Jena. Ganz nah dran und wieder nicht gewonnen – gleich zweimal Aluminium in der Nachspielzeit verhinderte einen Sieg gegen den KFC Uerdingen, welcher durchaus verdient gewesen wäre. So aber blieb es am Ende beim 0:0 vor 4436 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld.
Eine Viertelstunde vor dem Match waren die Jenaer Akteure auf dem Platz von ihren Ultras auf dieses Spiel eingeschworen worden. Die Ansprache schien gefruchtet zu haben, denn das Tabellenschlusslicht begann schwungvoll. Nach zwei Minuten erfolgte ein Anspiel auf Tietz im Strafraum, nach dessen Drehung erwies sich der Weg zum Tor aber als versperrt. Die erste klare Chance dann in Minute 14. Eine Rechtsflanke von Kühne versucht Tietz zunächst mit einem Seitfallzieher zu verwerten, was misslingt. Auf der linken Seite setzt aber Manfred Starke nach, bedient Justin Schau, dessen Ball aus der Drehung kurz vor der Torlinie abgefangen wird. Starke wird auch zum Vorlagengeber für die Gelegenheit drei Minuten später. Sein Schlenzer Richtung KFC-Gehäuse ist für Gästekeeper Benz schwer zu berechnen, weil René Eckardt die Flugbahn des Balles kreuzt, ohne diese entscheidend zu verändern. Benz klärt im zweiten Zupacken.

Ein paar gute Chancen hatte es während der Anfangsphase also schon gegeben für die Jenaer, bei denen Dominic Bock neben Tietz diesmal eine zweite Sturmspitze besetzte. Uerdingens erste Torgelegenheit ergab sich in Minute 19 nach einem Spurt von Maximilian Beister in Richtung des Jenaer Tores. Sein harmloser Abschluss brachte Jo Coppens allerdings kein bisschen in die Bredouille. Etwas gefährlicher wirkte da der Kopfball Lukimyas übers Tor im Anschluss an einen Eckball von rechts nach einer halben Stunde. Assani Lukimya ? Genau – jener Abwehrspieler, der nach grandioser Spielzeit 2009/2010 zum Besten der Saison im FCC-Dress gewählt worden war. Aus China zur Winterpause nach Krefeld gewechselt, war Lukimya ansonsten an seine Rolle als Verteidiger gebunden, da Jena weiterhin Betrieb machte in Uerdingens Hälfte, Eckardt dabei häufig mit Starke im Mittelfeld rouchierte. Ein ums andere Mal fehlte nur das berühmte letzte Quäntchen hin zu einem erfolgreichen Abschluss, wurden Hackentrick und Seitfallzieher probiert, wo es der einfach Ball vielleicht eher getan hätte. Trotzdem gehörte die erste Hälfte schon zu den besseren aus der letzten Zeit. Und wer Matthias Kühne von der rechten Seite hat flanken sehen, fragte sich bisweilen, wo dieser während der vergangenen Spieltage geblieben war.

Etwas kurios begannen die zweiten 45 Minuten. Zur Ausführung eines Freistoßes verlegte Roberto Ivan Rodriguez Araya nicht nur die Position des Balles eigenmächtig ein Stückchen nach vorn, sondern wischte gleich zweimal die vom Schiri gesprühte Markierung vom Rasen. Erst eine Gelbe Karte beendete sein Treiben, der aus Zürich gekommene Mittelfeldspieler wurde zudem elf Minuten später ausgewechselt. Ansonsten gab es in erster Linie Torschüsse zu notieren in Hälfte zwei. Jene von Kühne (71.) und Eckardt (85.) flogen genau auf den Torhüter zu. Die von Linksverteidiger Dorda strichen jeweils knapp am Pfosten vorbei (73., 83.). Erst drei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit gab es dann mal wieder eine herausgespielte Chance. Doch nach Zuspiel von Fassnacht wurde der Winkel für Starke zusehends spitzer, sodass ihm nichts anderes übrig blieb, als es auf gut Glück auf den kurzen Pfosten zu probieren. Benz machte zu und wehrte zur Ecke ab.

Zwei Eckbälle zum Ende der dreiminütigen Nachspielzeit waren es, an die wir all unsere Hoffnung knüpften. Und hatten im Anschluss an die zweite Ausführung tatsächlich den Torschrei auf den Lippen. Eckball Starkes von rechts, Kopfball von Grösch, das Leder springt an den Innenpfosten, von dort hoch an die Latte, nach unten auf die Torlinie und wird dann von einem Uerdinger weggeschossen. Welch ein Pech ! So läuft das nur, wenn man eh schon unten drin steht.

In einem Spiel, in dem es für den Jenaer Torhüter noch weniger zu halten gab als für den KFC-Keeper, konnte keines der beiden Teams den ersten Rückrunden-Sieg unter Dach und Fach bringen. Richtig prekär ist die Lage freilich nur für eines von beiden. Und das macht es doppelt bitter, dass diesmal nur Zentimeter an drei Punkten fehlten.

Trainermeinungen

Frank Heinemann: “Alles was wir uns vorgenommen hatten traf heute nicht. Besonders in der ersten Halbzeit waren wir gedanklich zu spät, sind nur hinterher gelaufen. Das war sehr enttäuschend. In der zweiten Halbzeit haben wir etwas umgestellt, war das Spiel etwas ausgeglichener. Wir wollten heute einen Neustart machen. Doch das war nicht das, was wir uns vorstellen. Und am Ende können wir uns glücklich schätzen, hier einen Punkt mitzunehmen.”

Lukas Kwasniok: “Uns hat man die Serie von sieglosen Spielen nicht angemerkt. Die Dinge, die bei Uerdingen nicht geklappt haben, funktionierten bei uns. Aber täglich grüßt das Murmeltier. Das Glück war uns erneut nicht hold. Hier und hat auch auch etwas die Konsequenz in der Box gefehlt. Besser können wir in der derzeitigen Situation aber nicht spielen. Wenn man alles zusammenfasst, was in den letzten Wochen abgelaufen ist und was unter dem Strich herauskam, ist das ernüchternd. Wir haben nun zwei Abstiegsendspiele, in denen wir sechs Punkte holen müssen und das auch wollen.”

Statistik

Jena: Coppens – Kühne, Grösch, Volkmer (79. Gerlach), Fl. Brügmann (69. Fassnacht); Schau, Kübler; Eckardt, Starke; Tietz (69. Fe. Brügmann), Bock

Uerdingen: Benz – Großkreutz, Maroh, Lukimya, Dorda; Bittroff (46. Litka), Matuschyk; Beister, Aigner (76. Osawe), Rodriguez Araya (63. Pflücke); Grimaldi

Zuschauer: 4.436

Schiedsrichter: Osmanagic (Stuttgart)