Im Auftrag des Zweckverbandes JenaWasser erneuern die Stadtwerke Jena Netze von April bis September 2020 ein etwa 220 Meter langes Teilstück des Mischwasserkanals im Lommerweg. Der Kanal aus den 1920er Jahren ist baulich verschlissen und muss erneuert sowie in seiner Dimension vergrößert werden.

Gebaut wird im Lommerweg in einem Bereich südlich vom Grundstück Erfurter Straße 7 bis zur Treppe zum Lommerweg (unterhalb des Norma-Marktes), dabei quert das Baufeld auch die Katharinenstraße. Soweit technisch möglich, wird im unterirdischen Kanalvortrieb gearbeitet. Dies ist in westlicher Richtung zwischen der Katharinenstraße und der August-Bebel-Straße 34/35 sowie in östlicher Richtung im Bereich des Norma-Marktes möglich. Die anderen Kanalabschnitte werden in offener Bauweise erneuert.

Am Lommerweg kommt das so genannte „Berstlining“ zum Einsatz: Dabei wird ein gesteuerter Bohrkopf in den bestehenden Kanal eingeführt und vorgetrieben, wobei das zerborstene Material in den umliegenden Boden verdrängt wird. Zeitgleich wird das neue Kanalrohr in den entstandenen Hohlraum eingezogen. Ausgangspunkt für das „Berstlining“ ist eine rund fünf Meter tiefe Startgrube, die im Bereich der Leutra-Brücke an der Katharinenstraße errichtet werden wird. Für die Arbeiten ist eine Vollsperrung der Katharinenstraße für den Autoverkehr und eine Vollsperrung des Lommerweges für den Fuß- und Radverkehr notwendig.

Neben diesen Verkehrsbeeinträchtigungen ist im Lommerweg die Fällung von insgesamt 19 Eschen und Ahornbäumen unvermeidlich. Für diese Bäume wurde ein Fällantrag bei der Stadtverwaltung Jena, Untere Naturschutzbehörde, gestellt. Vorabsprachen über die Genehmigungsfähigkeit und das Erfordernis von Ersatzpflanzungen haben stattgefunden. Das Wurzelwerk der teils alten und großen Bäume hat sich im Laufe der Jahre fest um die Bestandskanäle verschlungen. Die geplante Dimensionserweiterung mittels „Berstlining“ würde zu einer Schädigung der Hauptwurzeln führen, so dass das weitere Wachstum und die Standsicherheit der Bäume gefährdet wäre. In den Abschnitten mit offener Bauweise müssen zudem Schächte erneuert werden, die sich ebenfalls im Bereich der Hauptwurzeln befinden. Nicht zuletzt lässt eine Vorschädigung der betroffenen Eschen durch Eschentriebsterben und Befall mit dem zottigen Schillerporling den Erhalt der Bäume nicht zu.

Die seitens der Baumkommission geforderten Ersatzpflanzungen sind im Bereich der Uferböschung der Leutra geplant, soweit die durch die geringe Breite des Lommerweges und die Nähe zur Kanaltrasse möglich ist. Weiterhin ist die Bepflanzung von Böschungsabschnitten mit Büschen geplant. Die Ersatzmaßnahmen sind für den Herbst 2020 vorgesehen. Der Kommunalservice Jena wird innerhalb der Baumaßnahme des Zweckverbandes Teile der Böschung der Leutra erneuern.

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