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Dreiklang-Bürgermeister mit Anti-Graffiti-Appell an Betroffene, Täter und alle anderen

Saalfeld. Mit dem Einklang im Dreiklang ist das oft so eine Sache. Wenn jedoch die Bürgermeister des Städtedreiecks unisono kraftvoll erklären: „Uns reicht’s“, dann steckt allein deshalb eine gewisse Brisanz in einem Thema. Im Pressegespräch kündigten am Montag Dr. Steffen Kania, Jörg Reichl und Mike George gemeinsam mit der Saalfelder Polizei ein umfangreiches Maßnahmenprogramm für mehr Stadtsauberkeit und gegen „Graffiti- Schmierereien, die ein Problem im gesamten Stadtgebiet sind und spürbar zunehmen“, wie Saalfelds Bürgermeister erörterte. Er verdeutlichte aber auch, dass sich alle drei Stadtoberhäupter einig seien, dass die Verhinderung von illegalen Graffiti an erster Stelle stehe und erst danach deren Entfernung.

„Wir tolerieren keinerlei illegale Graffiti, egal ob politisch oder nicht. Wir haben etwas dagegen, dass unsere Städte verunreinigt werden. Und auch deshalb bringen wir alle Schmierereien zur Anzeige. Das sind keine Jungenstreiche, sondern ernste Straftaten“, fügte Dr. Kania hinzu.

„Wir rufen daher alle Bürger auf, aktiv zu werden und bei Beobachtungen die Polizei zu verständigen. Genauso sollen Schmierereien nicht einfach stillschweigend entfernt, sondern auch hier die Polizei verständigt werden. Betroffene sollen alles anzeigen, was vorfällt“, sagte Rudolstadts Bürgermeister Reichl. Zudem sei jede Beobachtung, jeder Blick aus dem Fenster oder um die Ecke, wenn eine Sprühdose klappert, für die Strafverfolgung wertvoll.

Reichl weiter: „Das hat nichts mit Denunzieren zu tun, sondern ist schlicht Zivilcourage. Wir müssen die Täter kriegen, damit Konsequenzen folgen können. Je mehr Fälle jemandem zu Last gelegt werden können, desto härter die Konsequenzen.“

Sehr ernüchternd sei sogar, dass der Respekt vor Graffiti-Kunstwerken mittlerweile fehle. „Die Sprayerehre gibt es nicht mehr und Reviermarkierungen tauchen überall auf. Hier muss Einhalt geboten werden“, meinte Mike George, Bürgermeister Bad Blankenburgs. Sein Rudolstädter Amtskollege wurde noch deutlicher: „Politische Willensbekundungen auf dem Fundament des Grundgesetzes gehören überall hin, aber nicht als Graffiti an Häuserwänden. Jeder der sein Revier markiert, beschmutzt es wie ein pinkelnder Hund. Im Endeffekt sind diese Graffiti Dreck wie Hundekot. Es ist auch eine Unart, mit beschmierten Schaltkästen in FC Carl Zeiss Jena- und FC Rot-Weiß Erfurt-Optik dokumentieren zu wollen, welcher Fußballclub der Bessere ist. Klare Worte der Vereine wären auch hier sehr hilfreich.“

„Wir wissen in der gesamten Problematik die Polizei an unserer Seite und arbeiten partnerschaftlich eng zusammen“, so Dr. Steffen Kania. „Das Engagement der drei Städte imponiert. Gemeinden und Städte sollten sich grundsätzlich gegen diesen Unfug des Beschmutzens von Eigentum positionieren. Erschreckend ist einfach die mangelnde Zivilisation. Deshalb braucht es die volle Breite des Strafrechts einschließlich der Schadenswiedergutmachung. Wesentlich dafür sind Strafanzeigen und -anträge“, hob Polizeioberrat Holger Schulz, Leiter des Saalfelder Inspektionsdienstes, hervor.

Während in Rudolstadt und Bad Blankenburg insbesondere gegen Schmierereien an Bushaltestellen vorgehen, setzt Saalfeld/Saale auf einen Maßnahmenmix. Erste Beigeordnete Bettina Fiedler erläuterte, dass am 2. Oktober die Initiative „StattDesign“ im gesamten Stadtgebiet startet, deren Kernpunkt die Reinigung und Neugestaltung der besprühten Schaltkästen ist. Einbezogen sind der heimische Energieversorger aus Eigeninitiative sowie die Deutsche Telekom.

„U. a. mit Erlaubnis der Telekom werden im Rahmen einer gezielten Schüleraktion deren Schaltschränke mit Motiven der Stadt versehen und anschließend übernehmen die Schulen für ihre gestalteten Objekte die Patenschaft. Dazu findet am 25. September ein Workshop für Kinder ab 12 Jahre mit hiesigen Graffitikünstlern statt. Die Initiative StattDesign ist nicht einmalig, sondern wiederkehrend angedacht“, beschreibt Fiedler. Ein gutes Beispiel hierfür sei der 10-Meter-Sprungturm im Freibad, der seit Fertigstellung der Kunstgraffiti nicht mehr sinnlos besprüht worden ist.

Bürgermeister Dr. Steffen Kania kündigte zudem für die Stadt Saalfeld/Saale Fassadenverschönungsprogramm an, welches er dem Stadtrat zeitnah vorschlagen wird.

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