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Berlin. Die Bundesregierung misst der Gender- und Geschlechterforschung eine große Bedeutung bei. Sie legt großen Wert auf die Einhaltung von Genderstandards in der von ihr geförderten oder beauftragten Forschung. Die Ergebnisse dieser Forschung werden der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und diese zum offenen Diskurs eingeladen. Das bedeutet, dass auch Forschungsfragen systematisch geschlechtsdifferenziert zu betrachten sind. Das betont die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/11752) auf die Kleine Anfrage von Bündnis90/ Die Grünen (19/11023).

Die Gender- und Geschlechterforschung liefere grundlegende Erkenntnisse, wie geschlechterbezogene Verzerrungseffekte bei der Konzipierung und Durchführung sowie der Überprüfung von Forschungsarbeiten erkannt und vermieden werden. Durch die konsequente Anwendung des Gender Mainstreaming-Ansatzes sei es möglich, den wissenschaftlichen Standards entsprechend geschlechterspezifische Erkenntnisse zu erhalten. Möglicherweise darauf Bezug nehmende oder darauf aufbauende politische Maßnahmen könnten so erforderlichenfalls geschlechtersensibel ausgestaltet werden.

Zudem betont die Bundesregierung, dass die von ihr eingesetzte Sachverständigenkommission zur Erarbeitung der Gleichstellungsberichte einmal pro Legislaturperiode dem Parlament vorzulegen sind und aufzeigen, in welchen Feldern die Experten gesellschaftspolitische Fortschritte zur Verwirklichung der Chancengerechtigkeit für Frauen für wichtig erachten. Auch werde die Bedeutung der Gender- beziehungsweise Geschlechterforschung auch im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD für die 19. Legislaturperiode abgebildet. Gender Mainstreaming sei zudem in § 2 “Gleichstellung von Frauen und Männern” der Gemeinsamen Geschäftsordnung der Bundesministerien (GGO) verankert, so dass die Gleichstellung als durchgängiges Leitprinzip bei allen politischen, normgebenden und verwaltenden Maßnahmen der Bundesministerien in ihren Bereichen gefördert werde.

Die Bundesregierung nennt mehrere gezielte Projektförderungen der Gender- beziehungsweise Geschlechterforschung, die auf Bundesebene im Förderbereich “Chancengerechtigkeit und Vielfalt in Wissenschaft und Forschung” des BMBF erfolgen. Dazu gehören unter anderem die Förderrichtlinie “Frauen an die Spitze” mit circa 120 Projekten, einer Laufzeit von 2007 bis 2015 und einem Gesamtmittelvolumen von rund 37,2 Millionen Euro. Die Projekte waren auf strukturelle Veränderungen ausgelegt, um die Beteiligung von Frauen im Wissenschaftssystem und in der Wirtschaft zu steigern.

Mit der “Erfolg mit MINT – Neue Chancen für Frauen” sollen mehr Frauen für zukunftsträchtige MINT-Berufe gewonnen werden. Dabei gehe es um 55 Vorhaben mit einem Gesamtmittelvolumen rund 22 Millionen Euro. Im Rahmen des Professorinnenprogramms des Bundes und der Länder sind für Professuren seit 2017 rund 945.000 Euro aufgewendet worden. Das Professorinnenprogramm habe erhebliche Impulse für die Chancengerechtigkeit von Frauen im Wissenschaftssystem und für die gendersensible Fachforschung in unterschiedlichen Disziplinen gegeben, was entsprechende Evaluationen nachgewiesen hätten.

1911752

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