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Jochen Voit/Gabriele Stötzer »Rädelsführer. Studentischer Protest in der DDR 1976«
Szenische Lesung mit Musik- und Tanzperformance

Erfurt. Gemeinsam mit dem Landesbeauftragen des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lädt die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße am Dienstag, den 11. Dezember 2018, um 19:00 Uhr zur Lesung mit Musik- und Tanzperformance ein. Der Gedenkstättenleiter Dr. Jochen Voit und die Künstlerin Gabriele Stötzer stellen ihr Buch »Rädelsführer. Studentischer Protest in der DDR 1976« vor.

Erfurt 1976: Ein Student schreibt einen kritischen Artikel für die Hochschulzeitung. Der Artikel wird nie gedruckt, der Student zwangsexmatrikuliert. Seine Mitstudierenden setzen sich für ihn ein und schreiben einen Brief an Bildungsministerin Margot Honecker. Darin wünschen sie sich »offene Diskussionen«. Honecker reagiert mit Härte. Die Studierenden sollen ihre Unterschrift zurückzuziehen.

Einige werden mit Zwangsexmatrikulation bestraft und mit Studienverbot für sämtliche Hochschulen der DDR. Andere müssen sich in hysterisch anmutenden Anhörungen öffentlich distanzieren. Die Wege der drei von der Hochschulleitung zu »Rädelsführern« erklärten Personen führen darauf: ins Berufsleben, aufs Abstellgleis und ins Gefängnis. Eine spannende Erfurter Skandalchronik und noch viel mehr: Wie unterm Brennglas zeigt sich hier die Unterdrückung einer aufkeimenden Jugendbewegung am Vorabend der Biermann-Ausbürgerung.

Grußwort: Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt)
Tanz: Ester Ambrosino (Tanztheater Erfurt)
Trompete: Daniel Hoffmann (Ensemble für Intuitive Musik, Weimar)
Lesung: Jochen Voit, Gabriele Stötzer und Studierende der Universität Erfurt

Der Eintritt zur Lesung ist frei.

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