Zwickau/Jena. Der FC Carl Zeiss Jena verliert beim FSV Zwickau mit 0:2 (0:1) und geht nach zuletzt fünf Spielen in Folge ohne Niederlage erstmals leer aus.

FCC-Trainer Lukas Kwasniok vertraute auch in Westsachsen im Grunde der gleichen Formation wie zuletzt im Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Eine Veränderung indes gab es mit Marius Grösch, der für Dennis Slamar den zweiten Innenverteidiger neben Dominic Volkmer gab. Wie auch in den letzten Wochen musste die Zeiss-Elf auf Julian Günther-Schmidt verzichten, der aufgrund seiner Leistenprobleme wiederholt keine Option für Jenas Cheftrainer sein konnte.

Der FSV Zwickau begann so, wie man ihn auch mit den Erfahrungen der letzten Jahre erwarten durfte: Robust, mit langen Bällen Zielspieler König suchend und auf zweite Bälle gehend. Die Hausherren begannen engagiert und kontrollierten von Beginn an die Partie. Die erste nennenswerte Chance der Hausherren resultierte aus einer Flanke des Ex-Jenaers Nils Miatke, die Lion Lauberbach auf den kurzen Pfosten köpfte. Doch FCC-Keeper Raphael Koczor war rechtzeitig zur Stelle (19.). Kurz darauf dann die beste Gelegenheit der Jenaer Mannschaft durch Kapitän René Eckardt, der mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze einen an diesem Tag starken Brinkies zur Glanztat zwang (21.). Es sollte der Jenaer Höhepunkt der Angriffsbemühungen einer in den ersten 45 Minuten insgesamt zu mutlos agierenden Zeiss-Elf sein.

Nach einer knappen halben Stunde verlor der FCC in der Vorwärtsbewegung den Ball und war für einen Moment unsortiert, was der aufgerückte FSV-Kapitän Toni Wachsmuth um ein Haar per Direktabnahme bestraft hätte. Doch sein straffer Rechtsschuss ging knapp am langen Pfosten vorbei (29.). Zwickau erhöhte den Druck und kam zu vielen, teilweise auch durchaus diskussionswürdigen Standards, die bis dato der FCC ordentlich verteidigt hatte. Doch nach einem Miatke-Freistoß klingelte es dann doch im Jenaer Kasten, als Davy Frick die Kugel per Kopfballaufsetzer in die Maschen bugsierte (35.). Dominik Bock prüfte kurz nach der Zwickauer Führung Brinkies, der mit starker Fußabwehr zur Stelle war (39.), doch insgesamt war es von Jenaer Seite einfach zu wenig im ersten Durchgang.

Seiner Enttäuschung über die erste Halbzeit dürfte Lukas Kwasniok in der Pause deutlichen Ausdruck verliehen haben. Zwar blieb es zunächst personell wie gehabt, doch war das Auftreten insgesamt nun deutlich besser als im ersten Durchgang. So sollte es dem FCC über weite Strecken gelingen, das Spiel offen zu gestalten und Phasen zu kreieren, in denen der FCC besser als der Gastgeber war. Der FCC war nun druckvoller, auch wenn es zunächst nicht gelang, dies in nennenswerte Chancen umzumünzen. Zwickaus Ronny König war es, der dann die durchaus turbulenten letzten 20 Minuten einläutete. Doch sein Schuss, nachdem er sich in den Strafraum getankt hatte, ging deutlich über den Kasten (69.). Nach 75 Minuten kam Phillip Tietz ins Spiel, der in der Hinrundenbegegnung zum Matchwinner wurde. Und um Haaresbreite wäre ihm dies auch in Zwickau geglückt. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung schloss er einen wunderbaren Ball Manfred Starkes in die Tiefe gekonnt ab. Doch FSV-Schlussmann Brinkies bekam noch seine Fingerspitzen an den Ball, der an den Innenpfosten klatschte und von dort direkt in die Fänge des Torhüters flog. In dieser Phase war der FCC dem Ausgleich näher als der FSV einem 2:0 – und dennoch fiel es in der 83. Minute, als der ebenfalls kurz zuvor eingewechselte Tarsis Bonga aus halbrechter Position abzog. Der abgefälschte Ball tunnelte dabei Jenas Raphael Koczor, und die Kugel trudelte trotz Klärungsversuchs von Raphael Koczor und Marius Grösch zum 2:0 ins lange Eck. Der FCC mühte sich um den Anschlusstrefer, doch auch den Kracher aus der Distanz von Pierre Fassnacht entschärfte Zwickaus Brinkies mit einer sehenswerten Flugparade. So blieb es am Ende bei einer nicht nur für die mitgereisten mehr als 1.000 Zeiss-Fans unter den 6.795 Zuschauern bei einer unter dem Strich verdienten und gleichermaßen schmerzlichen Niederlage.

Trainerstimmen

Lukas Kwasniok (FCC): “Ich bin heute ziemlich enttäuscht. In der ersten Halbzeit haben wir in keine Phase zu unserem Spiel gefunden. Mit der Leistung nach der Pause bin ich zufriedener. Die Reaktion meiner Mannschaft war in Ordnung, allerdings gibt es viele Dinge zu verbessern. Wir müssen uns jetzt strecken, dass uns die Konkurrenz nicht enteilt.”

Joe Enochs (FSV): “Wir haben heute das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Zunächst fehlten allerdings die großen Torchancen. Das Tor fiel dann nach einem Standard. Trotzdem war es ein enges Spiel. Nach der Pause kam Jena besser in die Partie, wir wollten da nicht zu passiv werden. Nach der dicken Chance von Tietz wurde mein Team wieder wach. Beim 2:0 hatte Bonga dann etwas Glück. Damit war der Sieg in Sack und Tüten.”

Mannschaftsaufstellungen

FCC: Koczor – Fassnacht, Volkmer, Grösch, Fl. Brügmann (88. Schau) – Bock (84. Fe. Brügmann), Kübler, Eckardt (C), Eismann (74. Tietz) – Wolfram, Starke

FSV: Brinkies – Wachsmuth, Antonitsch, Gaul – Frick, Reinhardt – Schröter, Könnecke (80. Bonga), Miatke (85. Kartalis) – König, Lauberbach (72. Hoffmann)

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