Geistliches Wort zum Osterfest von Landesbischöfin Ilse Junkermann

Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), zum bevorstehenden Osterfest:

„Auferstehung – das feiern wir zu Ostern. Jesus, der am Kreuz einen qualvollen Tod gestorben ist und begraben wurde – er ist auferstanden!

Wie das vor sich gegangen ist, wird uns nicht erzählt. Es geschah im Verborgenen, hinter dem schweren Stein, mit dem sein Grab verschlossen ist.

Aber wie das wirkt, das wird uns erzählt: Jesus ist verwandelt. Maria hält ihn zunächst für den Gärtner. Doch wie er sie anredet, mit ihrem Namen: da weiß sie – er ist es. Der mich kennt. Er, der schon immer in ihr die Maria gesehen hatte, wo andere nur die Besessene vor Augen hatten.

Sie erkennt ihn, sieht ihn und hört ihn, aber darf ihn nicht berühren. Die neue Wirklichkeit ist nicht zu begreifen – aber sie wirkt.

Mit Jesu Auferstehung zeigt Gott: Was elend ist in dieser Welt, geht zu Ende. Er greift dem Tod in die Speichen – und dreht und lenkt das Rad des Lebens.

Und beauftragt uns, mit ihm an diesem Rad zu drehen, dem Tod das letzte Wort zu nehmen, unermüdlich Zeichen von Leben in dieser Todeswelt zu setzen. So stehen wir denen bei, die von schlimmen Überschwemmungen getroffen sind. So ändern wir unseren Lebensstil – damit alle genug haben – und die Welt nicht zugrunde geht. So setzen wir Zeichen der Hoffnung und der Mitmenschlichkeit, die wie Blumen im Frühling der Welt ein freundliches Gesicht geben.

Ich wünsche allen Menschen frohe und friedliche Ostertage!“