Erfurt. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat ihre Ermittlungen gegen Mitarbeiter und Aufsichtsratsmitglieder im Thüringer AWO-Landesverband eingestellt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte MDR THÜRINGEN, dass den elf Beschuldigten die Vorwürfe aus einer anonymen Anzeige nicht nachgewiesen werden konnten. Das Verfahren sei deshalb Mitte Januar eingestellt worden. Seit Herbst 2016 hatte die Staatsanwaltschaft gegen leitende Mitarbeiter der “AWO Alten, Jugend- und Sozialhilfe GmbH” ermittelt. Das Verfahren richtete sich auch gegen Aufsichtsratsmitglieder dieser Gesellschaft und gegen Mitglieder des AWO-Landesvorstandes.

In einer über 40-seitigen anonymen Anzeige waren Ihnen unter anderem Untreue und Betrug vorgeworfen worden. So soll ein leitender Mitarbeiter der AWO AJS Eigentumswohnungen zu einem Vorzugspreis erhalten haben. In dem Gebäude, das der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) gehört, hatte die AWO AJS später einen Kindergarten eingerichtet. Zudem ging es um den Verdacht der Manipulation bei der Vergabe von Aufträgen an eine Firma. Deren Geschäftsführer ist gleichzeitig der Aufsichtsratschef der AWO AJS GmbH. Alle Beschuldigten hatten die Vorwürfe mehrfach öffentlich bestritten.

Der AWO-Bundesverband hatte in 2017 die Vorgänge in der AWO AJS von Wirtschaftsprüfern untersuchen lassen. Diese hatten damals zwar Verstöße gegen Unternehmensregeln gefunden. Jedoch fanden sich keine strafrechtlichen Hinweise.

Der Sprecher der AWO Thüringen, Dirk Gersdorf, äußerte sich auf Anfrage von MDR THÜRINGEN erfreut über die Einstellung der Ermittlungen. Man habe nach über zwei Jahren nun die offizielle Bestätigung, “dass die erhobenen Vorwürfe falsch waren und sich keinerlei strafrechtliche Ansätze ergeben haben”. Gersdorf verwies darauf, dass die AWO die “anonym erhobenen Unterstellungen” von Beginn an zurückgewiesen habe. Empfehlungen des AWO-Bundesverbandes in Bezug auf den verbandsinternen Unternehmenskodex seien umgesetzt worden.