Symbolbild: Pixabay License
Anzeige

Konjunkturumfrage zur Thüringer Automobilbranche ist „Alarmzeichen“ / Land hat Maßnahmepaket vorgelegt / Konzertierte Industriepolitik auf Bundesebene unter Beteiligung der Bundesländer nötig

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat die heute veröffentlichte Konjunkturumfrage der Branchenvereinigung „automotive thüringen e.V.“ (at) zur Situation der Thüringer Automobilbranche als ein „deutliches Alarmzeichen“ und eine Bestätigung früherer Prognosen bezeichnet. „Der Strukturwandel in der Automobilwirtschaft wirft seine Schatten voraus“, sagte Tiefensee heute in Erfurt. „Alle Befürchtungen der vergangenen Wochen haben sich bestätigt.“ Laut der Umfrage hat jede zweite Thüringer Zulieferfirma in diesem Jahr Umsatzeinbußen von mehr als 15 Prozent verkraften müssen, etwa 40 Prozent der Unternehmen hätten Stellen abgebaut oder planten Stellenstreichungen. Befragt wurden 190 Betriebe mit mehr als 50.000 Beschäftigten.

„Der Umbruch in der deutschen Automobilindustrie kommt – und er wird heftiger ausfallen als selbst der Strukturwandel in der Kohleindustrie“, sagte Tiefensee weiter: „Das wird auch an Thüringen nicht spurlos vorbeigehen.“ Gerade Firmen im Produktbereich Antrieb/Fahrwerk könnten in eine existentielle Schieflage geraten. „Die momentane Konjunkturschwäche und die geringere Nachfrage im In- und Ausland nach Fahrzeugen, Maschinen und Ausrüstungen im In- und Ausland verschärft diese Situation noch zusätzlich. Wir müssen davon ausgehen, dass in den kommenden Monaten auch in Thüringen mehrere Tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.“ Laut einer vom Wirtschaftsministerium beauftragten Studie des Chemnitz Automotive Institute (CATI) umfasst der Produktbereich Antrieb/Fahrwerk in Thüringen rund 19.000 Beschäftigte – wobei laut der Analyse zwischen zehn und 15 Prozent dieser Arbeitsplätze (d.h. 2.000 – 3.000 Jobs) aufgrund des Strukturwandels bis 2030 gefährdet sind. Die Insolvenz von Firmen wie MITEC und JD Norman, angekündigte Standortschließungen etwa von Autotest und Plastic Omnium seien Vorboten dieser Entwicklung, sagte Tiefensee weiter. Die Sicherung von Arbeitsplätzen habe deshalb jetzt oberste Priorität.

Anzeige

Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits laufenden Initiativen des Landes – von den Branchendialogen in allen Thüringer Regionen im ersten Halbjahr 2019 bis zur Einrichtung der Koordinationsstelle „Transformation in der Automobilindustrie“ bei der LEG Thüringen. Zudem hatte der Minister im Oktober ein Maßnahme- und Positionspapier zur Unterstützung der Branche und der Wirtschaft insgesamt vorgelegt. Dieses enthält Forderungen Richtung Bund – wie z.B. den Vorschlag zur Einführung eines „Transfer-Kurzarbeitergelds“ –, aber auch konkrete Maßnahmen, die auf Landesebene umgesetzt werden können (Vermeidung weiterer bürokratischer Belastungen, Verstärkung der GRW-Förderung, des Konsolidierungsprogramms und des Bürgschaftsinstrumentariums, Einrichtung eines Fachkräftepools und einer Koordinationsstelle für die Automobilwirtschaft). „Das sind Themen, die ganz oben auf die Agenda jeder neuen Landesregierung gehören“, sagte der Minister.

Tiefensee forderte erneut eine konzertierte Industriepolitik auf Bundesebene unter Beteiligung der Bundesländer. Er kritisierte, dass zum letzten Autogipfel der Bundesregierung nur die großen Autoländer Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen eingeladen gewesen seien. „Auch als kleinere Zulieferstandorte wollen wir nicht einfach draußen auf dem Wartebänkchen sitzen, sondern unsere Ideen und Vorstellungen mit in die Diskussion einbringen“, so Tiefensee. Immerhin sei die Kfz-Branche die umsatzstärkste Industriebranche in Thüringen und damit entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft des Bundeslands. Mit einer Beteiligung der „kleineren“ Automobil-Länder wie Hessen, Sachsen und Thüringen wäre zudem gesichert, dass konsequent auch die Perspektive der Zulieferfirmen und nicht nur die der großen Automobilkonzerne berücksichtigt würde. Tiefensee: „Gerade die großen OEMs haben in letzter Zeit zu viele Fehler gemacht, die jetzt die kleinen Zulieferfirmen ausbaden müssen. Wir wollen sicherstellen, dass die vielen mittelständischen Unternehmen der Branche in der Debatte um die Zukunft des Automobilstandorts Deutschland eine Stimme haben.“

Anzeige
Erfurt. Am 10. Dezember 2019 um 17 Uhr findet eine Einwohnerversamm-lung mit dem Oberbürgermeister nach § 15 Abs. 1 ThürKO ...
Weiterlesen …
Berlin. Das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßen die heutige Ankündigung der Deutschen Bahn, keine ...
Weiterlesen …
Zeitpunkt: 7. Dezember 2019, 1:29 Uhr; Ereignisort: Angerstraße 47 in 04177 Leipzig Leipzig. Durch unbekannte Täter wurde ein Brand in ...
Weiterlesen …
Zu einem schweren Verkehrsunfall kam es am Donnerstagnachmittag in der Bukarester Straße. Eine 86-jährige Rentnerin wollte den Fußgängerüberweg mit ihrem ...
Weiterlesen …
Offener Brief anlässlich des SPD-Parteitages in Berlin Sehr geehrte Frau Esken, sehr geehrter Herr Walter-Borjans, sehr geehrte Delegierte des Bundesparteitages ...
Weiterlesen …
Bernhard Mattes Präsident des VDA
Transformation der Branche bringt große Herausforderungen – Konjunktureller Gegenwind – Pkw-Produktion und -Export spüren Rückgang der Auslandsmärkte – Anpassungen bei ...
Weiterlesen …
Brandanschläge sind ein Attentat auf unseren Arbeitgeber und unsere Existenz – mehr Engagement gegen Extremismus notwendig  Bautzen. Seit Monaten sind ...
Weiterlesen …
Tiefensee gratuliert: Zwei der besten deutschen Forscher aus Thüringen / Wichtigster deutscher Forschungspreis mit 2,5 Millionen Euro dotiert Der wichtigste ...
Weiterlesen …
Eigentümer bauen im Durchschnitt ein siebenmal größeres Vermögen auf als Mieter Bild Nr. 1534, Quelle- Postbank © Jochen Manz
Die eigenen vier Wände sind für die Mehrheit der Deutschen die ideale Form der Altersvorsorge, so eine aktuelle Postbank Umfrage ...
Weiterlesen …
Klima-Risiko-Index 2020, Weltkarte Ranking 2018 (C) www.germanwatch.org/kri
Klima-Risiko-Index: Deutschland liegt nach Hitzewellen und Rekorddürre im Jahr 2018 auf Rang 3 hinter Japan und den Philippinen / Im ...
Weiterlesen …
Joint Action Day zur Löschung von Anleitungen zum Bombenbau im Internet Wiesbaden. In Ermittlungsverfahren gegen Terroristen tauchen sie regelmäßig auf: ...
Weiterlesen …
Lorenz Caffier - Minister für Inneres und Europa
Schwerin. Innenminister Lorenz Caffier hatte eine externe und unabhängige Experten-Kommission eingesetzt, die nach Bekanntwerden schwerer Verfehlungen einzelner Polizeibeamter die Spezialeinheiten ...
Weiterlesen …
Gesamtvolumen von 107 Millionen mit hohem Niveau freiwilliger Leistungen Gotha. Der Stadtrat der Residenzstadt Gotha hat heute den Haushalt für ...
Weiterlesen …
Neues Stadion im Paradies Jena. Der Stadtrat Jena hat am Mittwochabend den Zuschlag für den „Umbau des Ernst-Abbe-Sportfeldes in ein ...
Weiterlesen …
Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.