Wissenschaft im Kubus »Was wurde aus der LPG? – Die Folgen der LPG-Umwandlungen seit 1990«
Erfurt. Ab den 1950er Jahren mussten Kleinbauern zunächst freiwillig, später unter Zwang, ihren Boden, ihre Viehbestände sowie ihre Höfe und Landmaschinen zu sogenannten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammenlegen.

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden diese LPGs teilweise oder ganz aufgelöst, verkleinert oder in andere Unternehmensformen überführt, um sich den neuen wirtschaftlichen Gegebenheiten anzupassen. Am Dienstag, den 14. Januar 2020 laden wir um 19:00 Uhr in die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße zur Podiumsdiskussion »Was wurde aus der LPG? – Die Folgen der LPG-Umwandlungen seit 1990« ein.

Über die Folgen dieser Umwandlungen sprechen wir mit dem Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Walter Bayer und dem Historiker Dr. Jens Schöne. Dr. Uta Bretschneider, die Direktorin des Museums Kloster Vessra, wird die Veranstaltung moderieren.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, lehrt Prof. Dr. Walter Bayer seit 1994 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 2002 veröffentlichte er die Studie ›Rechtsprobleme der Restrukturierung landwirtschaftlicher Unternehmen in den neuen Bundesländern nach 1989‹, welche u.a. die Untersuchung von 1.700 LPG-Umwandlungen thematisierte. Über vier Jahre lang waren ca. 35 Mitarbeiter mit der Erhebung und Auswertung der Daten beschäftigt. Prof. Dr. Bayer resümierte, dass »nahezu alle LPG-Umwandlungen, (…) fehlerhaft.« waren und stieß damit nicht nur auf Zuspruch.

Dr. Jens Schöne ist stellvertretender Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen in Berlin und Lehrbeauftragter an der Humboldt-Universität. Er forscht hauptsächlich zur Geschichte der DDR und des geteilten Berlins, sowie zur deutschen Agrargeschichte des 20. Jahrhunderts.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt. Der Eintritt ist kostenfrei.

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