Dipl.-Ing. Angela Eckart und Dipl.-Ing. Andreas Hecker (in der Mitte) auf der Preisverleihung in Nürnberg. Foto: Gabi Seifert

Für die Entwicklung eines neuartigen Mörtelsystems wurden Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, Dipl.-Ing. Angela Eckart und Dipl.-Ing. Andreas Hecker auf der Internationalen Fachmesse »Ideen – Erfindungen -Neuheiten« in Nürnberg (iENA) mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Zwei weitere Erfindungen der Fakultät Bauingenieurwesen an der Bauhaus-Universität Weimar fanden lobende Erwähnung. Ihre Urkunden erhielten die Preisträgerinnen und Preisträger vom Landespatentzentrum Thüringen am 5. Dezember 2018 in Ilmenau.

Wie können Mauerwerksschäden historischer Gebäude schnell und dauerhaft instandgesetzt werden? Dieser Frage gingen Baustoffingenieure der Bauhaus-Universität Weimar in jahrelanger Entwicklungsarbeit nach. Das Ergebnis ist ein »Universelles Mörtelsystem für die Anwendung im sulfatischen und hydraulischen Milieu«, wovon zukünftig vor allem Unternehmen der Denkmalpflege und Gebäudeinstandsetzung profitieren sollen.

»Die Mörtel sind robust und ohne aufwendige Voruntersuchungen von Sanierungsobjekten universell einsetzbar«, erläutert Prof. Ludwig, Leiter des FIB Weimar. Schwere Instandsetzungsfehler seien somit vermeidbar, fährt Prof. Ludwig fort: »Das Erfolgs-Geheimnis liegt in der Zusammensetzung des Weimarer Mörtelsystems, welches erstmalig sowohl für gipshaltige historische Mauerwerke, wie auch für andere Mauerwerksarten eingesetzt werden kann«.

Mörtelsystem dauerhaft universell einsetzbar

Mörtel ist ein Baustoff, der bereits seit Jahrhunderten zur Verbindung von Mauersteinen und zum Verputzen von Wänden und Decken eigesetzt wird. Das Gemisch besteht aus einem Bindemittel, wie beispielsweise Kalk oder Zement, einer Gesteinskörnung und Wasser. Während herkömmliche Instandsetzungsmaterialien unter Feuchte oder bei niedrigen Temperaturen häufig mit gipshaltigen historischen Mauerwerken reagieren, bleibt der Weimarer Mörtel auch unter ungünstigen Rahmenbedingungen stabil. »Rissbildungen und Tragwerksschäden können daher ausgeschlossen werden«, bestätigt das Forscherteam. Dies haben Praxis- und Laborversuchsreihen über eine Zeitdauer von vier Jahren eindeutig belegt. Das Patent wurde im Oktober 2017 von der Bauhaus-Universität Weimar angemeldet.

Thüringer Innovationen 2018

Die Erfinder- und Neuheitenausstellung iENA findet seit 1948 in Nürnberg statt. Innovationen von Thüringer Universitäten werden vor Ort vom Landes Patentzentrum Thüringen (PATON) vertreten. 2018 wurden insgesamt 15 Medaillen, darunter 9 Goldmedaillen, an Thüringer Innovatoren und Forschende überreicht. Neben der Goldmedaille zum Patent »Universelles Mörtelsystem für die Anwendung im sulfatischen und hydraulischen Milieu« erhielten die Weimarer Erfindungen »Seismische Tomographie zur Detektion von Staumauerschäden« (Prof. Dr. rer. nat. Tom Lahmer, M.Sc. Muyiwa Alalade, Prof. Dr.-Ing. Frank Wuttke) sowie »Ultraschall Beton- und Mörtelmischer« (M.Sc. Ricardo Remus, Dr. Christiane Rößler, Prof. Dr.-Ing. Horst Michael Ludwig) eine Ehrenurkunde.

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