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Erfurt. Die Pläne für ein neues Landesmuseum auf dem Erfurter Petersberg sieht der kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Dr. Thomas Hartung kritisch. Gegenstand seiner Kritik sind unter anderem die ständig wechselnden Schwerpunkte des Museums. Der SPD-Abgeordnete Thomas Hartung:

„Die Ausstellungsschwerpunkte reichen von der Eiszeit bis zur Geschichte des Kartoffeldämpfers, von der heiligen Radegunde bis zur Gründung der Textilgewerkschaft in Pößneck und von Veit Bach bis zu den Regenbogenhäusern. Gleichzeitig gibt es den Vorschlag für ein Event-Museum mit Indoor-Spielplatz, Escape Room und Tanzlokal, das man an die archäologische Sammlung ‚andocken‘ wolle. Das halte ich für inhaltlich zu unsortiert und nicht angemessen. Darüber hinaus sind die Pläne vor allem eins: sehr, sehr teuer – und mit dieser Meinung stehe ich nicht allein.“

Weiterhin erwarte der SPD-Kulturpolitiker nach mehrjähriger Planung mindestens eine Machbarkeitsstudie oder eine Prüfung der Wirtschaftlichkeit zu dem Museumskonzept. Kritik äußerte auch die CDU.

Dazu Hartung:

„Die CDU legt eine reine Abwehr- oder Verweigerungshaltung an den Tag. Das ist nicht nur unangemessen, sondern auch destruktiv. Vielmehr sollten wir anerkennen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des zuständigen Landesamtes seit Jahren auf eine Modernisierung ihrer Arbeitsplätze warten. Nur so können sie auch die Ausstellung des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar in angemessener Form überarbeiten und auf die Höhe der Zeit bringen. Dazu bedarf es eines Marketingkonzeptes, das diese wichtige Ausstellung aus dem Schatten holt und für Touristen attraktiv macht.“

Dafür brauche es keine langjährige Planung oder dreistellige Millionenbeträge, führt Hartung weiter aus. „Der Freistaat kann für 30 bis 35 Millionen Euro sofort attraktive Arbeitsbedingungen und ein modernes archäologisches Museum an einem historischen Ort schaffen. Die Mitarbeiter, aber auch unsere Geschichte sollten es uns wert sein.“


Hintergrund:

Bereits vor Jahren wurde ein Konzept entwickelt, die Räumlichkeiten des Landesamtes in einem Scheunenkomplex in Ehringsdorf, in unmittelbarer Nähe von den bedeutenden Fundplätzen entfernt, unterzubringen. Die Kosten belaufen sich auf etwa acht Millionen Euro. Auch für das Museum am Poseckschen Garten in Weimar gäbe es ein Entwicklungskonzept, dass die Ausstellungsfläche auf 3.000 bis 3.500 qm erweitert. Hier betragen die Kosten etwa 24 Millionen Euro. Das bereits angemietete Areal am früheren Milchhof in Weimar kann alle Depots des Landesamtes aufnehmen.

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