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Jena. Der bisher ungewöhnlich milde Winter mit einer Temperaturabweichung vom vieljährigen Mittel um +4,3°C (DWD-Station Erfurt-Weimar, Zeitraum 1. Dezember bis 15. Januar) hat dafür gesorgt, dass sich Pollenallergiker bereits auf erste Haselpollen einstellen müssen. Nach aktuellen Beobachtungen steht in manchen Regionen Thüringens die Blüte der Hasel unmittelbar bevor.

Insbesondere an thermisch begünstigten Orten und im Bereich von städtischen Wärmeinseln können die reifen Kätzchen der Haseln bei trockenem und nebelfreiem Wetter Pollen abgeben. Bei schwachem Wind ist die Verteilung der Pollen in Bodennähe konzentriert und die Pollenbelastung damit am höchsten.

Im vieljährigen Mittel über den Zeitraum von 1981 bis 2010 setzte die Blüte der Hasel in Thüringen zwischen der dritten Februar- und der ersten Märzwoche ein. Die diesjährige Blüte der Hasel beginnt somit mehr als einen Monat früher. Auch für andere Pflanzenarten, wie z. B. für die Sommerlinde, wurde in Thüringen in den letzten Jahren eine Verfrühung des Blühbeginns festgestellt. Diese Veränderungen in der Pflanzenphänologie stehen in direktem Zusammenhang mit höheren Lufttemperaturen infolge des Klimawandels.

Im Webportal „PhaenOPT“ sind Daten zum Blühbeginn und wahrscheinlichen Auftreten der Hasel und weiteren ausgewählten Wildpflanzenarten für Thüringen ausgewertet und abrufbar. Dieses Webportal macht die Ergebnisse des Verbundvorhabens PhaenOPT – einem satellitenunterstützten Klimafolgenmonitoring im Freistaat Thüringen – der Öffentlichkeit zugänglich und informiert über die Auswirkungen des Klimawandels in Thüringen anhand des Klimafolgenindikators „Phänologische Veränderungen bei Wildpflanzenarten“.

Autor: Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN), Jena.

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