Die Paten des Aktionsabends: v.l.n.r. Janine Dieckmann (IDZ), Mieke Hagenah (Lebenshilfe Jena), Anke Mamat (Querwege e.V.), Christian Mauerhoff (CineStar), Stefanie Czempiel (Institut für Erziehungswissenschaft), Sabine Sommer (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung). Foto: Czempiel.

Um diese Fragen drehte sich der bundesweite Aktionsabend am 15. Mai.

Jena. Das CineStar in Jena war eines von über 170 Kinos in ganz Deutschland, die den Film DIE KINDER DER UTOPIE gezeigt haben. In zwei Kinosälen verfolgten mehr als 250 Gäste die Lebenswege von sechs Schüler_innen der Integrativklasse der Flämingschule in Berlin, die bereits 2005 im Film KLASSENLEBEN portraitiert wurden.

Die Paten des Aktionsabends waren begeistert vom großen öffentlichen Interesse am Thema und am Film. Dabei war den Beteiligten wichtig, dass Inklusion nicht nur Inhalt des Filmes war, sondern auch die Filmausstrahlung inklusiv gestaltet wurde. So kam es, dass sicher selten ein so diverses Publikum zu einer einzigen Veranstaltung erschienen ist.

Der Film war bewegend und facettenreich. Viele zentrale Aspekte rund um schulische Inklusion wurden auf alltagsnahe und sensible Weise angesprochen – sei es die Normalität angesichts der Vielfalt menschlicher Verhaltens- und Gefühlswelten; sei es die Selbstverständlichkeit Herausforderungen in der persönlichen Entwicklung zu bewältigen oder ganz einfach ein Einblick in die Themenwelten junger Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden.

Trotz später Stunde blieb ein Großteil der Gäste noch für das von den Aktionspaten organisierte Filmgespräch. Das vielfältig besetzte Podium, nahm Bezug auf den Film und den Stand der Inklusion in Jena. Dabei zeigte sich deutlich: Es gibt Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, denn Inklusion muss als Prozess stets reflektiert und weiter gedacht werden. Dass 90% der Schüler_innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der Stadt im Gemeinsamen Unterricht lernen, kann motivieren, zu fragen, wie dieser Unterricht noch besser gestaltet werden kann.

Ein wichtiges Ergebnis war: Dabei sein ist nicht alles; es geht um echte Teilhabe, Wohlfühlen, Peerverbindungen und didaktische und therapeutische Angebote für alle Kinder. Da ist heute manchmal auch der Besuch einer Förderschule die richtige Lösung für das betroffene Kind. Einhelliger Tenor war: Gute Integration braucht Ressourcen, gut ausgebildete Lehrer_innen und eine qualifizierte Schulbegleitung.

Der Aktionsabend in Jena wurde organisiert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, dem Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (Amadeu Antonio Stiftung), der Lebenshilfe Jena, dem Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie (Institut Erziehungswissenschaft) sowie dem Querwege e.V.