Eckpunktepapier zur Lehrerbildung in Thüringen vorgestellt

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Land Thüringen verbessert Lehrerbildung an der Hochschule und Personalausstattung an Schulen
Wissenschafts- und Bildungsministerium stellen gemeinsames Maßnahmenpapier vor

Erfurt. Wissenschafts- und Bildungsministerium haben heute in Erfurt ein Eckpunktepapier zur Lehrerbildung vorgestellt. Das Ziel des gemeinsam mit den Hochschulen erarbeiteten Maßnahmenkataloges ist es, die Lehrerbildung an der Hochschule und Personalausstattung an den Schulen deutlich zu verbessern. So sollen etwa die Ausbildungskapazitäten erhöht, der Übergang vom Studium in den Schuldienst erleichtert sowie die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften ausgebaut werden.

„Eine ausreichende Anzahl junger und gut ausgebildeter Lehrerinnen und Lehrer hat für uns höchste Priorität“, betont Bildungsminister Helmut Holter. „Mit dem Maßnahmenpaket justieren wir gezielt nach, um die Lehreraus- und -weiterbildung sowie die Personalausstattung an Thüringer Schulen zu verbessern und an den zukünftigen Bedarf anzupassen. Der Übergang vom Studienabschluss zum Einstieg in den Vorbereitungsdienst wird deutlich beschleunigt. Schulen, Schulämter und Studienseminare unternehmen massive Anstrengungen, um allen Lehramtsabsolventen passgenaue Angebote unterbreiten zu können. Im Anschluss an den Vorbereitungsdienst wird ein fließender Übergang in die Festanstellung und damit ein wichtiger Beitrag zur Unterrichtsabsicherung gewährleistet.“

„Eine hervorragende Lehrerbildung an der Hochschule ist die Grundvoraussetzung für qualifizierte Lehrer an unseren Schulen. Mit der Erhöhung der Ausbildungskapazitäten in den Bereichen Grundschule und Förderpädagogik etwa an der Universität Erfurt können wir dem fachspezifischen Bedarf an Lehrern besser gerecht werden“, betont Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Hier unterstütze das Land ganz aktuell in den Jahren 2019 und 2020 mit etwa 800.000 Euro für die Universität Erfurt.

Gebührenfreie Weiterbildungsangebote und ein schneller Übergang vom Studium in den Schuldienst stellen im Anschluss sicher, dass ausreichende Lehrkräfte zur Verfügung stehen.“ Das Wissenschaftsministerium fördert die entsprechenden Weiterbildungsangebote der Hochschulen bis 2020, damit diese gebührenfrei genutzt werden können. Ab 2021 soll in der Rahmenvereinbarung V mit den Thüringer Hochschulen ein Schwerpunkt Lehrerbildung verankert werden.

Besonders mit dem Vorziehen der Einstellungstermine ab 2020 sei eine Lösung gefunden worden, die den schnellen Übergang in den Schuldienst ermögliche. So könne man Thüringer Absolventen und Absolventinnen im Freistaat halten und sie nicht wegen späterer Einstellungstermine an andere Bundesländer verlieren, betonten Tiefensee und Holter abschließend. Ein Großteil der Maßnahmen ist in enger Zusammenarbeit mit den Hochschulen bereits in Umsetzung oder wird zeitnah umgesetzt. Damit sei das Maßnahmenpaket ein starkes Angebot, um den aktuellen Bedarf konkret zu decken. Es beschränke sich nicht nur auf die Deckung des Personalbedarfs, sondern auch auf zukunftsweisende Projekte in der Lehrerbildung.

Die Maßnahmen zur Verbesserung der Lehreraus- und -weiterbildung im Überblick:

1. Lehrkräfte sollen nicht mehr nach Schulart, sondern eher nach Schulstufe ausgebildet werden.
2. Die Kapazitäten in den BA-Studienrichtungen Grundschul- und Förderpädagogik werden ausgeweitet. Dazu hat die Universität Erfurt bereits die Zulassungszahlen ab dem Wintersemester 2019/20 von 226 in 2015/16 auf 310 bzw. 100 Studienplätze erhöht. Im Bereich der Förderpädagogik wird damit die Ausbildungskapazität verdoppelt. Das Wissenschaftsministerium unterstützt die Kapazitätserweiterungen an der Universität Erfurt in 2019 und 2020 mit insgesamt 800.000 Euro.
3. Ab 2020 sollen zudem jährlich 750 neue Plätze für Lehramtsanwärter und -anwärterinnen bereitgestellt werden. Das sind 150 mehr als bisher.
4. Ab 2020 werden die Einstellungstermine vorgezogen, um den Übergang vom Ende des Studiums in den sogenannten Vorbereitungsdienst zu verkürzen (vom 1. August auf den 1. Mai sowie vom 1. Februar auf den 1. November des Vorjahres). Die Zulassung zum Vorbereitungsdienst soll bereits vor Abschluss des Studiums erfolgen, so dass das Abschlusszeugnis spätestens zum Einstellungstermin vorliegt. Damit haben Absolventen schneller Sicherheit über eine Einstellung in Thüringen.
5. Insbesondere für Seiteneinsteiger und Lehrkräfte mit ausländischer Ausbildung sollen berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für das Lehramt an Regelschulen angeboten werden. Die Universität Erfurt wird ab dem WS 2019/20 das Weiterbildungsstudium Mathematik anbieten; an der Friedrich-Schiller-Universität Jena stehen berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für die Fächer Chemie und Physik zur Verfügung.
6. Bildungs- und Wissenschaftsministerium werden sich regelmäßig und kontinuierlich über den Einstellungsbedarf verständigen, um an den Hochschulen entsprechend mit Informationen in der Studienberatung und der Planung von Kapazitäten reagieren zu können.

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