NABU Thüringen ist gegen Abschuss der Wölfin von Ohrdruf

Symbolfoto. Pixabay License
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Bauern und Weidetierhalter haben eine zentrale Verantwortung für den Natur- und Artenschutz

Jena. Der vom Thüringer Bauernverband beantragte Abschuss der Ohrdrufer Wölfin stößt beim NABU Thüringen auf starke Kritik. Der überzogene Antrag entzieht sich jeder fachlich fundierten Grundlage und sachlichen Einschätzung der Situation. Vielmehr muss sich der Bauernverband endlich seiner zentralen Verantwortung für den Natur- und Artenschutz bewusst werden.

Silvester Tamás, ein Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen, erklärt die Sicht des Naturschutzverbandes: „Die Jagd auf Wölfe ersetzt keinen Herdenschutz. Der nächste Wolf wird kommen und dann? Weder kann man die Ohrdrufer Wölfin mangels Beweisen alleine für die Rissvorfälle an Nutztieren in der Region verantwortlich machen, noch ist der dortige Herdenschutz ausreichend umgesetzt. Immer wieder beobachten wir in der Region schlecht geschützte Herden. Zäune sind defekt. Manchmal stehen die Schafe vor dem umgekippten Zaun. Hier braucht es noch deutlich mehr Aufmerksamkeit, denn sonst werden Schafe zur sprichwörtlich leichten Beute.“ Der Thüringer Bauernverband und die Nutztierhalter sollten ihre Verantwortung für den Artenschutz ernster nehmen und sich mehr für das Miteinander von Mensch und Natur einsetzen. Mit etwa 6,45 Milliarden Euro aus EU-Töpfen die jährlich an deutsche Landwirtinnen und Landwirte fließen sollte das kein Problem sein und Thüringen hat zudem noch die Schaf-Ziegen-Prämie für Weidetierhalter eingeführt.

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Der Bauernverband beklagt zudem gegenüber von MDR, dass bisher der Tierschutz-Aspekt in der Wolfs-Debatte zu kurz gekommen sei. In die Diskussion den Tierschutzaspekt mit einzubringen ist absurd. „Der Wolf folgt einfach seinem natürlichen Verhalten“, so Tamás.

In Deutschland sterben jährlich unzählige Tiere in Ställen wegen schlechter Haltungsbedingungen. Millionen von Kücken werden sinnlos geschreddert.

Ferkel werden ohne Betäubung kastriert. Dazu werden tausende Tonnen von Gülle aus den Massentierhaltungsställen auf die Felder in die Natur verklappt und belasten nach wie vor unser Trinkwasser enorm. Der Einsatz von sehr wahrscheinlich krebserregendem Unkrautvernichtungsmitteln, wie Glyphosat und von anderen hochkomplex wirkenden chemischen Ackergiften ist maßgeblich für den Massenschwund unserer Insekten verantwortlich. „Nicht der Wolf ist das Problem, sondern offenbar unser ganz spezielles menschliches Denken, alles nutzen und benutzen zu wollen. Wenn es dann nicht passt und wir wieder eine neue Art zum Sündenbock für unsere eigenen Fehler machen können, scheint es offenbar einfacher, nach Abschuss und Vertilgung dieser Arten zu rufen. Diese Sichtweise müssen wir endlich hinter uns lassen, sonst haben wir auch als Menschen bald keine guten Aussichten mehr. Es wird höchste Zeit, dass wir uns grundlegend neu mit der Natur arrangieren“, sagt Silvester Tamás.


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