Leipzig. Zu den plötzlichen Erkrankungen von Kindern in der Kindertagesstätte Bornaische Straße 182c liegen inzwischen folgende Erkenntnisse vor:

Sieben Kinder aus einer Gruppe von insgesamt zehn erbrachen am 8. April 2019 ihr Frühstück etwa zwei Stunden danach, einige der sieben zeigten daraufhin allgemeine Symptome wie Durchfall, Übelkeit und Unwohlsein. Drei der Kinder waren von keinerlei Symptomen betroffen. Daraufhin wurden Kriminalpolizei, Gesundheitsamt sowie Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt alarmiert.

Im Zuge der Ermittlungen des Gesundheitsamtes fiel als Gemeinsamkeit auf, dass allen zehn Kindern H-Milch aus einem Tetra-Pack angeboten worden war, welche allerdings nur von sieben Kindern getrunken wurde. Nur jene drei Kinder, welche keine Milch konsumiert hatten, blieben beschwerdefrei. Es ist zu vermuten, dass ein bereits offener Tetra-Pack aus der Gesamtpackung zum Frühstück mit angeboten wurde, wobei nicht mehr nachzuvollziehen ist, wann der Originalverschluss dieser Einzel-Packung H-Milch geöffnet wurde.

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Da die Restmilch und das Erbrochene von der Polizei als Beweismittel gesichert wurden, erhielten die Eltern der betroffenen Kinder vom Gesundheitsamt Stuhlröhrchen, um die mögliche Ursache herauszufinden.

Nunmehr liegen die Ergebnisse der Stuhlproben von sechs der betroffenen Kinder vor. In zwei Fällen konnte Staphylococcus aureus festgestellt werden. In Anbetracht der raschen Reaktion (Erbrechen ca. zwei Stunden nach Aufnahme) spricht einiges für die Wirkung von Toxinen (hier: Staphylokokkenenterotoxin). Ein entsprechender Toxinnachweis aus dem Nationalen Referenzzentrum (RKI) liegt allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vor.

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Parallel zu denen des Gesundheitsamtes leitete das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt Untersuchungen ein. So wurde der Dienstleister der Frühstücks-Versorgung kontrolliert. Im Ergebnis dieser Überprüfung wurden vor Ort keine Befunde festgestellt, die ursächlich für die Symptomatik bei den Kindern gewesen ist.

Die gleichzeitig von verschiedenen Oberflächen entnommenen Tupferproben waren im Rahmen der mikrobiologischen Analysen der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, Standort Chemnitz (LUA) frei von krankmachenden Keimen. Das Ergebnis der Untersuchung einer im Verdacht stehenden Probe H-Milch durch die LUA steht noch aus. Eine abschließende Bewertung des Erkrankungsgeschehens ist daher aktuell noch nicht möglich.