Verleihung durch ITNet Thüringen
Tiefensee: Open Source schafft Grundlage für mehr Kooperation in der Wirtschaft
Land stiftet 15.000 Euro Preisgeld

Erfurt. Mit Unterstützung des Thüringer Wirtschaftsministeriums lobt das ITNet Thüringen erstmals einen „Thüringer Open-Source-Preis“ aus. Für den Preis werden bis zum 28. Februar 2019 Konzepte für die Entwicklung oder Einführung solcher Open-Source-Lösungen gesucht. Bewerben können sich Unternehmen und Institutionen, aber auch private Softwareentwickler aus Thüringen. Der Preis wird am 28. März 2019 im Rahmen der IT-Leistungsschau in der Arena Erfurt vergeben.

Unter dem Begriff „Open Source“ werden Softwareprogramme, Applikationen oder digitale Plattformen zusammengefasst, die von jedem Anwender unentgeltlich genutzt, kopiert und verändert werden dürfen. „Der Grundgedanke von ‚Open Source‘ ist, dass Zusammenarbeit langfristig erfolgreicher ist als Konkurrenz“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Gerade für kleine Unternehmen kann das Open-Source-Modell einen Zugang zu Innovationen und Geschäftsmodellen schaffen, von denen sie sonst ausgeschlossen wären. Damit werden neue Formen der kooperativen Wertschöpfung ermöglicht. Mit dem Open-Source-Preis wollen wir diesen Ansatz sichtbar machen und weiter stärken.“

Das Wirtschaftsministerium stiftet deshalb 2019 die Preisgelder von insgesamt 15.000 Euro. Dabei entfallen 7.500 Euro auf den ersten, 5.000 Euro auf den zweiten und 2.500 Euro auf den dritten Preis. Die Gelder sollen für die Umsetzung der jeweiligen Open-Source-Lösungen genutzt werden. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury, die aus Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, aber insbesondere auch IT- und Open-Data-Experten besteht.

Die Landesverwaltung gehe beim Thema Open Source selbst mit gutem Beispiel voran, sagte Tiefensee weiter: So gibt es im Thüringer Gesetz zur Förderung der elektronischen Verwaltung einen Vorrang für Open-Source-Anwendungen und eine Verpflichtung, bei Software, die durch oder für die Verwaltung entwickelt wird, den Quellcode unter eine Freie Softwarelizenz zu stellen.

Zum Bewerbungsformular für den Thüringer Open-Source-Preis geht es hier: www.itnet-th.de/tosp/


Hintergrund: Open Source

Als Open Source wird gemäß der Open-Source-Initiative eine Software dann angesehen, wenn in den Lizenzierungsbestimmungen vorgesehen ist, dass

– die Software (d. h. der Quelltext) in einer für den Menschen lesbaren und verständlichen Form vorliegt,

– die Software beliebig kopiert, verbreitet und genutzt werden darf;

– die Software verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden darf.

In Abgrenzung zu Freier Software (Open Domain Software) ist die Verwertung, Vervielfältigung und Bearbeitung also nicht vorbehaltlos gestattet. Vielmehr können Nutzung und Einräumung von Nutzungsrechten von bestimmten Voraussetzungen abhängig gemacht werden. Dadurch eignet sich die Open-Source-Software auch für Geschäftsmodelle.

Der bundesweite Branchenverband Bitkom hat aufgrund der zunehmenden Bedeutung des Themas inzwischen einen Arbeitskreis Open Source eingerichtet. Seine Ziele sind es, Optionen und Mechanismen von Open-Source-Software transparent zu machen, Herausforderungen bei der Nutzung aufzuzeigen und Lösungen für die erfolgreiche Mitarbeit in Open-Source-Projekten anzubieten. Der Arbeitskreis ist auch verantwortlich für das „Forum Open Source“. Dabei handelt es sich um ein Veranstaltungsformat für den fachlichen Austausch, das jedes Jahr unter einem konkreten Fachthema steht. Der Schwerpunkt des letztjährigen Forums Open Source in Erfurt lag auf dem Thema Compliance. Diskutiert werden vor allem (technische) Möglichkeiten, Compliance-Vorgaben automatisiert zu unterstützten.

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