die Strategie des Landes, Thüringen zu einem europaweit sichtbaren Zentrum der Batterieforschung und -produktion zu entwickeln. Zugleich sei die Investition aber auch ein klares Signal gegen die derzeitige Krisenstimmung in der Automobilindustrie. „Die Botschaft lautet: Der Strukturwandel in der Automobilbranche kann aktiv gestaltet werden“, sagte Tiefensee. „Marquardt nimmt den technologischen Wandel als Chance an und investiert frühzeitig in neue Technologien und Geschäftsfelder.“ Diesen Kurs – wie überhaupt den Strukturwandel in der Thüringer Zulieferbranche – werde das Land durch gute Standortbedingungen eng begleiten. Die Unterstützung reiche von der Investitions-, Forschungs- und Qualifizierungsförderung bis hin zu Beratungsangeboten, etwa über das Innovationszentrum Mobilität in Ilmenau oder die Kompetenzzentren zur Digitalisierung in Ilmenau und Erfurt.

Dr. Harald Marquardt: Schätzen hohe Branchenkompetenz in der Region

„Wir können in Thüringen für unsere Kunden in bester Qualität und zugleich wettbewerbsfähig produzieren“, sagt Dr. Harald Marquardt. „Die verkehrsgünstige Lage am Erfurter Kreuz und kurze Transportwege, qualifizierte Arbeitskräfte und die hohe Branchenkompetenz in der Region sind weitere Vorteile, die wir sehr schätzen. Deshalb investieren wir jetzt trotz der Konjunktureintrübung und derzeit vieler Herausforderungen in der Automobilindustrie in den Ausbau dieses noch jungen Marquardt Standorts. Denn mit der voranschreitenden Digitalisierung, Vernetzung und Elektrifizierung des Autos wird auch der Bedarf an hochintegrierten mechatronischen Systemen steigen. Als Partner weltweit führender Marken wollen wir die Mobilitätswende und die Transformation der Branche mitgestalten – und das künftig mehr und mehr auch an unserem Standort in Thüringen.“

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E-Mobilität: Vorbereitung auf steigende Nachfrage

In der bislang nur teilweise von Marquardt belegten Gewerbeimmobilie in Ichtershausen fertigt das Unternehmen seit 2019 innovative Produkte für den Innenraum von Premiumfahrzeugen. Künftig werden am Standort außerdem Batteriemanagementsysteme für elektrisch betriebene Autos produziert. Für weitere potenzielle Großaufträgein diesem schnell wachsenden Produktsegment hat Marquardt zusätzlich ein 15 Hektar großes, noch unbebautes Grundstück am Erfurter Kreuz Süd-West auf der Gemarkung Arnstadt erworben.

„Wir rechnen damit, dass der Anteil von E-Autos bis 2030 allein in Deutschland bereits bei über fünfzig Prozent liegt, aber auch international wird sich ihr Marktanteil deutlich erhöhen. Somit werden auch mehr Batteriemanagementsysteme benötigt, wie wir sie entwickeln und herstellen. Mit den Investitionen am Erfurter Kreuz können wir unsere Produktionskapazitäten in Thüringen künftig sehr flexibel erweitern und an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten“, so Dr. Harald Marquardt.

Die Produktionsschritte für ein Batteriemanagementsystem umfassen Kunststoffspritzgießen, die Elektronik- und Stromschienenfertigung und die Montage. Hinzu kommen als Begleitfunktionen die Qualitätssicherung, die Instandhaltung der Betriebsmittel und die Werkzeugwartung.

Das Batteriemanagementsystem: „Gehirn“ des E-Autos

Batteriemanagementsysteme sind die zentrale Technologie für elektrisch betriebene Automobile. Sie messen die Spannung, die Temperatur, die Ströme und deren Fließrichtung in den Zellen und sorgen dafür, dass die Akkus gleichmäßig geladen bleiben und entladen werden und damit Fahrzeugreichweite und Batterie-Lebensdauer deutlich erhöht werden. Eine Schalteinheit verteilt zudem die Energie über Kupferschienen an die verschiedenen Verbraucher und sichert sie ab. Diese Verteilerbox ist auch dafür zuständig, die Batterie im Notfall abzuschalten.

Quelle: Marquardt GmbH, Rietheim-Weilheim.

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