Jena. Wir, die Fans des FC Carl Zeiss Jena (kurz: FCC), stehen seit vielen Jahren, meist sogar mehreren Jahrzehnten, im Ernst-Abbe-Sportfeld, der traditionsreichen Heimspielstätte unseres Vereins, in der Südkurve des Stadions. Dies ist unser Fanblock, in dem wir mit kreativen Choreografien, lauten Gesängen und bunten Fahnen und Doppelhaltern versuchen, unser Team bei jedem Heimspiel zum Sieg zu schreien und bestmöglich zu unterstützen.

Seit vielen Jahren soll das Ernst-Abbe-Sportfeld umgebaut werden, um es für die heutigen Anforderungen des Profifußballs fit zu machen. Wir haben, unter anderem im Rahmen der im Jahre 2008 von uns gegründeten Bürgerinitiative „Unser Stadion“, immer wieder darauf hingewiesen, dass in einem umgebauten Ernst-Abbe-Sportfeld der Fanblock der FCC-Fans einzig und allein im Süden, in der Südkurve, zu finden sein darf. Bereits mit den ersten Gedankenspielen eines Stadionumbaus im Jahr 2008 war ein Fanblock außerhalb der Südkurve für uns keine Option, was wir deutlich dargestellt haben.

Nachdem sich im Jahr 2015 die Pläne für einen Stadionumbau intensivierten, stellten wir erschrocken fest, dass unsere Forderungen nach einer Südkurve für FCC-Fans in den aktuellen Plänen keine Rolle mehr spielten.

Wir steckten unsere Köpfe zusammen und riefen unser mittlerweile bekanntes Projekt „SÜDKURVE BLEIBT!“ ins Leben. Wir wollten durch positive, demokratische und selbstständige Bürgerbeteiligung unser Anliegen vortragen, Ideen zur Umsetzung unserer Vorstellungen entwickeln und aufzeigen, dass Fußballfans eben nicht ausschließlich „Randalierer“, „Störer“ oder „sogenannte Fans“ sind, sondern Menschen, die aus positiver Motivation heraus für etwas einstehen und viele Dinge bewegen können.

Einer unserer Ansätze war, die Mehrkosten, die bei einem Stadionumbau, in dem die Südkurve den Heimfans vorbehalten ist, entstehen würden, selbst zu tragen. Im Juni 2016 starteten wir daher das Projekt CrowdFANding, das sich speziell an Fans von (Sport-)Vereinen richtete und mit dem wir Geld sammelten, um einerseits auf finanzielle Ressourcen zurückgreifen zu können. Andererseits ging es darum, zu zeigen, dass wir in der Lage sind, selbst schwierige Dinge – in diesem Fall: finanzielle Mehrkosten selbst zu tragen – stemmen können. Mit einer gesammelten Summe von über 150.000 Euro und einer deutlich vierstelligen Anzahl an Unterstützerunterschriften ist uns dies eindrucksvoll gelungen.

In den darauf folgenden Monaten gaben wir unter anderem eigene Sicherheitsgutachten in Auftrag, um zu zeigen, dass es – entgegen der Gutachten anderer Institutionen – sehr wohl möglich ist, ein Ernst-Abbe-Sportfeld mit einer blaugelbweißen Südkurve zu bauen. Des Weiteren holten wir Stimmen aus der Wirtschaft, der Politik, der Wissenschaft und dem Sport ein, die uns unterstützend zur Seite standen und führten unzählige Gespräche mit allen am Stadionbau beteiligten Parteien. Uns überraschte es daher sehr, als Anfang November 2018 verkündet wurde, die Südkurve für FCC-Fans sei im Ausschreibungsprozess für ein neues Stadion keine Option mehr.

Wir sehen das definitiv anders und fordern daher den Stadtrat der Stadt Jena auf, sich am 14. November 2018 bei der an diesem Tag stattfindenden Stadtratssitzung unmissverständlich und endgültig zur Südkurve zu bekennen! Aus diesem Grund sammeln wir nun Stimmen, die uns bei diesem Anliegen unterstützen.


Hier finden Sie den externen Link zur Petition auf Openpetition.de.

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