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Erfurt. Gestern und Vorgestern war die erste Stadtratssitzung nach der Wahl – ein Marathonprogramm.

Das Thema Bäume war sehr präsent in den Redebeiträgen. Was wir jetzt noch brauchen, ist ein echtes Umdenken. Noch wird gern über Bäume referiert, nur um sich dann doch für Beton zu entscheiden.

Die von der Linken beantragte aktuelle Stunde war mit “BUGA, Bäume, Baumschutzsatzung” betitelt. Eigentlich hätte der Titel noch mit zwei weiteren B’s ergänzt werden können: “Bürgerinitiative und Bastionskronenpfad”.

Was als Plädoyer pro BUGA gedacht war, entwickelte sich bei einigen Rednern aber zu einer Art “Abrechnung” mit der BI. Obwohl die BI sich nie zur BUGA als Ganzes geäußert hat, wurden wir direkt oder zwischen den Zeilen von einigen Rednern als BUGA-Gegner dargestellt.

Es gab mal wieder die Darstellung, die BI würde sich mit Maximalpositionen jedem Kompromiss verweigern. Wir können es nur wiederholen: Baut die östliche Brücke zur Bastion Martin und bindet die Festwiese über den Bestandsweg östlich des Wäldchens an.

Das ist ein Kompromiss. Ein guter! Dadurch wird das Wäldchen geschont. Die Petersbergbesucher können den Ausblick von der Bastion Martin genießen. Der Weg zur Festwiese ist auch bei dieser Variante barrierefrei. Und das Beste: durch den gesparten Eigenanteil für den Bau einer zweiten Brücke und des Hochwegs ist auch noch das Geld übrig, mit dem das Wäldchen – nachdem es jahrzehntelang vernachlässigt wurde – die längst überfälligen Pflegemaßnahmen erhalten kann!

Der Antrag der Grünen, keine Baumfällungen zuzulassen, bis das Verfahren gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens abgeschlossen ist, wurde leider abgelehnt – wie gesagt: Bäume sind wichtig, Beton ist wichtiger.

Herr Warweg (SPD) redete die Bebauung des Wäldchen schön mit der Begründung: “Die biologische Wertigkeit der Natur im GLB ist nicht hoch”. Eine Leserin in der TLZ hatte den Kern seiner Aussage noch bildhafter formuliert: “Das Gestrüpp muss weg!”

Hallo Herr Warweg, hallo Frau J. aus E. – das ist nicht das Wesentliche! Das Wäldchen hat den Status “Geschützter Landschaftsbestandteil” (GLB) nicht bekommen, weil es besondere Flora oder Fauna enthält. Es hat ihn bekommen, weil es das EINZIGE in der Innenstadt ist! Aber davon sollen nun laut Aussage der unteren Naturschutzbehörde 25% überbaut werden – 20% für den Baumkronenpfad und 5% für die erste Brücke.

Was in Erfurt wichtig ist und was dann doch eher verzichtbar, wird auch in der Antwort auf die Anfrage von Herrn Stassny (Freie Wähler) klar. Der fragte, warum im Nordpark auf den großen vertrocknet-braunen Rasenflächen keine weiteren Bäume gepflanzt werden sollen. Die fast schon erschütternde Antwort der Stadtverwaltung darauf lautet: Weil der Park unter Denkmalschutz steht und die Planung neuer Bäume sich dem unterordnen muss.

Es gibt noch viel zu tun! Wir sind dankbar dafür, dass ihr uns so grandios unterstützt. Lasst bitte nicht nach.

Unsere Klageschrift gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens ist fast fertig. Nächste Woche finden dazu die letzten Beratungen statt. Wir bleiben dran!

Weitere Mitstreiter und natürlich auch Spenden sind jederzeit herzlich willkommen:

www.baumstark-erfurt.de/mitmachen

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