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Dr. Klaus Kliem den Thüringer Verdienstorden und das Bundesverdienstkreuz aberkennen!
AbL Mitteldeutschland sieht kein „gemeinwohlorientiertes Handeln“

Haina. „Die höchsten Orden der Bundesrepublik und des Freistaates Thüringen sollten nicht von einem Menschen getragen werden, dem es mittlerweile verboten ist, Schweine zu halten und der außerdem noch privat Kasse macht, indem er einen seiner landwirtschaftlichen Großbetriebe an ALDI verscherbelt – das hat mit Einsatz für das Gemeinwohl nicht das Geringste zu tun!“ sagt Michael Grolm, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL). Dem Vernehmen nach ist Herr Kliem im Moment sogar dabei, seinen Stammbetrieb in Aschara an einen Investor zu verkaufen.

„In den Jahrzehnten nach der Wende war auch der von Herrn Kliem jetzt verkaufte Großbetrieb – wie fast alle ehemaligen LPGen aus DDR-Zeiten – mit vielen Steuermillionen gepäppelt worden, so z.B. mit verbilligtem Landkauf oder dem Erlass von Altschulden. Nun, da der Betrieb Millionen wert ist, privatisiert er diese gesellschaftlichen Werte – das ist einem derart hoch dotierten Preisträger unwürdig“, so Grolm. Deshalb hat die AbL heute Ministerpräsident Ramelow aufgefordert, Dr. Klaus Kliem den Verdienstorden des Freistaates Thüringen abzuerkennen und sich beim Bundespräsidenten für die Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes einzusetzen.

„Bereits 2008, also noch in der Zeit seiner Präsidentschaft des Thüringer Bauernverbandes, hatte Herr Kliem versucht, einen anderen landwirtschaftlichen Großbetrieb, die BEAG in Behringen, durch eine „feindliche Übernahme“ zu übernehmen. Obwohl er damit letztlich scheiterte, sorgte dies im Berufsstand für einigen Unmut und zeigte auch damit, daß ihm sein Eigenwohl wichtiger ist, als das Gemeinwohl“, so Grolm und weiter: „Nun muss Herr Ramelow Flagge zeigen und klarstellen, dass der Freistaat Orden nur dann an ehemalige Amtsträger verleiht, wenn auch deren privates Handeln dies rechtfertigt. Doch auch der Thüringer Bauernverband sollte sich fragen, ob ihm ein solcher Ehrenpräsident in der Öffentlichkeit wirklich noch zur Ehre gereicht.“


Zum Hintergrund:

Nach eigenen Angaben wurde Dr. Klaus Kliem 2005 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.“ (http://www.bundespraesident.de/DE/Amt-und-Aufgaben/Orden-und-Ehrungen/Verdienstorden/verdienstorden-node.html). Vorschläge für die Zu- und Aberkennung sind an die Staatskanzlei des jeweiligen Bundeslandes zu richten.

Am 24.5.2012 wurde Dr. Klaus Kliem als ehemaliger Präsident des Thüringer Bauernverbandes von der damaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht mit dem Thüringer Verdienstorden ausgezeichnet. Laut Internetpräsenz der Thüringer Staatskanzlei (https://www.staatskanzlei-thueringen.de/arbeitsfelder/orden/) vergibt der Staat diese Auszeichnung „zur Würdigung des gemeinwohlorientierten Handelns“.

Im April 2017 wurde es ihm verboten, weiterhin Schweine zu halten, da in seinem Stall unhaltbare Zustände herrschten (https://www.thueringen24.de/thueringen/article210394223/Tierschutz-Frueher-war-er-Bauern-Chef-jetzt-darf-er-keine-Schweine-mehr-zuechten.html).

Am 27.09.2019 wurden sämtliche Geschäftsanteile der Geithainer Landwirtschafts GmbH von der bisherigen Gesellschafterin, der Aschara Landwirtschafts GmbH, an die Boscor Land- und Forstwirtschafts GmbH & Co. KG, vertreten durch die Komplementärin Boscor Land- und Forstwirtschafts Verwaltungs GmbH, verkauft. Diese Gesellschaft wurde erst im Jahr 2018 von der Lukas-Stiftung speziell zum Zwecke der Geschäftsbeteiligung an Agrar- und Forstunternehmen gegründet. Theo Albrecht höchstpersönlich vertritt die Stiftung im Außenverhältnis. Die Anteile der Aschara GmbH werden von der ADIB Agrar-, Dienstleistungs-, Industrie- und Baugesellschaft mbH gehalten. Die Familie Kliem hält 52,42 % des Kapitals.


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