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„Auf Platt kommen Sachen deutlicher an“

Erfurt/Magdeburg. Ein Gottesdienst in plattdeutscher Mundart wird am kommenden Sonntag (29. September, 11 Uhr) in der Kirche in Wanzer (Kirchenkreis Stendal) im Rahmen des Wanzer Herbstmarktes gefeiert. Dabei wird von der Predigt über die Liturgie bis hin zu den Liedern alles in plattdeutschem Dialekt gesprochen beziehungsweise gesungen.

Den Gottesdienst gestalten Prädikant Karlheinz Mewes und Annemarie Timling, die in der Altmark regelmäßig Gottesdienste auf Plattdeutsch vorbereiten. „Auf Plattdeutsch kann man Sachen einfacher sagen und sie kommen deutlicher und herzlicher bei den Menschen an“, erklärt Karlheinz Mewes. „Mit den Gottesdiensten wollen wir die Mundart pflegen und insbesondere bei jüngeren Leuten das Interesse am Plattdeutschen wecken.“


Hintergrund:
Als Plattdeutsch oder Niederdeutsch werden die im Norden Deutschlands verbreiteten Mundarten bezeichnet. Die niederdeutschen Dialekte weisen Ähnlichkeiten mit dem Englischen und dem Friesischen auf. Das Niederdeutsche war einst eine bedeutende Schriftsprache. So wurde sie neben Latein auch in Urkunden und Gesetzestexten verwendet. Eine große Bedeutung nehmen auch theologische Schriften ein, so gibt es Ende des 15. Jahrhunderts bereits mehrere Bibelübersetzungen (Kölner Bibel, Lübecker Bibel).
Die Bedeutung des Niederdeutschen als Schriftsprache nimmt jedoch im 16. Jahrhundert ab. In der Reformationszeit steigt die Zahl der niederdeutschen Drucke anfangs an: So ist etwa die von Johannes Bugenhagen verfasste Lübecker Kirchenordnung auf Niederdeutsch geschrieben. Von Bugenhagen stammt auch eine niederdeutsche Fassung der Luther-Bibel.

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