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Jena. Nach einigen musikalischen Grüßen aus der KulturArena-Küche ist es nun endlich soweit. Das Programmpaket für diesen Kultursommer wird serviert. Neben der ArenaOuvertüre und dem Theaterspektakel sind es ganze 30 Konzerte und 5 KinderArena-Veranstaltungen, die sich auf dem Theatervorplatz, im Volksbad Jena und im Kassablanca präsentieren. Außerdem hat auch die FilmArena wieder ihren Stammplatz. 9 von 15 Vorstellungen, darunter auch die beliebte Kurzfilmnacht stehen fest.

Bei näherer Betrachtung des diesjährigen Konzertprogramms zeigt sich besonders der anhaltend gute Lauf deutschsprachiger Musik. Und hier wurde ein wahrhaft breites wie auserwähltes Spektrum zusammengetragen, angefangen von der Band KettcarBosse nicht mit politischen Seitenhieben spart. Oder Gispert zu Knyphausen, der in seinen Songs kitschfreie Melancholie, vorsichtigen Optimismus und sensible Alltagsbeobachtungen vereint. Aus der Schweiz kommt Faber nach Jena. Jung an Jahren und doch reich an Stimme und Bühnenerfahrung bürstet dieser den pathetisch romantischen Deutschpop mit textstarken Songs gehörig gegen den Strich.

Tiefschwarz humorig treibt es dagegen die österreichischen Mundartler von Granada & Voodoo Jürgens ins Arenarund. Dieser „Willkommen Österreich!“-Abend markiert einen von insgesamt vier Doppelkonzerten in diesem Sommer. Doch Mundart können auch die Bayern und die sind gleich zwei Mal vertreten. Zum einen leitet die lederbehoste Bläsercombo LaBrassBanda mit einer wahrhaft „sauguaden“ Party die KonzertArena ein. Zum anderen bereiten sie so den Boden für ihre rappenden Landsmänner von dicht + ergreifend. Bleibt noch Berlin! Der Magnet für musikalische Immigranten, wie die Brüder Stefan und Michael Heinrich aka Klan, welche für eine KulturArena-Nacht ins Kassablanca anreisen. Und für Milliarden, welche auf dem Theatervorplatz irgendwo zwischen Punk und Indie-Rock einen Liebesbrief an ihre „sterbende Stadt“ schreiben. Damit sind sie indirekt thematisch ganz dicht am Big-Band-Ensemble Moka Efti Orchestra, welches in das dreckige, glamouröse und feierwütige Berlin der 20er/30er Jahre führt.

Überhaupt wird es gewohnt multiinstrumental und genreübergreifend auf der KulturArena-Bühne. Die Jenaer Philharmonie kollaboriert in diesem Jahr mit dem kubanischen Jazzpianisten Roberto Fonseca. Neues Terrain auch im Volksbad: Hier spielt der US-amerikanische Pianist Chad Lawson im Trio seine faszinierend eigenständigen Interpretationen von Johann Sebastian Bach und Frédéric Chopin innerhalb der ArenAkustik-Reihe. In diese Rubrik gliedern sich auch Chicuelo & Marco Mesquida ein, die mit ihrer Fusion aus Jazz und Flamenco der kühlen Räumlichkeit einheizen. Vielfach instrumental wird in jedem Fall das Konzert der französischen Geschwisterband Les Ogres de Barback, die damit ihre Spiel- und Feierfreude zeigen.

Das Trio Rymden, zu dem sich die schwedischen Musiker von E.S.T. und der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft zusammenschlossen, dehnt derweil die Grenzen des Jazz zu Rock, Pop, Fusion, nordischen Blues und Klassik. Dass musikalische Grenzen dazu da sind, um sie einzureißen, stellt ebenso José James unter Beweis, indem der Jazzsänger Neo-Soul und Hip-Hop mit Rock vermischt. Dagegen zeigt das dänische DJ-Projekt Den Sorte Skole, was es heißt, bestehende Musik neu zu erfinden und Klangkunst mit einer Licht- und Videoshow zu einem vollkommen neuen Gesamtkunstwerk zu verschmelzen. Ein ganz besonderer Abend, der mit einem Gang in den Kulturarenaclub im Kassablanca mit Christian Löffler fortgeführt wird.

Rebellion und Widerstand spielen bei zahlreichen Künstlern des Arenareigens 2019 eine große Rolle – musikalisch wie politisch. Letzteres verdeutlicht insbesondere der Themenabend „Latina Beatz“ mit Somos Guerreras & La Yegros – der sich Machismo entgegenstellt, die Frauen feiert und mit lauter Stimme für deren Rechte eintritt. Wie der Doppelabend mit Brass Against & J.P.Bimeni steht die Musik hier auch für ein Stück Freiheit und Leben.

Starke Stimmen findet die KulturArena in diesem Jahr u. a. in Großbritannien. Eine von ihnen ist die Ausnahmesängerin Anna Calvi, die bei Kritikern gern mit Patti Smith oder P. J. Harvey verglichen wird. Mit ihrer Gitarre beschwört diese eine Welt voller Tiefe und dramatischer Sphäre. Ohnehin zeigt die Verbindung Gitarre – Stimme, dass es oft nicht viel braucht, um wirklich gute Musik zu machen. So paart der Brite Charlie Cunningham seinen very britischen Gesangsstil mit dem Klang einer spanischen Flamenco-Gitarre. Was dem einen die Gitarre, ist dem anderen das Klavier. Tom Odell balanciert in dieser Kombination zwischen Lebensfreude und Melancholie. Ja und dann ist da noch Giant Rooks, die junge Band aus Hamm, deren Indie-Sound klingt, als würden sie eigentlich direkt aus UK kommen. Ähnliche Verwechslungen dürften sich auch die Parcels des Öfteren erleben. Die australische Band wirkt schon rein optisch, als hätte sie eine Zeitreise ins Vereinigte Königreich der 60er bis 80er Jahre unternommen. Zwischen den Welten reist auch die amerikanische Power-Diva Sarah McCoy, die mittlerweile ihre Karriere in Frankreich auslebt. Ihre mal dunkel hauchende, mal voluminös strahlende Stimme, lässt sicher die Zuhörer im Volksbad Jena Gänsehaut bekommen.

Ganze sechs Sommerwochen verweilt die Kulturarena inmitten des Jenaer Stadtzentrums, da darf natürlich Musik nicht fehlen, die schon beim Hören rote Kirschen in die Bäume hängt. Musik eben wie von Mayra Andrade, der kapverdischen Sängerin, die scheinbar spielend mit Chanson-Flair, Flamenco, Popanleihen, anglo-amerikanischem Songwriting und traditioneller kapverdischer Musik jongliert. Oder Musik vom Themenabend „Istanbul Sounds“ mit Gaye Su Akyol & BaBa ZuLa – laut, abwechslungsreich und rhythmisch – die wie der zuckersüße türkische Tee sofort ins Blut geht. Sommersüß ist auch die Musik der französischen Band Nouvelle Vague, welche rockig, punkige New Wave-Hits der 70er und 80er Jahre in leicht beschwipste Bossa Nova-Versionen verwandelt. Ja und dann darf in diesem Reigen auch die Lucille Crew – das internationale Kollektiv aus Tel Aviv – nicht fehlen, welche in diesem Jahr die KulturArena zum letzten Tanz bittet. Ihr Sound ist ein Mix aus klassischem New Yorker Old School Hip-Hop, der in den verrauchten Jazz-Clubs New Orleans auf die feuchtfröhliche Stimmung von Balkan-Partys trifft.

Ein facettenreicher Kulturarenasommer ist serviert!

Tickets:

Der vollständige Ticketverkauf für alle Veranstaltungen beginnt am 10. April.

Tickets, Infos und Presseservice: www.kulturarena.de
Ticket-Hotline: 03641 49 8060
Arena-Vorverkauf: Jena Tourist-Information

Ticketübersicht_Programmheft_2019
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