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Netzwerk veröffentlicht Informationsflyer für Betroffene in Sachsen

Dresden. Ein Schüler hört ständig: „Lern doch erstmal richtig deutsch!“ und in Konflikten wird stets er selbst als Schuldiger benannt. Eine Schülerin, deren Eltern zwei Frauen sind, wird wiederholt von Mitschüler*innen als „Du dumme Lesbe“ beschimpft. Beide wollen nicht mehr in die Schule. Eltern erfahren, dass Ihr Kind mit einem besonderen Förderbedarf von der Klassenfahrt ausgeschlossen wird, weil die Schule die Betreuung nicht gewährleisten könne. Das Kind wäre gern dabei gewesen.

In allen Fällen handelt es sich um Diskriminierungen. Gibt es an Schulen keine ausdrücklichen Beratungsangebote, fühlen sich Betroffene hilflos und ausgeliefert. Ein Netzwerk aus sechs Organisationen und Vereinen hat nun schulexternen Unterstützungsangeboten zusammengetragen und in einem Flyer veröffentlicht, der sich an Schüler*innen, Eltern und Pädagog*innen sächsischer Schulen richtet:

Antidiskriminierungsbüro Sachsen e.V. | Kulturbüro Sachsen e.V. | LAG pokubi Sachsen e.V.
Courage – Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit e.V. | Bildungsgewerkschaft GEW
Support, die Opferberatung des RAA Sachsen e.V.

Informiert wird über Beratungsangebote für Schüler*innen, Pädagog*innen, Eltern sowie für Einrichtungen und Organisationen. Die Angebote sind stets vertraulich, kostenlos, auf Wunsch mehrsprachig und anonym.

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“Das Spektrum von Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche im Schulkontext machen, reicht von subtilen bis zu konkreten Beleidigungen und Anfeindungen, welche aber auch Gewalterfahrungen beinhalten. Aufgrund der Permanenz von Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrung kann dies zu körperlichen und seelischen Belastungen führen”, so Robert Enge, der bei der Opferberatung des RAA Sachsen e.V. als Berater tätig ist.

Nora Zeising von LAG pokuBi Sachsen e.V. beschreibt das Problem aus der Sicht der Eltern: “In unserer Netzwerkarbeit mit migrierten Eltern wird deutlich, dass Ansprechstrukturen in Schulen für Eltern oft schwer nachvollziehbar sind oder fehlen.“ Auch Schüler*innen wüssten oft nicht, an wen sie sich wenden sollen, wenn sie von Diskriminierung und menschenverachtenden Einstellungen betroffen sind, bestätigt Anne Gersch von der Courage-Werkstatt e.V.

Angeboten werden zudem Workshops, Fortbildungen und Elternabende. Anne Gersch betont: „Junge Menschen verbringen sehr viel Zeit in Schule. Es ist wichtig, dort für Antidiskriminierungsarbeit einzustehen und junge Menschen zu sensibilisieren.“ Das Netzwerk möchte Schulen mit dem Flyer dafür eine Hilfestellung geben. Zu oft erlebten Betroffene, dass Diskriminierung und Mobbing von der Schulaufsicht bagatellisiert werden, so die Erfahrung der Vereine.

Juri Haas von der Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert, dass es – anders als in anderen Bundesländern – in Sachsen für Schulen keine formelle Leitlinie des Kultusministeriums gibt, wie der im Schulgesetz geforderte Diskriminierungsschutz an den Schulen konkret verankert werden kann. Lehrkräfte würden Handlungssicherheit benötigen, um in heterogenen Klassenräumen für Vielfalt und gleichberechtigte Teilhabe selbstbewusst einstehen zu können.

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