Weimar. Am Sonntag ging die 29. Ausgabe des Kunstfests Weimar zu Ende. Thüringens größtes Kulturfestival, das in diesem Jahr vom 17. August bis zum 2. September stattfand, lockte wieder etwa 30.000 Zuschauer*innen in die traditionsreiche Klassikerstadt. Unter dem Motto “Von Hochstaplern und Seiltänzern” widmete sich das Kunstfest dem bevorstehenden 100. Jubiläum des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses. Dabei entdeckten die über 90 Veranstaltungen, Gastspiele, Eigenproduktionen und Ausstellungen des Kunstfests 2018 das frühe Bauhaus als Inspirationsquelle für heutige Fragen.

Zu den Höhepunkten des Festivalprogramms zählte die gemeinsam mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar (DNT) erarbeitete Neuproduktion „Macbeth“ mit Corinna Harfouch und Susanne Wolff in den Hauptrollen. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit dem DNT entstand die Musiktheateraufführung „Funkhaus Weimar – mit Nietzsche auf Sendung“, die vom Publikum mit großem Interesse aufgenommen wurde. Die politischen Debatten um das frühe Bauhaus waren Gegenstand einer neuen Inszenierung der Puppenspielerin Suse Wächter. Den größten Publikumszuspruch erhielten Sandra Hüllers fulminanter Monolog „Bilder Deiner großen Liebe“ sowie die Aufführung „Vol d’usage“ der jungen französischen Gruppe Compagnie Quotidienne.

Mit der bekannten französischen Straßentheatergruppe Transe Expresse, der Choreografin Lisbeth Gruwez und der Theatermacherin Miet Warlop aus Belgien, dem jungen holländischen Ensemble wild vlees und dem Collectif Kahraba aus dem Libanon waren hochkarätige bzw. vielversprechende internationale Künstler*innen beim Kunstfest zu Gast.

Das Kunstfest Weimar fand 2018 zum letzten Mal unter der Leitung von Christian Holtzhauer statt, der am 1. WSeptember sein neues Amt als Schauspielintendant und Künstlerischer Leiter der „Internationalen Schillertage“ am Nationaltheater Mannheim antrat. Holtzhauer hatte die Leitung des Kunstfests 2014 übernommen und das Festival stärker international ausgerichtet, gegenüber allen Kunstformen geöffnet und die Stadt Weimar und ihre Geschichte ins Zentrum des Festivalprogramms gerückt. In den fünf Jahren unter seiner Leitung erlebte das Kunstfest einen deutlichen Zuwachs der Zuschauerzahlen.


Persönliches Fazit von Christian Holtzhauer:

„Ich freue mich über den enormen Zuspruch zu unseren Veranstaltungen. Das Kunstfest ist endgültig wieder in Weimar angekommen. Mit seinen internationalen Gastspielen ist es ein Schaufenster zur Welt. Für die lokalen Kulturinstitutionen ist es ein wichtiger Partner. Außerdem ist es ein künstlerischer Impulsgeber, der weit über Thüringen hinaus wahrnehmbar ist.

Mit unserem thematischen Fokus auf das frühe Bauhaus haben wir bereits in diesem Jahr einen ersten wichtigen Beitrag zu einer produktiven Auseinandersetzung mit dem Erbe Bauhauses geleistet.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für fünf gute Jahre in Weimar. Meinem Nachfolger wünsche ich viel Erfolg. Die Träger des Kunstfests, die Stadt Weimar und den Freistaat Thüringen, fordere ich auf, die seit 15 Jahren stagnierende finanzielle Unterstützung des Kunstfests der gewachsenen Bedeutung und dem Erfolg dieses in der deutschen Kulturlandschaft einzigartigen Festivals anzupassen.“

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