Studierende wollen dem Chemnitzer Brühl im Rahmen des Projektes „Nachhaltigkeit agil lenken“ ein nachhaltiges Zuhause geben. Foto: Martin Ulber
Studierende wollen dem Chemnitzer Brühl im Rahmen des Projektes „Nachhaltigkeit agil lenken“ ein nachhaltiges Zuhause geben. Foto: Martin Ulber

Von der Idee zur Umsetzung: Studentische Nachhaltigkeitsprojekte werden in Chemnitz in „Agenda 21“-Prozesse eingebunden

Wie lässt sich eine Stadt attraktiv und zeitgleich nachhaltig – und somit zukunftsfähig – gestalten? Dieser Frage widmen sich seit dem Sommersemester 2019 Studierende der Technischen Universität Chemnitz und der Hochschule Mittweida im Rahmen Projektes „Nachhaltigkeit agil lenken“ (kurz: Nachtigall). Das kooperative Lehr-Lernprojekt wurde von der Professur Nachhaltiges Bauen und Betreiben der Hochschule Mittweida (Prof. Dr. Anika Dittmar) initiiert und gemeinsam mit der Professur Betriebliche Umweltökonomie und Nachhaltigkeit der TU Chemnitz (Prof. Dr. Marlen Arnold) durchgeführt. Hier entwickeln die Studierenden seit dem Sommersemester 2019 hochschulübergreifend konkrete Gestaltungsoptionen und Ideen für eine zukunftsfähige Stadt. „Ziel ist es, das Studierende eigene Ideen zu einer Nachhaltigkeitsvision entwickeln, diese gemeinsam und interdisziplinär ausgestalten sowie klar auf ihren Nachhaltigkeitsgehalt bewerten. Nachhaltigkeit soll und muss von Anfang an mitgedacht werden“, so Arnold.

Ideenschmiede zum Thema Nachhaltigkeit

Von den Ideen der Studierenden sollen nun auch Kommunen profitieren – so neben Mittweida und Burgstädt auch Chemnitz. Hier war Stadtratsmitglied Thomas Scherzberg, der Vorsitzender des Chemnitzer Agenda-Beirats und Sprecher für nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung ist, als Praxispartner von Anfang an dabei. Im Sommersemester begleitete er das studentische Projekt „Ideen zur nachhaltigen Entwicklung des Brühl“. „Es ist großartig, wie in kurzen Zeit so gehaltvolle und nachhaltigkeitsausgerichtete Ideen entstanden sind. Nun ist es wichtig, in die Umsetzung zu kommen und zumindest Teile der Ideen zu realisieren sowie diese innovative Kraft der Forschungskooperation für unsere Stadt Chemnitz zu nutzen“, sagte Scherzberg. Deshalb konnten die Studierenden ihre Ergebnisse im November vor dem Agenda-Beirat präsentieren: Fassadenbegrünung, Schulgartengestaltung, Verkehrsberuhigung und Geschäftemeile. Im Wintersemester soll nun der Sprung in die Praxis gelingen.

Revitalisierungsimpulse für den Chemnitzer „Brühl“

Eines der Projekte beschäftigt sich mit der Revitalisierung des Chemnitzer Stadtteils „Brühl“. Die Ideen eines Teams rund um den Studenten Paul Rudolph von der TU Chemnitz werden nun fortgeführt und erweitert. „Der Brühl soll aus unserer Sicht so gestaltet werden, dass er noch mehr junge Menschen, Studierende sowie Künstlerinnen und Künstler anzieht. Diese verleihen dem Brühl frischen und kreativen Charme, welcher dieses Viertel zu einem Wohlfühlort für jedermann werden lässt und somit auch auf Durchreisende magnetisierend wirkt“, so Rudolph. Gern nehmen die Studierenden deshalb auch eine Einladung von Claudia Bieder vom Brühlmanagement an, um mit den „Brühlanern“ die Ideen zur Stadtteilgestaltung zu diskutieren.

Gestaltungsideen für den „Kaßberg“ und den „Sonnenberg“

Zudem werden auch Visionen für andere Chemnitzer Stadtviertel entwickelt: „So soll der Kaßberg attraktiver für junge Menschen gestaltet werden und als Begegnungsort für die gesamte Stadt dienen, sodass die Chemnitzerinnen und Chemnitzer hier näher als bisher zusammengebracht werden“, berichtet Arnold. Die Studierenden entwickelten dafür Ideen wie Second-Hand-Shops, Cafés und die Eröffnung eines weiteren Bio-Ladens – was davon umgesetzt wird, wird mit der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern abgestimmt. Eine weitere Studierenden-Gruppe greift das bestehende Projekt „Kinderwissen“ (KIWI) in der Martinsstraße auf dem Sonnenberg auf. Ziel dieses bereits 2008 gestarteten Projektes ist es, den Kindern dieses Stadtviertels einen Ort für Bildungsangebote, zur Erledigung der Hausaufgaben, zum Lernen sowie zum gemeinsamen Essen und Spielen zu bieten. Die Studierenden möchten dieses Projekt gern erweitern und haben bereits verschiedene Aktivitäten rund um das Zentrum geplant, beispielsweise möchte ein Team das Image des Stadtteils verbessern. „Ziel ist es, das Zusammenleben auf dem Sonnenberg neu zu gestalten“, so Arnold.

Sehenswürdigkeit zum Thema „Nachhaltigkeit“ 

Darüber hinaus wurde eine Idee zu einem Informationszentrum zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt, welches einen Mehrwert für alle Bürgerinnen und Bürger schaffen soll. „Es soll an der Natur orientiert und dennoch eine Art Sehenswürdigkeit sein, welches Umdenken anstößt und auf frühzeitige Bildung für nachhaltige Entwicklung abzielt“, sagt Arnold. Dieses Zentrum könnte zum Beispiel im Bereich des Karree 72 auf dem Sonnenberg, wofür es einen Entwicklungsbeschluss des Stadtrates gibt, angesiedelt sein und von Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen des Unterrichts genutzt werden.

„Alle Projekte erfordern viel Abstimmung an verschiedenen Ecken und Enden – sie leisten jedoch einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung und bringen Bürgerinnen und Bürger, Studierende und Stadtverwaltung in Dialog und somit näher zusammen“, so Alina Vogel, Tutorin und Lernbegleiterin im Projekt „Nachtigall“.

Projekt-Homepages: https://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl8/NACHTIGALL.php und https://www.wi.hs-mittweida.de/fakultaet/professoren-innen/prof-dr-ing-anika-dittmar/projekte.html

Weitere Informationen zu den Projekten in Chemnitz erteilt Prof. Dr. Marlen Arnold, Telefon 0371 531-34252 (Sekretariat), E-Mail marlen.arnold@wirtschaft.tu-chemnitz.de, sowie Thomas Scherzberg, Telefon 0172/9937210 E-Mail  ts_09112@web.de

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