Erfurt. Das Thüringer Wissenschaftsministerium hat die Kritik des CDU-Bundestagsabgeordneten Schipanski an der Hochschulpolitik des Landes zurückgewiesen. „Die Vorwürfe sind politisch unsinnig und sachlich schlicht falsch“, sagte Thüringens Wissenschaftsstaatssekretär Markus Hoppe heute in Erfurt. Er forderte Schipanski auf, sich seinerseits insbesondere in der laufenden Debatte um die Hochschulfinanzierung beim Bund für eine bessere Unterstützung der Länder einzusetzen.

Zur Kritik im Einzelnen:

· Anders als von Herrn Schipanski behauptet, sorgt das Land bei der Hochschulfinanzierung für eine deutliche Anhebung der Grundfinanzierung der Thüringer Hochschulen. Die aktuelle Rahmenvereinbarung IV sieht einen jährlichen vierprozentigen Mittelaufwuchs vor – dies entspricht über die gesamte Laufzeit einem prozentualen Anstieg von 21,6 Prozent bzw. strukturell rund 87 Millionen Euro. Dies ist im Vergleich einer der höchsten Anstiege bundesweit und liegt deutlich über der jährlichen Inflation.

· Anders als von Herrn Schipanski behauptet, kommt die TU Ilmenau auch im Vergleich mit anderen Thüringer Hochschulen nicht zu kurz – sondern profitiert sogar überdurchschnittlich. So ist die TU Ilmenau an vier von sechs Innovationszentren des Landes beteiligt und betreibt mit dem Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) eine der größten dieser Einrichtungen. Insgesamt fließt mehr als ein Drittel der für die Innovationszentren vorgesehen Fördermittel nach Südthüringen. Auch von anderen Förderlinien des Landes profitiert die TU Ilmenau überdurchschnittlich: So entfielen zwischen 2016 und 2018 aus der Technologierichtlinie des Landes knapp 60 Prozent der Mittel auf die TU Ilmenau, zugleich floss knapp ein Viertel der Forschungsförderung hierher.

„Die Behauptung, die TU Ilmenau erfahre keine Unterstützung vom Land, entbehrt jeder Grundlage“, sagte Hoppe. Zudem schade eine solche unsinnige Debatte der Hochschule selbst, die auf diese Weise völlig zu Unrecht als defizitär hingestellt werde – in einer Situation, in der sie ohnehin verstärkte Anstrengungen unternehmen müsse, um mehr Studienanfänger zu gewinnen. Auch für diese Herausforderung hat das Land der Universität bereits weitere Unterstützung in Aussicht gestellt.

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