Von Der ursprünglich hochladende Benutzer war Sdo216 in der Wikipedia auf Deutsch (Originaltext: Stefan Dornbusch) - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons.(Originaltext: eigene Aufnahme), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2818429
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Weimar. Der am Montag bei wissenschaftlichen Grabungen im Steinbruch des ehemaligen KZ Buchenwald bei Weimar entdeckte unterirdische Stollen ist leer. Das sagte die Archäologin Dr. Karin Sczech am Dienstag nach einer Begehung des Stollens. Der Stollen sei innen gut ausgebaut und zu großen Teilen mit Stützmauern versehen. Er führe zu einem Raum und von diesem bogenförmig wieder in Richtung Steinbruch. Er habe damit zwei Zugänge. In dem Stollen seien keine Gerätschaften oder andere Gegenstände gefunden worden, sagte Sczech.

Bereits am 2. Oktober war in der Nähe des nun entdeckten Stollens ein weiterer entdeckt worden. Dieser ist laut Sczech etwa zehn bis 15 Meter lang und s-förmig in den Berg getrieben. Er könnte als Luftschutzbunker geplant gewesen sein, ist aber deutlich weniger gut ausgebaut als der am 7. Oktober entdeckte Stollen.

Bei den am 1. Oktober im Steinbruch begonnenen Untersuchungen waren außerdem zahlreiche Gegenstände geborgen worden, darunter Waffenteile, Munition, Alltagsgegenstände sowie Werkzeuge und Materialien für bergmännische Arbeiten. Größter Fund sind Teile einer Lore, die vermutlich zum Transport von Gestein verwendet wurde. Die Gegenstände waren im Schutt vergraben, der beim Freilegen der Stollen-Zugänge abgetragen wurde.

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Nach Informationen von MDR THÜRINGEN will die Stiftung KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora nun beraten, wie mit den entdeckten Stollen umgegangen werden soll.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen im Steinbruch waren unter fachlicher Aufsicht des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie und der KZ-Gedenkstätte Buchenwald vorgenommen worden. Ihr Ziel war es, weitere Informationen über vermutete, künstlich angelegte Hohlräume im Steinbruch zu bekommen. Die Entdeckung der beiden Stollen bestätigt langjährige Recherchen des vor kurzem verstorbenen MDR-Journalisten Peter-Hugo Scholz sowie Berichte von Zeitzeugen, dass in der Endphase des Konzentrationslagers im Frühjahr 1945 mehrere Stollen im Steinbruch auf dem Ettersberg angelegt worden waren. Die SS hatte sie von Häftlingen des Konzentrationslagers graben lassen. Die US-Armee hatte nach der Befreiung des Lagers im April 1945 zwei dieser Stollen geöffnet und darin tonnenweise Raubgut der SS geborgen, das unter anderem aus dem Vernichtungslager Auschwitz stammte.

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