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Leipzig. In Leipzig wächst der Bedarf an Hilfe und Unterstützung bei häuslicher Gewalt. Dies geht aus einer Statistik der heutigen 40. Sicherheitskonferenz des Kommunalen Präventionsrates Leipzig (KPR) zum Thema „Beziehungsgewalt – Neue Herausforderungen für den Gewaltschutz in Leipzig“ hervor.

In Leipzig gab es 2018 insgesamt 1.568 polizeilich gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt (2017: 1.730). Die in den letzten Jahren gestiegene Inanspruchnahme des Beratungsangebots verdeutlicht jedoch, dass die polizeilich erfassten Fallzahlen alleine nur unzureichend Auskunft über den gestiegenen Bedarf geben. Allein 2019 haben bisher 527 Personen Hilfe bei der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking (KIS) gesucht. „Angesichts der gestiegenen Einwohnerzahl, der Aufhellung des Dunkelfelds sowie der zunehmenden Internationalität sehen sich die Akteurinnen und Akteure im Gewaltschutz mit erhöhten Bedarfen und neuen Herausforderungen konfrontiert“, erläuterte Ordnungsbürgermeister
Heiko Rosenthal. „Umso mehr Bedeutung hat die Präventionsarbeit. Nach dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes wurde vor 17 Jahren die KIS in Leipzig gegründet. Die KIS hat ein gut funktionierendes Netzwerk geschaffen, das von Beziehungsgewalt Betroffene dabei unterstützt, dem Kreislauf der Gewalt ein Ende zu setzen. Damit es auch künftig effektiv arbeiten kann, müssen personelle und räumliche Kapazitäten weiter ausgebaut werden.“

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Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze: „Leipzigs Polizeibeamte werden beinahe täglich mit Sachverhalten der häuslichen Gewalt konfrontiert. Die strafrechtliche Aufarbeitung ist das Eine. Im Vordergrund steht jedoch, den von Aggression und körperlichen Attacken Betroffenen umgehend Hilfe zu bieten und Wege aus der Gewalt aufzuzeigen. Hierfür braucht es professionelle sowie jederzeit ansprechbare Begleiter. Deshalb ist die Kooperation mit der KIS für die Polizeidirektion Leipzig sehr wichtig. Weil sich steigende Bedarfe abzeichnen und das Dunkelfeld wohl viel zu groß ist, gilt es, das gemeinsame Netzwerk und die Spannweite weiter auszubauen sowie die Tragfähigkeit zu erhöhen.

Aufgrund des gut ausgebauten Unterstützungsnetzwerks ist Leipzig auch für von häuslicher Gewalt Betroffene aus anderen Städten und Landkreisen häufig erste Anlaufstelle. Wie sehr auch Kinder und Jugendliche direkt oder indirekt von den Folgen häuslicher Gewalt betroffen sind, lässt die hohe Auslastung der seit 2016 von der KIS angebotenen Kinder- und Jugendberatung erahnen. Auch Beratungsintensität und -aufwand variieren von Fall zu Fall, beispielsweise wenn der Einsatz von Dolmetschern nötig ist. Die KIS hat nicht nur landesweit gültige Standards für eine abgestimmte Verfahrensweise im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes entwickelt. Durch die Mitarbeit in politischen Gremien, zahlreichen Schulungen von Multiplikatoren sowie guter Öffentlichkeitsarbeit ist es gelungen, die Thematik häusliche Gewalt und Stalking stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rufen, zu sensibilisieren und Betroffenen Mut zu machen, Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen.

Der Kommunale Präventionsrat Leipzig führt regelmäßig Sicherheitskonferenzen zu kriminalpräventiven Themen durch. Weitere Informationen dazu finden sich im Internet unter www.leipzig.de/kpr.

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