Verwaltungsspitzen der Städte ergreifen vielfältige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und -vermeidung

Armut ist in Deutschland nach wie vor ungleich verteilt. In deutschen Großstädten über 100.000 Einwohnern liegt die Armutsquote mit 14,0 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (10,1 Prozent). Die Armutsquote hat sich dabei in den Großstädten im Zeitraum von 2007 bis 2016 unterschiedlich entwickelt: in 46 Prozent der betrachteten Städte ist die Armutsquote gestiegen, in 34 Prozent gesunken und in 20 Prozent in etwa gleich geblieben. Dies sind einige der Ergebnisse des Monitors Nachhaltige Kommune der Bertelsmann Stiftung, der sich aktuell schwerpunktmäßig mit dem ersten Nachhaltigkeitsziel („Keine Armut“) der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen beschäftigt.

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid wirkten im Projekt “Monitor Nachhaltige Kommune” mit. Sie befragten Bevölkerung und Verwaltungsspitzen der Großstädte zum Thema Armut: Für die Bevölkerung in Großstädten hat das Thema Armut in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung gewonnen – 51 Prozent der Befragten aus Großstädten bewerten Armut vor Ort als großes oder sehr großes Problem. Hingegen stellt Armut vor Ort für lediglich 22 Prozent der Verwaltungsspitzen der Großstädte ein großes oder sehr großes Problem dar. Alle gaben jedoch an, dass sie bereits vielfältige Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und -vermeidung ergriffen hätten. Verbesserungsbedarf wird in den Großstädten in der verwaltungsinternen Zusammenarbeit sowie in der größeren Zielgenauigkeit freiwilliger sozialer Leistungen gesehen, die noch besser auf spezifische Besonderheiten der einzelnen Stadtteile angepasst werden sollten.

Weitere Informationen zum Thema auf der Homepage des Difu unter: