Thüringer Feuerwehren arbeiten mit Alarmierungssystem aus den 1990ern

Anzeige

Umstellung auf modernes Alarmsystem in Thüringen kommt nicht voran

Erfurt. In Thüringen müssen Feuerwehren noch Jahre mit einem veralteten Alarmierungssystem arbeiten. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen konnten sich Land und Kommunen bisher nicht auf ein einheitliches neues System einigen. Doch es gibt dringenden Modernisierungsbedarf. Denn für die derzeit eingesetzten Funkmeldeempfänger aus den neunziger Jahren gibt es keine Ersatzteile mehr und nur noch einen Hersteller, der die Geräte produziert. Laut dem Thüringer Feuerwehrverband muss für ein neues System auch das Antennennetz sowie die Sende- und Empfangsstellen neu aufgestellt werden.

Das Problem sei bekannt, teilte das Innenministerium auf Anfrage von MDR THÜRINGEN mit. Man habe die kommunalen Spitzenverbände vor anderthalb Jahren dazu aufgefordert, sich über ein neues Alarmierungssystem Gedanken zu machen, aber bislang keine Antwort erhalten. Zur Debatte stünden sowohl der Digitalfunk als auch die Alarmierung über Pocsag, bei dem digitale Signale auf einem analogen Funknetz gesendet werden. Staatssekretär Udo Götze bevorzugt ein einheitliches System via Pogsac für Thüringen. Das Pogsac-System würde nur 30 Millionen Euro kosten, sagte Götze MDR THÜRINGEN. Der Ausbau eines digitalen Netzes sei hingegen mit Kosten von etwa 60 Millionen Euro zu teuer.

Anzeige

Der Thüringer Landkreistag weist die Darstellung des Ministeriums zurück. Kommunen und Städte hätten sich bereits für ein einheitliches Alarmierungssystem ausgesprochen, teilte der Verband dem MDR mit. Dieses solle mit Unterstützung des Innenministeriums auf den Weg gebracht werden.

Das Ministerium hat mittlerweile ein Diskussionspapier mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Alarmierungssysteme erarbeitet. Nach MDR THÜRINGEN-Recherchen haben die Landkreise und kreisfreien Städte bis zum 9. August Zeit, sich dazu zu äußern.

Der Aufbau eines neuen Netzes zur Alarmierung in Thüringen würde mindestens sieben Jahre dauern. Kritiker befürchten, dass jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt als Aufgabenträger für die Alarmierung ihren eigenen Anbieter mit eigenem Netz auswählen könnten. So bestünde die Gefahr, dass sich die Feuerwehren landkreis- und städteübergreifend nicht mehr erreichen könnten.


Anzeige
Jürgen Popp (links) und Tobias Meyer vom Leibniz-IPHT wurden für Ihre Erfindungen mit der Goldmedaille der iENA 2019 ausgezeichnet. Sven Döring/ Leibniz-IPHT
Gold für zwei Diagnose-Innovationen aus dem Leibniz-IPHT: Für die schnelle Erkennung von Krebsgewebe und für ein spektroskopisches Verfahren für die ...
Weiterlesen …
Der neue Vorstand der Bürgerstiftung Jena (v. l. n. r.): Klaus Schindlbeck, Birgit Green, Ralf Stegmann, Dr. Barbara Albrethsen-Keck, Falko Gaudig
Am 27.11. wählte die Stifterversammlung der Bürgerstiftung Jena in Schillers Gartenhaus vier Vorstandsmitglieder. Falko Gaudig und Klaus Schindlbeck wurden für ...
Weiterlesen …
Freistaat Thüringen und soziokulturelles Wohnprojekt erzielen Einigung über Immobilie am „Inselplatz 9a“ in Jena In der Auseinandersetzung zwischen dem soziokulturellen ...
Weiterlesen …
Die Stadt Jena, namentlich der Kulturausschuss der Stadt, hat im Sommer einen Prozess begonnen, an dessen Endpunkt die existierende Jenaer ...
Weiterlesen …
Dr. Christian Müller, Finanzvorstand der ZEISS Gruppe, Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der ZEISS Gruppe und Jörg Nitschke, Pressesprecher der ZEISS Gruppe bei der Jahresabschluss-Pressekonferenz in Stuttgart (von rechts nach links)
Umsatz steigt um 11 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro – EBIT erstmals über 1 Milliarde Euro - Alle vier Sparten ...
Weiterlesen …

Anzeige