Podiumsdiskussion am Mittwoch, 16.1. von 18.30-21.00, FSU Jena, HS 8
Ende der Demokratie in Brasilien? Gründe und Folgen des Rechtsrucks

Im Januar 2019 wird Jair Bolsonaro das Amt des Präsidenten Brasiliens antreten. Dieser vor 12 Monaten noch relativ unbekannte Rechts-Außen-Politiker hat es innerhalb weniger Monate geschafft, die brasilianische Gesellschaft noch tiefer zu spalten. Viele Menschen feierten seinen Wahlsieg als hätte Brasilien den Weltmeistertitel im Fußball gewonnen. Anderen stand der Horror ins Gesicht geschrieben angesichts menschenverachtender Parolen im Wahlkampf und der Entfesselung von Hass und Gewalt gegenüber Indigenen, Frauen, Afrobrasilianer*innen, LGBTI, linken Intellektuellen sowie sozialen Bewegungen. Wie ist dieser Rechtsruck in der brasilianischen Gesellschaft zu erklären? Welche sozialen Gruppen haben für Bolsonaro gestimmt und welche längerfristigen Entwicklungen gingen dem Wahlgang voraus? Was für eine Art Regierung übernimmt das Land und welche Politiken sind zu erwarten? Bedeutet diese Wahl das Aus von Demokratie und Rechtsstaat und hält nun Faschismus in Brasilien Einzug oder können die demokratischen Kräfte des Landes den Entwicklungen wirkungsvoll etwas entgegensetzen?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir in einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit Soziolog_innen aus Brasilien und Deutschland nachgehen, die sich intensiv mit der politischen Lage im Land auseinandersetzen. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt; Portugiesische Beiträge werden übersetzt. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet (Audio).

Mit Carolina Vestena, Dieter Boris, Virginia Fontes, Maria Backhouse und Guilherme Leite Gonçalves 
Moderiert von Kristina Lorenzen und Anne Tittor
veranstaltet vom Arbeitsbereich Globale Ungleichheiten und sozial-ökologischer Wandel, am Institut für Soziologie, FSU Jena