„Entdecken, was uns verbindet“: 25 Jahre Denkmaltage in Erfurt

Am Dienstag, dem 4. September 2018, um 19 Uhr, werden am Hauptbahnhof zum 25. Mal in Erfurt die Denkmaltage eröffnet.

Allein am Hauptbahnhof gibt es über sechs verschiedene Denkmale zu sehen. Unter dem Motto „Ich versteh nur Bahnhof“ erfahren Gäste zur Eröffnungsveranstaltung einiges über die Entstehung und Erweiterung des Bahnhofes, dessen Geschichte und Begegnungen. Zur Eröffnung halten Kulturdirektor Dr. Tobias J. Knoblich und Tobias Bauer, Leiter des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, ein „Dialog im Körbchen“. Dazu erklingt Musik, die verbindet, von Musikern des Kammermusikverein Erfurt e.V. und Musikern der Nerly Big Band.

In Denkmalen wird oftmals über die Jahrtausende reichende Geschichte lebendig, werden abstrakte Geschehnisse wie soziales Miteinander, religiöse Strömungen, wirtschaftlicher Austausch und Architektur erlebbar.

Erfurt beteiligt sich seit 25 Jahren nicht nur am Europäischen Denkmaltag, sondern bietet immer wieder Gelegenheit, mit einem reichhaltigen Angebot über mehrere Tage, verschiedene Denkmale in den Fokus zu rücken. Unterschiedlichste Kultureinrichtungen, Museen und sonstige kulturell Engagierte beteiligen sich daran. Das Programm besticht durch seine breite Interpretationsmöglichkeit mit Austausch und Bewegung, Erinnerung und Aufbruch, Grenz- und Begegnungsräumen und gelebtem Erbe. Es beinhaltet über 100 Veranstaltungen, Ausstellungen und Vorträge sowie Gespräche, Konzerte und über 18 Führungen in Museen in und um Erfurt.

Neugierig auf Entdeckungen? Die Denkmalwoche 2018 im Museum für Thüringer Volkskunde

Hinter normalerweise stets verschlossene Türen schauen und stummen Museumsexponaten ihre Geheimnisse entlocken – dazu bieten spezielle Führungen in der nächsten Woche im Museum für Thüringer Volkskunde Gelegenheit.

Am Mittwoch, dem 5. September, um 11:00 Uhr sowie am Donnerstag, dem 6. September, um 16:30 Uhr lädt Kuratorin Dr. Andrea Steiner-Sohn zur Führung ein. Unter dem Motto „Entdeckungen hinter verschlossenen Türen: Der historische Fahrstuhl im Museum für Thüringer Volkskunde“ erfahren Gäste, was im heutigen Domizil des Museums im Jahr 1910 Zukunftsweisendes geschah, warum die Bequemlichkeit einer gewissen Frau Kämpf drei Jahre später aktenkundig wurde und wie es überhaupt um ein sehr besonderes „Denkmal im Denkmal“ steht.

Warum stand gegen Ende des 19. Jahrhunderts plötzlich im Erfurter Stadtpark ein „Thüringer Bauernhaus“, „in dem Zucht und Sitte herrschte, wo Gottesfurcht regierte und das Walten der frommen, züchtigen Hausfrau überall erkennbar (war)“? Was haben die Trachtenpuppen der Johanne Faulstich damit zu tun und wieso sponserte die Berliner Firma Hoppenworth einst Würste und Schinken? Diese Fragen beantwortet Direktorin Dr. Marina Moritz am Freitag, dem 7. September, um 10 Uhr bei ihrer Führung „Neu hingeschaut – Entdeckungen in den Dauerausstellungen: Eine Reminiszenz an die Thüringer Gewerbe- und Industrieausstellung zu Erfurt von 1894“.

Programm zur Denkmalwoche im Stadtmuseum Erfurt

Das Stadtmuseum bietet im Rahmen der Denkmalwoche ein spannendes Programm an.

Am Mittwoch, dem 5. September, ab 14:30 Uhr, wird der Frage „Was macht eigentlich ein Archäologe?“ nachgegangen. Dabei erkunden interessierte Besucherinnen und Besucher, was Archäologen machen, warum es sie gibt und warum ihre Arbeit so wichtig und spannend ist. Natürlich kann auch selbst eine kleine Ausgrabung gemacht werden.

Das Programm ist geeignet für Kinder ab 6 Jahren, der Eintritt beträgt für Kinder und Erwachsene 4,00 Euro. Familien können den Familienpass für die Veranstaltung nutzen. Um Anmeldung unter Tel. 0361-655 5651 oder geschichtsmuseen@erfurt.de wird gebeten.

Am Sonntag, dem 9. September, ab 14:00 Uhr geht es auf Tour durch Erfurts Straßen: Nach dem Motto des Denkmaltags „Entdecken, was uns verbindet“ nimmt Museumspädagogin Claudia Meißner alle interessierten Familien mit auf einen interaktiven Stadtrundgang auf Erfurts alten Handelswegen. Dabei gibt es viele Geschichten zu Erfurts Märkten, Händlern und Straßen zu entdecken. Der Rundgang dauert etwa 90 Minuten und ist geeignet für Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters. Treffpunkt ist am Stadtmuseum Erfurt, Johannesstraße 169. Der Eintritt beträgt für Kinder und Erwachsene 4,00 Euro. Familien können den Familienpass für die Veranstaltung nutzen.

Ausstellung über Zukunftsentwürfe zum Kraftwerk Hohenwindenstraße

Im und am Kraftwerksgebäude des ehemaligen Flugzeugreparaturwerkes in der Hohenwindenstraße (Erfurt-Nord) hat eine lange Vernachlässigung ihre Spuren hinterlassen; dauerhaft genutzt wurde es seit Jahrzehnten nicht mehr. Ein neuer Eigentümer und sich neu formierende Initiativen waren der Anlass für ein Entwurfsprojekt der Bauhaus-Universität Weimar, Prof. Denkmalpflege und Baugeschichte, dessen Ergebnisse in einer Präsentation vorgestellt werden.

Das Kraftwerk war ab 1941 im Rahmen der nationalsozialistischen Rüstungsbestrebungen während des Zweiten Weltkrieges errichtet worden. Seine materielle Robustheit hat es vor allen Erwägungen, es abreißen zu lassen, beschützt. Der heute ausdrücklich gewünschten Vitalisierung stehen vor allem die sehr spezielle Typologie und die komplizierten Raumformen im Inneren entgehen. In enger Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort wurden Konversionsprojekte erarbeitet. Nach der Analyse der Bestandspotentiale und möglicher Nutzungsansätze entstanden Entwürfe, die die besondere Eigentümlichkeit dieses Industrie-Monuments aktivieren wollen.

Die Entwürfe werden vom 5. bis 19. September 2018 im Bauinformationszentrum der Landeshauptstadt Erfurt, Löberstraße 34, vorgestellt. Sie können Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr sowie Dienstag von 13 bis 18 Uhr und Donnerstag von 9 bis 16 Uhr besichtigt werden. Vorgestellt wird das Projekt am Mittwoch, dem 5.9.2018, um 16:30 Uhr von Dr. Mark Escherich.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here