Am 15.12.2017 gab es 115 620 Pflegebedürftige im Sinne des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI) in Thüringen. Das waren laut Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 21 340 Personen bzw. 22,6 Prozent mehr als Ende 2015. Dieser Anstieg ist mit dem Hinweis auf das Inkrafttreten des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes zu betrachten. Zum Stichtag 2017 liegt nun ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff zugrunde, wonach u.a. Personen mit körperlicher, kognitiver oder psychischer Beeinträchtigungen Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung erhalten. Fünf für alle Pflegebedürftigen einheitlich geltenden Pflegegrade ersetzen das bisherige System der drei Pflegestufen und der zusätzlichen Feststellung von erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz.

Gemessen an der Thüringer Gesamtbevölkerung war Ende 2017 jeder 19. Thüringer Bürger pflege- bedürftig. Fast zwei Drittel der Pflegebedürftigen (72 760 Personen bzw. 62,9 Prozent) waren Frauen. Während 6,7 Prozent der weiblichen Thüringer Bevölkerung von Pflegebedürftigkeit betroffen waren, waren es bei den Männern 4,0 Prozent.

Durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder einen beauftragten unabhängigen Gutachter wurden 885 Personen bzw. 0,8 Prozent dem Pflegegrad 1 („geringe Beeinträchtigungen“), 52 983 Personen bzw. 45,8 Prozent dem Pflegegrad 2 („erhebliche Beeinträchtigungen“) sowie 35 466 Personen bzw. 30,7 Prozent dem Pflegegrad 3 („schwere Beeinträchtigungen“) zugeordnet. Schwerste Beeinträchtigungen wurden bei 18 674 Personen bzw. 16,2 Prozent festgestellt (Pflege- grad 4). Schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung waren bei 7 559 Personen bzw. 6,5 Prozent auszumachen (Pflegegrad 5). Bei weiteren 53 Männern und Frauen (0,1 Prozent) war die Einstufung zum Erhebungsstichtag 15.12.2017 noch nicht ab- geschlossen.

Ende 2017 erhielten 61 304 Empfänger ihre Leistungen in Form von Pflegegeld. Ihr Anteil an den Pflegebedürftigen insgesamt betrug 53,0 Prozent. Zusätzlich erhielten 36 Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 teilstationäre Pflege. Weitere 28 882 Männer und Frauen (25,0 Prozent) wurden von einem der 457 ambulanten Pflegedienste und 25 398 Thüringer (22,0 Prozent) in einem der 495 Pflegeheime vollstationär betreut.

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