Die Verleihung des Bürgerpreises 2017 fand traditionell in der Unterkirche der Frauenkirche Dresden statt. © Matthias Rietschel

Ministerpräsident würdigt bürgerschaftliches Engagement und Einsatz für Zusammenhalt im Freistaat

Zum achten Mal ist am Dienstagabend der Sächsische Bürgerpreis verliehen worden.

Gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank würdigt der Freistaat Vereine, Initiativen, Institutionen oder Einzelpersonen für ihren herausragenden Einsatz für die Gesellschaft, für Toleranz und für Demokratie. Die große Bandbreite des bürgerschaftlichen Engagements zeigt sich erneut in der hohen Anzahl an Nominierungen (114).

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte bei der Preisverleihung: „Mehr als eine Million Menschen in Sachsen engagieren sich ehrenamtlich – in Kommunen und Kirchen, in Kitas und Schulen, in Sportvereinen und Feuerwehren. Die heutigen Preisträger und die mehr als einhundert Nominierten in diesem Jahr stehen beispielhaft für den Gemeinsinn, die Mitmenschlichkeit und für den Zusammenhalt hier bei uns im Freistaat. Dieses bürgerschaftliche Engagement zu würdigen, ist mir sehr wichtig. Denn Demokratie lebt vom Mitmachen, nicht vom Zuschauen. Sie alle leisten dafür einen wertvollen Beitrag, für den ich Ihnen von Herzen danke.“

Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt unterstrich die Bedeutung gemeinnützigen Wirkens: „Unser Land ist so stark, wie Bürgerinnen und Bürger es durch ihr Engagement und Zivilcourage stark machen. Wir zeichnen starke Preisträger mit dem Sächsischen Bürgerpreis aus.“

Die Preisträger:

Kategorie gesellschaftlich-soziales Engagement

KRABAT e.V. (Nebelschütz)

Der Verein verfolgt die Idee einer KRABAT-Region; die Sagengestalt soll zu einer regionalen Marke entwickelt werden. Ziel ist es, die Region wirtschaftlich, touristisch und gesellschaftlich zu entwickeln. Dabei geht es insbesondere um die Bewahrung von ländlichen Bräuchen und Traditionen und der sorbischen Sprache und Kultur.

Giro e.V. (Leipzig)

Die Projektgruppe greater form leistet Stadtteil- und Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche. Dabei hat sie Kinder und Jugendliche, deren Zugang zu Kultur, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe aufgrund ihre familiären und sozialen Hintergrundes erschwert ist, besonders im Blick. Sie werden gezielt in demokratische Entscheidungsprozesse einbezogen.

Kategorie Engagement im Sport für Demokratie und Toleranz

Jürgen Göbel (Mülsen, Landkreis Zwickau)

engagiert sich seit über 50 Jahren als ehrenamtlicher Leichtathletik-Trainer, entdeckte und entwickelte u.a. den Olympiasieger Lars Riedel. In der Wendezeit trug er zur Aufrechterhaltung des Sportbetriebes wesentlich bei. In der Ganztagsgrundschule bietet er eine AG an, um die Kinder für das Sporttreiben zu begeistern. Talentierte Kinder versucht er, für den Wettkampfsport zu gewinnen.

Kategorie kulturell-geistliches Engagement

Dr. Uwe Niedersen (Torgau)

organisiert kulturgeschichtliche Seminare, Generationengespräche und Exkursionen, gibt Schriften heraus und führt Ausstellungen durch. Einem lokalen Netzwerk historischer Forschung gehören zahlreiche Vereine, Initiativen und Kirchgemeinden an. Mehrere von ihm herausgegebene Bücher wurden in das Schriftenverzeichnis der Landeszentrale für politische Bildung übernommen. Dr. Niedersen engagiert sich auch im Förderverein Europa Begegnungen, der mit seiner Arbeit überregionale und internationale Beachtung findet.

Kategorie Engagement in der Schule für Demokratie und Toleranz

Dr. Christoph-Hufeland-Oberschule (Plauen)

Über das Projekt „Produktives Lernen“ erhalten abschlussgefährdete Jugendliche die Chance, einen Hauptschulabschluss zu erwerben. Dies geschieht durch eine Vernetzung der Schule mit Handwerksbetrieben. Außerdem engagiert sich die Schule als UNESCO-Projekt-Schule seit vielen Jahren für Demokratie und Toleranz.

Kategorie Engagement in der Hilfe für Flüchtlinge

Jacqueline Schech (Dresden)

hat seit 2016 ehrenamtlich zehn Vormundschaften für unbegleitete ausländische Minderjährige übernommen. Sie übt damit die elterliche Sorge aus und begleitet die Flüchtlinge auf ihrem Lebensweg. Einen der Flüchtlinge hat Frau Schech in ihre Familie aufgenommen. Darüber hinaus arbeitet sie als Bildungspatin, unterstützt die ABC-Tische für Frauen, gibt Unterricht für Flüchtlinge und übernimmt Patenschaften.

Die Jury schlug einen einmaligen Sonderpreis für die Kategorie kulturell-geistlich vor:

Kulturinitiative Zwenkau e.V.

Als 2003 das Kino abgerissen werden sollte, formierte sich der Verein, erwarb die Eigentumsrechte, entwarf ein tragfähiges Konzept und begann mit eingeworbenen Fördermitteln das Kino umzubauen. Parallel dazu gab es Veranstaltungen und Projekte mit Schulen. Über 50.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden geleistet. Es entstand ein Kommunikations- und Kulturzentrum für Einheimische und Zugezogene.

Hintergrund:

Seit 2011 rückt der Bürgerpreis unter Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten Menschen in den Fokus, die sich in ganz besonderer Weise für eine demokratische Gesellschaft engagieren. Die Landkreise und kreisfreien Städte sind aufgerufen, Projekte und Personen aus ihrer Region zu nominieren. Der Sächsische Bürgerpreis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

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