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Tarifeinigung zwischen ver.di, GEW und dem AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V.

Erfurt. Am gestrigen Tag einigten sich die Gewerkschaften ver.di, GEW und der AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V. im Rahmen der Ausgestaltung einer neuen gesamttarifvertraglichen Regelung auf einen ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung der Einkommen der Beschäftigten.

Zukünftig werden die Beschäftigten auf Grundlage des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) vergütet. Durch die Überleitung werden im Einzelfall Einkommensverbesserungen von bis zu 24% und darüber hinaus erreicht. In den Überleitungsjahren 2020 und 2021 erhalten die Beschäftigten je nach Beschäftigtengruppe mindestens einen Zugewinn von 6% in Helfertätigkeiten bzw. 10% in den Bereichen Pflege, Erziehung und Soziale Arbeit. Langjährig Beschäftigte profitieren in der Überleitung von verkürzten Stufenlaufzeiten. Durch die Änderung der Einkommensstruktur werden vor allem auch die unteren Entgeltgruppen erheblich profitieren.

Weitere Eckdaten sind die tarifliche Verankerung des Urlaubsanspruches auf 30 Tage und als ersten entlastenden Schritt in den Pflegeberufen, der Anspruch auf 4 Tage Wechselschichturlaub im Jahr.

Auszubildende und Anerkennungspraktikanten erhalten künftig ebenfalls Vergütungen auf Grundlage des TVÖD. Hinzu kommt für alle Beschäftigten der Anspruch auf eine Jahressonderzahlung im Jahr 2020 von 55% und 2021 von 60% des durchschnittlichen Tabellenentgeltes.

Für die Lehrkräfte der Freien Ganztagsschule Schule LEONARDO in Jena gilt zukünftig, wie in den staatlichen Schulen, der Tarifvertrag der Länder. Sie werden nach dessen Entgeltordnung eingruppiert und erhalten dynamisch 90 Prozent der Tabellenentgelte. Um die Attraktivität der freien Schule als Arbeitgeber zu erhöhen, werden zudem die Pflichtstundenzahlen der Lehrerinnen und Lehrer ab dem Schuljahr 2020/2021 um jeweils eine Stunde bei vollem Lohnausgleich reduziert.

„Damit ist es gelungen, die freie Schule im Wettbewerb um die besten Köpfe gut aufzustellen. Tariflohn und weniger Pflichtstunden sind nun neben dem innovativen Konzept der Schule die Faktoren, um Lehrkräfte zu werben und zu binden“, so Nadine Hübener, Verhandlungsführerin der GEW.

„Insgesamt ist das vorliegende Zwischenergebnis ein gutes Ergebnis, dass vor allem Eines erreicht. Eine deutliche Verbesserung der Einkommenssituation für die Beschäftigten, die die Leistung und die damit oft verbundenen Belastungen anerkennt“ so Thomas Mühlenberg, Verhandlungsführer von ver.di.

„Mit dem Ergebnis und der weiteren Perspektive bringen wir als starker und werteorientierter Sozialverband und Arbeitgeber in Thüringen, den Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen die verdiente Wertschätzung entgegen und übernehmen gemeinsam Verantwortung für unsere Zukunft.“, so Frank Albrecht, Vorsitzender des AWO Regionalverbandes. „Dabei wissen wir um die damit verbundenen

Herausforderungen und freuen uns über den Zuspruch und die Unterstützung unserer Partner auf diesem Weg.“

Die Verhandlungen werden im Herbst fortgeführt, um dann den Komplex manteltariflicher Regelungen (Arbeitszeit, Entgeltfortzahlung bei Krankheit etc.) zu vereinbaren.

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Gemeinsame Pressemitteilung

V.i.S.d.P.:
Oliver Greie
ver.di-Landesbezirksleiter für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen


Die vorbenannten Regelungen gelten ausschließlich für den AWO Regionalverband Mitte-West-Thüringen e.V., der nach seinem Austritt aus dem Arbeitgeberverband der AWO Thüringen, nicht mehr den DHV Tarifvertrag (Mitglied im christlichen Gewerkschaftsbund) anwendet.

„Das ist völlig in Ordnung und war ausdrücklich unser gemeinsames Ziel“, so Thomas Mühlenberg abschließend.

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