Halle (Saale). Am 9. Oktober hat der rechtsgerichtete Anschlag in Halle zwei Menschen aus dem Leben gerissen. Noch am Tag des Terroraktes bekundeten hunderte Hallenserinnen und Hallenser ihre Anteilnahme. Bis heute sind die Zeichen dieser Trauer im öffentlichen Raum sichtbar. Neben den beiden Tatorten im Paulusviertel entwickelte sich insbesondere das sogenannte Geoskop auf dem halleschen Marktplatz zu einem Ort des Gedenkens.

Aus Respekt gegenüber den Opfern und aus Demut vor der großen öffentlichen Anteilnahme soll vier Wochen nach dem Anschlag, am 6. November, das Areal am Fuße der halleschen Marktkirche in pietätvoller Weise beräumt werden.

Ab 18 Uhr werden nach Geläut und einem kurzen Wort des Gedenkens sowie Gebetes durch Marktkirchenpfarrerin Simone Carstens-Kant zuerst die Trauergaben nach Blumen, Kerzen und anderen Zeichen der Anteilnahme im Umfeld des Geoskops sortiert. Im Nachgang werden die noch brennenden Kerzen in die Marktkirche gebracht, wo sie bis zu ihrem Erlöschen verbleiben.

Abgelegte Trauergaben, wie Texte, Zeichnungen und Fotos, werden vorerst durch die Marktgemeinde gesichert. Die Angehörigen der beiden Opfer haben dann in den kommenden Tagen die Möglichkeit, begleitet von Seelsorgern und in aller Stille ihnen wichtige Erinnerungen an sich zu nehmen. Die restlichen Trauergaben werden an das Stadtarchiv bzw. das Stadtmuseum übergeben, um die Ereignisse der zurückliegenden Tage nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Beräumung des Marktplatzes durch die Evangelische Kirche erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Bündnis „Halle gegen Rechts“, dem Zeitgeschichte(n) e.V. sowie der Stadt Halle (Saale).

Autor: Kirchenkreis Halle-Saalkreis, Halle (Saale).


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