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Motto “Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur”
Eröffnung im Straßenbahndepot Kappel Zwickauer Straße 164, 10.30 Uhr

Chemnitz. Am Sonntag, dem 8. September, findet der bundesweite Tag des offenen Denkmals unter dem Motto “Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur” statt. Mit diesem Motto wird der Bogen zum Jubiläumsjahr “100 Jahre Bauhaus” geschlagen. Baubürgermeister Michael Stötzer eröffnet 10.30 Uhr gemeinsam mit Claudia Großkopf, Vorsitzende des Vereins der Straßenbahnfreunde e.V. und Thomas Morgenstern von der Denkmalschutzbehörde der Stadt im Straßenbahndepot Kappel, Zwickauer Straße 164.

Mehrere bedeutende Denkmäler haben an diesem Tag für die Chemnitzerinnen und Chemnitzer sowie für Gäste geöffnet. Neben dem Straßenbahndepot Kappel laden u.a die Wanderer-Werke auf der Zwickauer Straße, das Stadtbad Chemnitz, die ehemaligen Astra-Werke auf der Altchemnitzer Straße, das ehemalige RAW, Emilienstraße, die ehemalige Oberpostdirektion auf der Reichsstraße und die Mühle Schmidt-Rottluff auf der Limbacher Straße 380 zu einem Besuch ein. In Führungen wird das Viadukt an der Annaberger Straße vorgestellt, das Wohnhaus des Chemnitzer Architekten Max Werner Feistel am Kesselgarten gezeigt und das Technikmuseum Stellwerke II und III mit Seilablaufanlage in Hilbersdorf geöffnet.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm im Anhang oder auf www.chemnitz.de/denkmaltag. Bitte beachten Sie, dass für einige Führungen eine Voranmeldung nötig ist.


Das Bauhaus steht mit seinen ideellen und ästhetischen Ansprüchen als wichtiger Begleiter der Moderne in der Architektur und vor allem für den Umbruch. In Chemnitz finden sich herausragende Bauten der Neuen Sachlichkeit, geprägt vom Einfluss des Bauhauses. Zum Denkmaltag werden z.B. das Stadtbad und die Villa Feistel am Kesselgarten vorgestellt.

Aber Umbrüche in der Architektur gab es nicht nur zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In jeder Epoche oder Gesellschaft wurden Vorstellungen geändert, der technische Fortschritt brachte immer neue Ideen und praktische Umsetzungen. Die Chemnitzer Denkmallandschaft hat viele Zeitzeugen vergangener gesellschaftlicher, kultureller und politischer Epochen, die am Tag des offenen Denkmals entdeckt werden können.

Beschreibung der am Denkmaltag in Chemnitz geöffneten Kulturdenkmäler:
Straßenbahndepot Kappel, Zwickauer Straße 164

Die erste Straßenbahnlinie führte vom Hauptbahnhof zur Nikolai-Brücke (heute: Falkeplatz) und weiter nach Kappel, wo das Hauptdepot eingerichtet wurde. Bis 1910 wird im Hauptdepot Kappel die noch heute als Museum erhaltene achtgleisige Fahrzeughalle erbaut. Weitere Betriebshöfe werden in der Folgezeit in Altendorf, Altchemnitz und am nördlichen Sonnenberg errichtet. Der Gesamtkomplex des Straßenbahndepots und Betriebshofes Kappel wurde 2009 nahezu vollständig unter Denkmalschutz gestellt, nachdem die große Fahrzeughalle und neun Trieb- und Anhängefahrzeuge bereits seit 1980 unter Denkmalschutz standen. Viele der heute zumeist leer stehenden Gebäude und Anlagen sind mit der Entwicklungsgeschichte der Chemnitzer Straßenbahn eng verbunden. Der Verein der Straßenbahnfreunde Chemnitz e.V. plant in den nächsten Jahren weitere Gebäude für die Restaurierung und Ausstellung historischer Straßenbahnen und Autobusse baulich zu sichern und zu nutzen. Ab 11.30 Uhr Führungen halbstündlich durch das Objekt durch den Verein
Straßenbahnfreunde e.V., Fahrten mit der Schmalspurbahn, Imbiss und Getränke, 14 Uhr „800 Jahre Stadtgespräch – zur Geschichte von Chemnitz“ , dargestellt vom Verein der Gästeführer Chemnitz.

Wanderer-Werke, Zwickauer Straße 221
Das Hauptgebäude der Wanderer-Werke mit dem markanten Fabrikturm wurde 1912 bis 1917 nach Plänen des Chemnitzer Architekturbüros Zapp & Basarke errichtet. Zeitgleich entstand dahinter nach Entwürfen des gleichen Architekturbüros das neue Kessel- und Maschinenhaus mit hohem Schornstein. Da die Wanderer-Werke auch für die Rüstungsproduktion im Ersten Weltkrieg arbeiteten konnte dieser kolossale Bau auch in Kriegszeiten weitergeführt und fertiggestellt werden. Der riesige Baukomplex umfasst zwei Innenhöfe und zählt zu den frühen Stahlbetonbauten in Chemnitz – als ein Hauptwerk der Industriearchitektur des frühen 20. Jahrhunderts. In DDR-Zeiten als VEB Industriewerke firmierend, erfolgte Anfang der 1990er Jahre die Einstellung der Produktion. Anfangs befasste sich die Treuhandanstalt noch mit eigenen Nachnutzungskonzepten (Bsp. Wirkbau). Diese wurden jedoch bald aufgegeben und es erfolgte in einer Immobilienauktion der Verkauf. Der gegenwärtige Privateigentümer ist nach einigen Jahren Stillstand und Verfall nunmehr um eine Nachnutzung bemüht und ließ das Gebäude sichern.
11 bis 17 Uhr Objektbesichtigung und Führungen, Nachnutzungsvisionen
Architekt Wolfgang Keilholz; Frank Trappe
11.30 Uhr Informationen von Michael Stötzer, Baubürgermeister und Thomas Morgenstern, Denkmalschutzbehörde

Stadtbad Chemnitz, Mühlenstraße 27
Das Stadtbad ist ein hervorragendes Denkmal der sachlichen Architektur des Neuen Bauens der 1920er Jahre. Nach seiner Eröffnung gehörte es zur damaligen Zeit zu den größten Hallenbädern Europas. Auf dem Standort der abgebrochenen Werkzeugmaschinenfabrik des Johann von Zimmermann beschloss der Stadtrat 1928 die Planung und Errichtung eines großen Hallenschwimmbades. So entstand eines der prominentesten Bauwerke der Neuen Sachlichkeit in Chemnitz, geplant vom Hochbauamt der Stadt unter Leitung von Stadtbaurat Fred Otto und ausgeführt unter der Oberbauleitung von Stadtbaudirektor Max Neumann. Das Gebäudeensemble ist gekennzeichnet durch die geschickte Anordnung kubistischer Baukörper, deren Größe von der inneren Funktion abhängig ist. Bekrönt wird der Komplex durch ein quadratisch gerastertes Hallenoberlicht über der 50-Meter-Halle. Die Schwimmbadanlage umfasst noch die 25-Meter-Halle, Wannen-und Brausebäderabteilungen, Schwitzbäder, und das zentrale Foyer mit breitem Treppenaufgang.

10 Uhr Führung zur Technik des Stadtbades durch Mitarbeiter des Sportamtes (Voranmeldung erforderlich unter 0371 488-5248 / Kasse Stadtbad)
14 Uhr Führung zur Architektur und Baugeschichte, Bettina Schülke, Denkmalschutzbehörde

Ehemalige Astra-Werke, Altchemnitzer Straße 41
Zu Jahresbeginn 1928 beauftragte der ASTRA-Konzern den Chemnitzer Architekten Willy Schönefeld mit der Planung des neuen Betriebsgebäudes in Altchemnitz. Schönefeld hatte 1923 das Camman-Hochhaus noch im Art Deco gestaltet, während er das neue Astra-Werk konsequent in Formen der Neuen Sachlichkeit mit tiefgestaffelter kubistischer Baugliederung und Bandfassade konzipierte. Eine symbolische Schreib-/ Addiermaschinentaste – als Wahrzeichen des Unternehmens – bildet den vertikalen Kontrast zur lagerhaften, horizontalen Fassade. Bereits im Herbst 1928 begann der Bau, der 1929 fertiggestellt war. In DDR-Zeiten gehörte der Betrieb zum ASCOTA-Buchungsmaschinenwerk. Nach der 1992 erfolgten Einstellung der Produktion kam es zum Verkauf durch die Treuhandanstalt. Der neue Eigentümer ließ dann das Industriedenkmal zum Verwaltungsgebäude für das RP Chemnitz umbauen (heute Landesdirektion Sachsen). Die Umbauplanung erstellte das Architekturbüro Punkt, Berlin.
Der heutige Nutzer, die Landesdirektion Chemnitz, bietet Objektführungen stündlich von 10 bis 13 Uhr durch Gästeführerin Edeltraud Höfer an.

Ehemaliges RAW, Emilienstraße 45
Das frühere Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) kann eine 150jährige Geschichte vorweisen. 1869 war der Baubeginn des Werkstättenbahnhofes Chemnitz als Hauptwerkstatt der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn. Die ersten weitgespannten Hallentragwerke von Lok-und Wagenwerkstätten wurden anfangs in Holz später in Gusseisen und Stahl ausgeführt.

Nach der teilweisen Zerstörung der Wagenwerkstatt 1915 durch einen Brand erfolgte der Neuaufbau in einer imposanten Stahlbetonkonstruktion. Mit der 1920 erfolgten Gründung der Deutschen Reichsbahn wurde das Bahnbetriebswerk weiter ausgebaut und ab 1924 als RAW Chemnitz bezeichnet – 1951 noch mit dem Beinamen „Wilhelm Pieck“ versehen. 1992 konnte die 10.000ste instandgesetzte Diesellok übergeben werden. Die DB AG verfügte dann die Schließung des Werkes Chemnitz Ende 2003. Seit 2010 erfolgte die Übernahme der nicht genutzten Hallen und Flächen durch die „Birkus Immobilien GmbH“ und es begann der Umbau zu einem modernen Gewerbepark. Nach aufwendiger Sanierung in den letzten Jahren entstand in der historischen Wagenhalle das Fahrzeug- und Technologiezentrum (FTZ) der DB Regio.

Führungen 11 und 13 Uhr durch Frank Birkner, Geschäftsführer BIRKUS, Michael Raps, Mitarbeiter BIRKUS, Claus Werner, Leiter Fahrzeug-und Technologiezentrum FTZ, Cathrin Fuchs, Denkmalschutzbehörde (Voranmeldung bis 6.9.19 unter 0371 488-6351 erforderlich)

Ehemalige Oberpostdirektion, Reichsstraße 11
Das Gebäude der ehemaligen Oberpostdirektion am Stephansplatz/Ecke Reichsstraße entstand 1902 bis 1904 nach Plänen des Berliner Regierungsbaumeisters Deez und Postrat Schmetting. Bildhauer Georg Müller und Steinmetz-Obermeister Ernst Morgenstern fertigten den plastischen Schmuck des Gebäudes. Der Rat der Stadt stellte 6.500 Quadratmeter Baugrund für das Reichsbauvorhaben kostenfrei zur Verfügung. Das repräsentative Reichspostgebäude umschloss mit fünf Flügeln einen Innenhof (Atrium). Die roten Klinkerfassaden über hohem Sandsteinsockel werden durch hohe Ziergiebel in neogotischen Formen geprägt. Die Hauptstirnseiten und die Eingänge sind mit reichen bildhauerischen Schmuckelementen verziert. Bei den Bombenangriffen im März 1945 wurden der Nordflügel sowie Teile des steilaufragenden Daches und Ziergiebels an der Reichsstraße zerstört. Im Inneren des Gebäudes sind noch einige originale Befunde erhalten, die restauriert werden.
Nach langem Leerstand erfolgt seit dem Jahre 2018 der Umbau zu einer Seniorenwohnanlage.
Objektführungen 11 und 13 Uhr durch Dr. Peter Fürl, Bauleiter und Ingrid Schönherr, Denkmalschutzbehörde Stadt Chemnitz

Mühle Schmidt-Rottluff, Limbacher Straße 380
1883 erwirbt der aus Lichtenwalde kommende Mühlenwerksführer Friedrich August Schmidt das seit 1548 belegte Mühlengrundstück in Rottluff. Hier wird am 1. Dezember 1884 der erste Sohn Karl geboren. Nachdem die alte Mühle 1892 durch Brand vernichtet worden war, ließ der Besitzer F. A. Schmidt 1893 bis 1894 ein neues Mühlengebäude mit Wohnräumen für die Müller-Familie im rechten Hausteil erbauen. 1913 erfolgt der Verkauf der Mühle mit Grundstück durch F.A. Schmidt aus gesundheitlichen Gründen an Paul Kaden, einem Schwager von Bäckereibesitzer Emil Reimann. Dieser betreibt die Mühle weiter. Aus dem Verkaufserlös lässt sich Familie Schmidt ein neues Wohnhaus im Landhaus-Stil auf ausgegliederten Grundstück etwas oberhalb der Mühle erbauen – heute: Limbacher Straße 382. Das Ensemble besteht somit aus den zwei Elternhäusern des Künstlers Karl Schmidt-Rottluff, den weltweit bedeutenden expressionistischen Maler und Grafiker. In DDR-Zeiten wurde in der Mühle Kraftfutter geschrotet. Nach langem Leerstand übte die Stadt 2007 das Vorkaufsrecht für das denkmalgeschützte Objekt aus. Fassaden, Decken und das Dach konnten 2010 aus Mitteln des Konjunkturpaketes II saniert werden. Große Teile der Mühlentechnik sind erhalten und werden gegenwärtig restauriert. Ende 2014 erfolgte die Gründung des Fördervereins Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz e.V. mit der Zielsetzung der schrittweisen Innensanierung der Wohnmühle und deren öffentliche Nutzung als kulturelle Begegnungs-, Veranstaltungs- und Bildungsstätte.
Führungen 11 und 14 Uhr durch den Förderverein Karl Schmidt-Rottluff Chemnitz e.V.

Chemnitz Viadukt und Führungen entlang des Chemnitzer Bahnbogens
Im Bereich des Streckenabschnitts der DB Netze von Chemnitz Hauptbahnhof bis Kappel sind die Bahnhofsgebäude, Teile der Bahnsteigüberdachungen, Bahnbrücken mit Böschungen und Einfriedungsmauern als Kulturdenkmale erfasst und bilden eine geschützte Sachgesamtheit gemäß Sächsischem Denkmalschutzgesetz. Das Hauptgebäude des Südbahnhofes wurde vor Jahren von der DB AG verkauft und wird durch die heutigen Eigentümer in der neuen Nutzung als „Kulturbahnhof“ ausgebaut. Der Gebäudeteil unter der Hauptstrecke an der Südbahnstraße befindet sich noch im Eigentum der DB AG und soll mit Beton verfüllt und die Brücke über die Reichenhainer Straße komplett erneuert werden, der Haltepunkt Chemnitz-Mitte wird vor dem alten Nikolai-Bahnhof verlagert. Die DB Netze eröffnet am gleichen Tag ein Infozentrum im Industriedenkmal Fabrikgebäude Lothringer Straße 11. Von 10 bis 17 Uhr gibt es hier Informationen zum aktuellen Stand der Planungen, zur Viadukt- und Streckensanierung durch die DB Netze. Dabei steht das Viadukt an der Annaberger Straße als ein stadtbildprägendes Verkehrsbauwerk und markantes Zeugnis der Eisenbahngeschichte im besonderen Fokus. Es wird am Denkmaltag im Rahmen von Führungen nach Bedarf näher vorgestellt.
11 bis 17 Uhr Beckerstraße am Bahnviadukt, Viadukt e.V. Ausstellung: “Warum sich Kämpfen lohnt”: der Verein wird den Kampf um das alte Viadukt darstellen
10 bis 17 Uhr Infozentrum der DB Netze, Lothringer Straße 11 sowie Führungen entlang des Bahnbogens durch den Viadukt e. V. und DB Netze sowie „Ideen für das Umfeld gesucht – die Chemnitzer sind gefragt“ Viadukt e.V.

Wohnhaus Feistel Kesselgarten 3
1929 plante und errichtete der Chemnitzer Architekt Max Werner Feistel am Kesselgarten auf dem Schlossberg sein eigenes Wohnhaus mit Garagenanbau und Atelier in klaren kubistischen Formen der Neuen Sachlichkeit. Das Stahlskeletthaus mit dreischaliger Außenwandkonstruktion wurde in einer kurzen Bauzeit von nur drei Monaten errichtet. Max W. Feistel – als konsequentester Vertreter der Moderne in Chemnitz – wollte damit ein Beispiel für das industriell vorgefertigte Bauen in Zeiten von Wohnraumknappheit geben. Es zählt zu den markantesten Wohngebäuden in Formen des Neuen Bauens in Sachsen. Die heutigen Eigentümer und Bewohner haben sich über Jahre um die denkmalgerechte Restaurierung des Gebäudes bemüht. Derzeit werden 60 x 60 cm große Platten der Fassadenverkleidung nach originalem Vorbild angebracht, gefördert im Denkmalpflege-Sonderprogramm.

Führungen: 13.30 und 15 Uhr durch die Eigentümer Maria und Jörg Löser, sowie Thomas Morgenstern, Denkmalschutzbehörde (Voranmeldung bis 6.9.19 unter 0371 488-6351 erforderlich)

Limbacher Straße 35, Villa und Fabrik
Die Villa wurde um 1868 für Reinhold Philipp aus Chemnitz in Neorenaissanceformen errichtet. Später wurde die Villa vom Kaufmann Otto Bergter erworben. Er ließ 1908 hinter der Villa von den Architekten Claus & Philipp eine neue Wäschefabrik errichten. Diese Wäschefabrik ist eine Eisenbeton-Konstruktion, die mit roten Klinkern verkleidet ist. Die großen Fensteranlagen, straffe Lisenengliederung, Zierelemente im Traufbereich und grün glasierten Keramikplatten auf den Fensterbänken sorgen für eine anspruchsvolle aber auch filigrane Fassadengestaltung.
Den krönenden Abschluss des Fabrikgebäudes bildet ein separates Treppenhaus, das sich mit einem neogotischen Ziergiebel hervorhebt. 1922 erweitert Otto Bergter die Villa durch einen dreigeschossigen Wintergarten an der Ostfassade. Das Innere ist sehr anspruchsvoll gestaltet, insbesondere in der Eingangsvorhalle und im Treppenhaus, mit reichen Wand- und Deckenmalereien, die im Rahmen der Sanierung 2018 bis 2019 aufwendig restauriert wurden.
Diese Maßnahme wurde mit Denkmalfördermittel des Freistaats Sachsen unterstützt.
14 Uhr Objektführung zur Innenraumrestaurierung, Daniel Kempton, Denkmalschutzbehörde (Voranmeldung bis 6.9.19 unter 0371 488-6351 erforderlich)

Rembrandtstraße 41, Mietshaus
Das lange Zeit dem Verfall preisgegebene gründerzeitliche Mietwohnhaus ist in den letzten zwei Jahren saniert und wieder einer Nutzung als Wohnhaus zugeführt worden. Im Inneren wurden dabei historische Befunde von prägenden Raumfassungen freigelegt und dokumentiert.
Von den nachweisbaren vier Befunden aus verschiedenen Epochen wurde die Fassung des Art Deco als seltene Treppenhausfassung in Chemnitz restauratorisch erhalten und denkmalgerecht wieder hergestellt.
In einer Führung um 14 Uhr wird die Innenraumrestaurierung durch die Restauratorin Katharina Leubner erläutert, begleitet von Uwe Göhler, den verantwortlichen Bauleiter für das Gebäude.

Bauten der Moderne auf dem Kaßberg an der Hoffmannstraße
Das vor allem durch seine Vielzahl an Wohngebäuden in Historismus- und Jugendstilformen bekannte Chemnitzer Wohnviertel „Kaßberg“ wurde in der Zeit der Weimarer Republik auch in einigen Bereichen durch Wohnbauten de Moderne ergänzt. Neben dem „Helenenhof“ von Jänichen & Puschmann und Wohnblöcken an der Walter-Oertel-Straße sind an der Hoffmannstraße Ende der 1920er Jahre markante sachliche-moderne Gebäude entstanden.
Das freistehende Haubold-Haus (im Volksmund auch „Amerikahaus“) Hoffmannstraße 45 von Architekt Max W. Feistel nimmt dabei eine besondere Stellung ein, des weiterem dessen Reihen-Mietswohnhaus Hoffmannstraße 52 und ebenso Hoffmannstraße 28 von Architekt Wilhelm Sievers.
14 Uhr Führung zu Hoffmannstraße 28, 45 und 52 durch Grit Linke, Gästeführerin, Treffpunkt Hoffmannstraße 45

Technikmuseum Stellwerke II und III mit Seilablaufanlage, Hilbersdorf
Die Seilablaufanlage mit Stellwerken wurde 1930 erbaut zur Auflösung von Güterzügen unter Einbeziehung der natürlichen Gegebenheiten des „Seilablaufberges“. Die Anlage wurde durch den Verein „Eisenbahnfreunde Richard Hartmann“ e.V. ab 2010, nach vorherigem Rückbau durch die DB AG, wieder in ihren Hauptelementen saniert und rekonstruiert. Mit dem Befehlsstellwerk 3, Maschinenhaus, Spannwerk, Leonardsatz und Demo-Modell, kann heute die Technologie der Auflösung von Güterzügen ohne Lokomotive demonstriert und vermittelt werden. Auch zum diesjährigen Denkmaltag bietet der seit Jahren engagierte Verein wieder Führungen in den Stellwerken sowie zur Geschichte und Funktion der Seilablaufanlage auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofes an. Neu hinzu kommt der inzwischen ebenfalls sanierte und zukünftig als Entree umgenutzte Güterschuppen nahe der Frankenberger Straße.
Der Verein „Eisenbahnfreunde Richard Hartmann“ wurde für sein besonderes denkmalpflegerisches Engagement 2014 mit dem Sonderpreis des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz ausgezeichnet.
10 bis 15 Uhr Führungen stündlich nach Bedarf, Fahrten mit dem Maschinenhausexpress, Besichtigung Stellwerke, sanierter Güterschuppen;
11 Uhr historischer Wagenablauf; Förderverein „Eisenbahnfreunde Richard Hartmann“

Geöffnete Kirchen und Friedhöfe zum Tag des offenen Denkmals
Schloßkirche und Schloßbergmuseum, Schloßberg 11 und 12
Das ehemalige Benediktinerkloster, später sächsisches Amtsschloss und heute Schloßbergmuseum mit dem ursprünglichen Klausurgebäude und Resten des Kreuzganges sowie die ursprüngliche Kloster-bzw. Schloßkirche St. Maria bilden eine untrennbare Einheit.
Die mittelalterlichen Reste des Kreuzganges sind noch am besten erhalten im östlichen Flügel, die Umgestaltung der Renaissance ist am südlichen Klausurgebäude gut ablesbar. Die ursprünglichen Klosterkeller sowie Teile der Umfassungsmauer mit hohem Torbogen an der Salzstraße sind ebenso erhalten, wie die hohen Substruktionen südöstlich zur Stadt hin. Die spätgotische Hallenkirche mit romanischen Baubefunden aus der Frühzeit der Klosterkirche, zählt zu den wertvollsten Kulturdenkmalen der Stadt. Neben den steinernen Zeugnissen der Romanischen Kapelle, den Schlingrippengewölbe und dem Nordportal sind die hölzernen Kunstwerke wie Hochaltar und Geißelsäule hochwertige Ausstattungen. In denJahren 2006 bis 2010 erhielt die Schloßkirche eine neue symphonisch-romantische Orgel von der Firma Orgelbau Vleugels. 2016 bis 2017 erfolgte eine aufwendige steinrestauratorische Sanierung der Nordfassade aus Porphyrtuff. Diese wird im Bereich des Chores und der Westfassade in den nächsten Jahren fortgesetzt.

Geöffnet ist am Denkmaltag von 14 bis 17 Uhr; Angebote für Kinder
14 und 16 Uhr Führungen durch Kirche und Teile des Klosters durch Gabriele Führer, Pfarrerin, Dr. Stefan Thiele, Schloßbergmuseum;
17 Uhr findet das offiziell Abschlusskonzert des Denkmaltages unter dem Motto „Moderne: Umbrüche in Kunst und Architektur – und MUSIK“ mit KMD Siegfried Petri (Orgel), Sabine Petri (Blockflöten) statt.

Stiftskirche Chemnitz-Ebersdorf, Mittweidaer Straße 79
Die Stiftskirche Ebersdorf bildet mit Marienkapelle, den zwei Wehrtürmen und Resten der Ringmauer ein hervorragendes Ensemble der Spätgotik, errichtet auf den romanischen Grundmauern eines Vorgängerbaus. Weitere Bedeutung erhielt das Gotteshaus als Marien- Wallfahrtskirche ab Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Stiftskirche ist ebenso von imposanter städtebaulicher Bedeutung in ihrer zentralen Stellung im Dorfbild von Ebersdorf. Von der wertvollen Innenausstattung sind noch viele bedeutsame Einzelkunstwerke der Gotik im Kirchenraum erhalten. Darunter auch der spätgotische Marienaltar mit Passionsbildern von Hans Hesse und die Pulthalterfiguren von Meister H.W. Von besonderer kulturhistorischer Bedeutung sind auch die fragmentarisch erhaltenen gotischen Fresken in der freistehenden Marienkapelle, wie auch in der nordöstlich der Kirche angebauten Sakristei (bisher um 1420 datiert). Letztere wurden 2015-17 nach gründlichen Analysen durch die Kunsthochschule Dresden, durch Dipl.-Restaurator Martin Fliedtner restauriert, wie auch der gesamte Gewölberaum der Sakristei. Die Steinsanierung der Kirchenfassaden ab 2020 wird die nächste große Bauaufgabe an der Stiftskirche sein.

Kirchenführungen am Denkmaltag von 14 bis 16 Uhr
15 Uhr Erläuterung der Passionsbilder des Hesse-Altars durch Pfarrer i.R. Horst Oertel
16.30 Uhr Konzert „Von Renaissance bis Moderne“ Magdalena Schmutzler, Harfe
Stadtkirche St. Jakobi, Jakobikirchplatz 1
Die Kirche St. Jakobi hinter dem Rathaus zählt neben der Schloßkirche und der Stiftskirche Ebersdorf zu den kulturhistorisch wertvollsten Kirchen in Chemnitz. Sie war Markt-und Stadtkirche für die Bürger der mittelalterlichen Stadt. Das heutige Kirchengebäude hatte einen romanischen Vorgängerbau aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts. An Stelle der ersten romanischen Saalkirche entstand zwischen 1350 und 1365 eine dreischiffige gotische Hallenkirche mit einer Ausdehnung von fünf Jochen. Den Abschluss der mittelalterlichen Bautätigkeit an St. Jakobi bildete die Anfügung des großartigen Chores zwischen 1405 und 1412. In nachfolgenden Epochen erfuhr St. Jakobi gestalterische Veränderungen, die noch heute an den Fassaden erkennbar sind. Nach schweren Kriegszerstörungen 1945 konnte die Kirche bis heute wieder in originalen Formen rekonstruiert und restauriert werden. Im Mittelpunkt des Chores steht der spätgotische Flügelaltar aus der Johanniskirche, dessen geschnitzte Teile um 1504 von Peter Breuer und die Flügelgemälde von Hans Hesse geschaffen wurden. Im vorigen Jahr konnte der restaurierte Altar mit dem künstlerisch gestalteten neuen stelenartigen Trägerelement wieder geweiht werden.

Kirchenführung am Tag des offenen Denkmals: 13.30 Uhr, Treffpunkt vor Eingangsportal Friedhof St. Nikolai und St. Nikolaikirche, Michaelstraße 15
Der Nikolaifriedhof bildet mit der parkartigen Friedhofsanlage, dem Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges (1922) und wertvollen Grabstätten von bedeutenden Chemnitzer Persönlichkeiten sowie der stattlichen Friedhofskapelle eine denkmalgeschützte Sachgesamtheit. Heute nutzt die Kirchgemeinde St.-Nikolai-Thomas die ehemalige Kapelle seit 1999 als geweihte Kirche, da die einstige große Nikolaikirche von 1888 im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt wurde und danach abgetragen werden musste. Die Nikolaikapelle wurde in Formen der norddeutschen Backsteingotik 1891 bis 1892 nach Plänen des Dresdner Architekten Schramm erbaut. Sowohl bei einem Fachvortrag, als auch bei der anschließenden Friedhofsführung können Interessierte am Beispiel mehrerer alter Industriellen- und Familiengrabstätten nachvollziehen, wie sich finanzieller Wohlstand auch auf die Gestaltung der letzten Ruhestätte auswirkte. Ebenso sind Grabstätten berühmter Chemnitzer Künstler und Politiker hier zu entdecken.

14.30 Uhr Vortrag und Friedhofsführung St. Nikolaikirche, Michaelstraße 15
17 Uhr Konzert Violine Solo mit Prof. Michael Grube
Evangelisch-methodistische Friedenskirche, Kaßbergstraße 30

Bereits 1879 wurde die evangelisch-methodistische Gemeinde in Chemnitz gegründet. 15 Jahre später konnte die stark wachsende Gemeinde dann ihr eigenes Kirchgebäude einweihen. Nach Plänen des Chemnitzer Architekten Bieber entstand der eigenwillige neogotische Kirchenbau in Anlehnung an Formen der norddeutschen Backsteingotik, akzentuiert durch reichen mehrfarbigen Fassadenschmuck, drei Spitzgiebel am Kopfbau und bekrönt durch einen Dachreiter (25 Meter hoch) mit sehr spitzer Turmhaube. Bei dem verheerenden Luftangriff im März 1945 wurde die Friedenskirche nach einem Bombentreffer vor der Zerstörung bewahrt.
Die Fliegerbombe blieb als Blindgänger im Keller liegen. Die Chemnitzer Friedenskirche hat die bauliche Besonderheit, dass sich der Kirchensaal mit fast 700 Plätzen im Obergeschoss befindet. 2009 bis 2010 erfolgte der Anbau eines gläsernen Lifts für den barrierefreien Zugang des Gottesdienstsaales, da innen die Räumlichkeiten dazu nicht ausreichend vorhanden waren.
Kirchenführungen 12 bis 16 Uhr stündlich, Nachbarschaftsfest, Musik, Imbiss und .Getränke

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