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Erfurt/Bad Frankenhausen. Die Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg hat dem Thüringer DRK-Landesverband offenbar Einbußen in Millionenhöhe beschert. Nach Informationen von MDR THÜRINGEN wären mehrere hunderttausend Euro davon möglichweise vermeidbar gewesen.

Den Recherchen zufolge hatte die Krankenhausgesellschaft über mehrere Jahre nicht die vereinbarten jährlichen Beiträge an den DRK-Landesverband gezahlt. Die Außenstände sollen sich auf einen hohen sechsstelligen Betrag summiert haben. Diese wollte der Landesverband noch vor der Insolvenz in ein langfristiges Darlehen umwandeln. Im Zuge dessen beglich die Krankenhausgesellschaft die Außenstände und erhielt im Gegenzug dieselbe Summe als Darlehensbetrag. Mit der Insolvenz soll der Insolvenzverwalter die geleistete Zahlung jedoch angefochten und das gezahlte Geld erfolgreich zurückgefordert haben. Ergebnis: Der DRK-Landesverband hat zweimal gezahlt, zuerst die Darlehenssumme an die Krankenhausgesellschaft und ein zweites Mal an den Insolvenzverwalter. Immerhin soll die Zahlung an den Insolvenzverwalter im Rahmen eines Vergleiches etwas niedriger ausgefallen sein.

Der Präsident des DRK-Landesverbandes, Christian Carius, sagte MDR THÜRINGEN, im Nachhinein betrachtet, sei das Darlehen ein Fehler gewesen. Aber in der damaligen Situation sei es hilfreich gewesen, um die Krankenhausgesellschaft zu stabilisieren. Der Verband habe alles versucht, um die Krankenhausgesellschaft zu retten. Die Forderung des Insolvenzverwalters habe den Verband überrascht. Insgesamt sei die Situation “bedauerlich und schmerzlich”.

Nach MDR-Informationen summiert sich der Gesamtbetrag auf rund eine Million Euro. Hinzu kommen nicht beglichene Rechnungen für Leistungen des DRK-Landesverbandes. Hierbei soll es um einen weiteren niedrigen sechsstelligen Betrag gehen. Ob und wieviel Geld der Landesverband aus der Insolvenzmasse erhält ist nicht klar. Als Gesellschafter der insolventen Krankenhausgesellschaft stehen die Chancen im Vergleich zu anderen Gläubigern jedoch eher schlecht. Das bislang durch die Insolvenz aufgelaufene Minus von rund einer Million Euro entspricht etwa zehn Prozent des Jahreshaushalts des Landesverbands. Die Geschäftsführung des DRK-Landesverbands wollte die Vorgänge im Detail weder bestätigen noch dementieren.

Der Vorstandsvorsitzende des DRK-Landesverbandes, Peter Schreiber, sagte MDR THÜRINGEN lediglich, es werde nach der Insolvenz schwieriger, die Arbeit des Landesverbandes zu finanzieren. Vermutlich müssten Kosten in der Verbandsarbeit eingespart werden. Grundsätzlich betreffe das aber nicht die Leistungsfähigkeit der Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes. Schreiber wollte sich auch nicht dazu positionieren, ob sich die Kreisverbände in Zukunft auf höhere Zahlungen an den Landesverband einstellen müssen. DRK-Präsident Christian Carius sagte, die Kosten müssten optimiert werden, aber das gelte immer.

Der DRK-Landesverband Thüringen mit Sitz in Erfurt koordiniert und verwaltet die Arbeit der 25 Kreisverbände im Freistaat. Der Landesverband war an der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg mehrheitlich beteiligt. Das gemeinnützige Unternehmen hatte unter anderem vier Krankenhäuser in Bad Frankenhausen, Sondershausen, Sömmerda und Luckenwalde betrieben und Ende 2018 Insolvenz angemeldet. Mittlerweile hat ein neuer Eigentümer die Krankenhäuser übernommen.

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