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Erfurt. Graffiti als unerlaubte, wilde Schmiererei – ob an öffentlichen Gebäuden, an Haltestellenhäuschen oder auch an privaten Häusern – ist ärgerliche Sachbeschädigung und trübt unser Stadtbild.

Die Stadt Erfurt stellt alljährlich in ihrem Haushalt 10.000 Euro bereit, um die schlimmsten Graffiti an kommunalem Eigentum zu beseitigen und unterstützt legale Graffiti durch die Suche und Bereitstellung geeigneter Flächen. Auch in eigene Spezialtechnik hat die Stadt investiert und schult in den nächsten Wochen sechs Mitarbeiter aus verschiedenen Fachämtern zur Nutzung der Technik. Mitunter sind illegale Graffiti auch nur schwerlich zu entfernen, bekanntes Beispiel ist das Reichardtdenkmal. Hier bot sich eine Fachfirma an, die Farbe zu entfernen, mit normalen Mitteln stieß selbst sie an ihre Grenzen.

Ein jeder Eigentümer ist wütend und empört, wenn die Sprayer an seiner Fassade unbeobachtet „zugeschlagen“ haben, nicht erwischt und somit auch nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Die Beseitigung macht Arbeit, kostet Zeit und Geld.

Hier will die Stadt Erfurt künftig unterstützen und erarbeitet gerade eine Förderrichtlinie. Sie soll gemeinsam mit dem Haushalt vorgelegt werden und sieht finanzielle Hilfen zur Beseitigung von Graffiti für Privatpersonen vor. „Wir wollen ab 2019 vorerst jährlich 20.000 Euro pro Jahr bereitstellen und uns anteilig an den Kosten beteiligen“, so Alexander Hilge, Erfurts Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr du Liegenschaften. Natürlich sei das keine überragend große Summe, aber immerhin ein guter Anfang.

Wer wieviel Geld bekommt, darüber wird letztendlich auf Grundlage der Förderrichtlinie nach einem Punktesystem entschieden. „Stadtgestalterische Faktoren werden hier ebenfalls eine Rolle spielen wie touristische Aspekte“, so Hilge zu den Vergabekriterien, „was aber nicht bedeutet, dass alle Mittel nur der Altstadt vorbehalten sind.“

Den Anstoß für die Förderrichtlinie gab übrigens ein Stadtrundgang. Hilge dazu: „Unsere Stadtführer hatten uns auf einen Rundgang der besonderen Art eingeladen. Sie wollten uns so für jenes Bild sensibilisieren, dass sich unseren Gästen bei den Stadtführungen eben auch zeigt, neben unseren tollen Sehenswürdigkeiten. Im Ergebnis dessen haben wir nicht nur Kontakt zu einigen uns bekannten öffentlichen Eigentümern betroffener Objekte in der Altstadt aufgenommen, sondern auch überlegt, wie eine Unterstützung aussehen kann.“