Leipzig. Auf Leipzigs Straßen sind im Jahr 2018 insgesamt 14 Menschen tödlich verunglückt. Dies geht aus dem aktuellen „Verkehrsbericht 2018“ der Polizeidirektion Leipzig hervor. Demnach setzt sich zwar der seit Jahren anhaltende Trend fort, dass die Gesamtunfallzahlen zurückgehen – von 13.409 im Jahr 2017 auf nunmehr 13.006 im vergangenen Jahr. Auch die Anzahl der Schwerverletzten ist von 425 auf 384 gesunken. Allerdings ist die Zahl der Verkehrstoten von neun auf 14 gestiegen, auch der Trend bei Unfällen mit Radfahrern ist gegenläufig. Über 30 Maßnahmen wurden daher im vergangenen Jahr von der Verkehrsunfallkommission umgesetzt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

„Die Situation ist weiterhin bedrückend“, sagt Michael Jana, der Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes. So erfolgte bei der Gesamtzahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung eine Steigerung um zwölf Prozent – von 1.171 im Jahr 2017 auf 1.286. Sechs Radfahrer kamen 2018 ums Leben. Gründe für den Anstieg dieser Unfälle können der zunehmende Radverkehr in Leipzig und auch das zum Radfahren einladende Wetter sein, eine konkrete Ursache-Wirkungs-Beziehung können die Experten der Verkehrsunfallkommission jedoch nicht ableiten. Gleichwohl sollen verschiedene Ansätze die Sicherheit dieser – im Vergleich zu Auto und Motorrad – relativ ungeschützten Verkehrsteilnehmer erhöhen.

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Die Kommission hatte daher im Stadtgebiet zum Stichtag März 2019 insgesamt 103 so genannte Unfallhäufungsstellen im Blick – an denen also mindestens fünf Unfälle mit Personenschaden innerhalb von drei Jahren oder fünf Unfälle gleichen Typs pro Jahr auftreten. Für 36 von ihnen wurden erste Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vor Ort umgesetzt, die derzeit evaluiert werden. Dazu zählen beispielsweise der Ranstädter Steinweg und die Jahnallee:

In einer ersten Stufe wurde hier aus Lärmschutzgründen die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt und das Parken in der inneren Jahnallee untersagt. Derzeit prüft das Verkehrs- und Tiefbauamt zudem, ab der Funkenburgstraße einen Radfahrstreifen auf der Jahnallee zu markieren. Zunächst aufgrund von Bürgerhinweisen reagierte die Kommission an der Kreuzung vor dem Felsenkeller: Radfahrer stürzten hier häufig beim Überfahren der Schienen. Deshalb wurden kleine Rillen in die Schienen gefräst, an denen die Vorderräder mehr Halt finden sollen. Auch ein Verkehrszeichen gibt nun Hinweise, die Gleise stumpfwinkliger zu kreuzen, Radfahrer werden entsprechend geführt.

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Wegen auftretender Unfälle zwischen Rechtsabbiegern auf der Prager Straße in die Kommandant-Prendel-Allee und Radfahrern in die gleiche Richtung, wurde die Ampelschaltung geändert, dass dieser Konflikt zumindest signaltechnisch ausgeschlossen ist. Das Einführen von Fahrradstraßen wie zuletzt im Zentrum-Süd, die Markierung der Zebrastreifen am Herzliya-Platz oder der neue Radfahrstreifen auf der Dresdner Straße sollen ebenfalls die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer erhöhen. Tödliche Unfälle lassen sich allerdings allein mit technischen und verkehrsorganisatorischen Maßnahmen nicht verhindern. Die Stadt bereitet daher auch eine Verkehrssicherheitskampagne für mehr gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme vor.

Weitere 67 Unfallhäufungsstellen sind aktuell in Arbeit. Hier müssen beispielsweise bauliche Veränderungen umgesetzt oder Ampelschaltungen umgeplant werden, die längeren Vorlauf benötigen.