Jürgen Popp (links) und Tobias Meyer vom Leibniz-IPHT wurden für Ihre Erfindungen mit der Goldmedaille der iENA 2019 ausgezeichnet. Sven Döring/ Leibniz-IPHT
Jürgen Popp (links) und Tobias Meyer vom Leibniz-IPHT wurden für Ihre Erfindungen mit der Goldmedaille der iENA 2019 ausgezeichnet. Sven Döring/ Leibniz-IPHT

Gold für zwei Diagnose-Innovationen aus dem Leibniz-IPHT: Für die schnelle Erkennung von Krebsgewebe und für ein spektroskopisches Verfahren für die Haut-Untersuchung bei Schuppenflechte wurden Forscherteams des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien mit einer Goldmedaille der internationalen Erfinder- und Neuheitenmesse iENA 2019 und einem Ehrenpreis des Bezirks Mittelfranken geehrt. Die Auszeichnungen wurden am 5. Dezember 2019 vom Landespatentzentrum Thüringen in Ilmenau übergeben.

Krankheiten mithilfe von Laserlicht schneller und schonender erkennen und besser behandeln: Das ermöglichen die beiden Erfindungen, für die das Forscherteam Thomas Bocklitz, Olga Chernavskaia, Tobias Meyer und Jürgen Popp mit der Goldmedaille der iENA 2019 geehrt wurde.

Ein optisches Diagnoseverfahren, für das die Forschenden zusätzlich den Ehrenpreis des Bezirks Mittelfranken erhielten, macht krebsartiges Gewebe sichtbar und soll Chirurgen künftig dabei unterstützen, Tumore exakter zu entfernen. Es erzeugt während der Operation räumlich hoch aufgelöste Bilder der Gewebestruktur, die mithilfe von künstlicher Intelligenz direkt ausgewertet werden und sofort Auskunft darüber geben, ob auch der Tumorrand entfernt wurde — die Operation somit erfolgreich war. Das geschützte Verfahren entwickelte ein Forscherteam des Leibniz-IPHT und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Schmerzfrei unter die Haut schauen

Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Hauterkrankungen vor Rückfällen zu bewahren, ist das Ziel des zweiten ausgezeichneten Projekts. Das Team vom Leibniz-IPHT und der Friedrich-Schiller-Universität Jena erforscht optische Nadelsonden für den klinischen Einsatz, mit denen die Behandlung der chronisch-entzündlichen Hautkrankheit Psoriasis besser überwacht werden kann.
Für die Routine-Diagnose und das Therapie-Monitoring der auch als Schuppenflechte bekannten Krankheit entwickeln sie eine Technologie, die nicht auf einer visuellen Untersuchung der Hautoberfläche, sondern auf einer minimalinvasiven Analyse der Zusammensetzung aller Hautschichten basiert. Den mit spektroskopischen Verfahren gewonnenen biochemischen Fingerabdruck der Haut werten die Forschenden mithilfe maschineller Lernmethoden aus, so dass Medizinerinnen und Mediziner im klinischen Umfeld Veränderungen der Lipid-Struktur bei einer Psoriasis direkt ablesen können.
Die Auszeichnung für die beiden Erfindungen nahm Thomas Bocklitz, Leiter der Forschungsabteilung Photonic Data Science am Leibniz-IPHT, stellvertretend für die Forscherteams am 5. Dezember 2019 am Landespatentzentrum Thüringen in Ilmenau entgegen.
Die internationale Erfindermesse iENA findet seit 1948 in Nürnberg statt. In diesem Jahr wurden dort 15 Medaillen an Thüringer Forschende und Innovatoren verliehen, davon 7 Goldmedaillen. Vor Ort werden Innovationen von Thüringer Forschungseinrichtungen und Universitäten vom Landespatentzentrum Thüringen (PATON) vertreten.


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