PD Dr.-Ing.Timo Mappes, ab 1. Juli 2018 Professor für Geschichte der Physik an der Uni Jena und Gründungsdirektor des Deutschen Optischen Museums, aufgenommen in Jena am 15.06.2018. Foto: Anne Günther/FSU

PD Dr.-Ing. Timo Mappes ist zum Professor für Geschichte der Physik mit Schwerpunkt Wissenschaftskommunikation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen worden. Zugleich wird der 41-jährige gebürtige Mannheimer Gründungsdirektor des Deutschen Optischen Museums (D.O.M.), das in Jena entsteht. Mappes nimmt seine Arbeit am 1. Juli 2018 auf.

Wissenschaftler, Manager und Wissenskommunikator

„Die Berufungskommission sah sich aufgrund des überaus komplexen Anforderungsprofils der Professur einer sehr schwierigen Aufgabe gegenüber. Sie hatte großes Glück, einen in mehrfacher Hinsicht optimal qualifizierten Bewerber zu finden”, sagt Prof. Dr. Dr. h. c. Gerhard G. Paulus, der Vorsitzende der Berufungskommission, und ergänzt schmunzelnd: „Wenn die Kommission sich einen Kandidaten hätte schnitzen können, wäre das Ergebnis dem nun Berufenen sehr ähnlich gewesen“. Mappes ist einerseits in der Wissenschaft und der industriellen Forschung und Entwicklung optischer Anwendungen tief verwurzelt, andererseits erarbeitete er sich in den letzten zwei Jahrzehnten in der Dokumentation und Wissenschaftsgeschichte des Mikroskopbaus ab 1800 einen hervorragenden Ruf. Nicht zuletzt hat er gleichzeitig Managementqualitäten und Erfahrungen in der Wissensvermittlung an das allgemeine Publikum, insbesondere an Schülerinnen und Schüler.

All das wird auch dem Deutschen Optischen Museum zugutekommen. Durch die Neukonzeption und den umfassenden Umbau des traditionsreichen Optischen Museums in Jena wird das neue D.O.M. entstehen – ein forschendes Museum und Referenzort für die Darstellung der Geschichte von Optik und Photonik. Es ordnet sich als neuer Partner ein in die bedeutenden wissenschaftlichen Sammlungen und Museen der Friedrich-Schiller-Universität, wo Wissenschaftsgeschichte und -vermittlung weit über Jena hinaus sichtbar gepflegt werden. Zugleich soll das neue Museum eine Begegnungsstätte mit vielfältigen Bildungsangeboten sowie ein Anziehungspunkt in der Stadt und der Region werden. Trägerinstitution des D.O.M. ist die gleichnamige Stiftung, die auch die Finanzierung sichert. Gründungsstifter sind die Ernst-Abbe-Stiftung, die Carl Zeiss AG, die Carl-Zeiss-Stiftung, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Stadt Jena.

Das Kuratorium der Stiftung Deutsches Optisches Museum begrüßt die Entscheidung der Berufungskommission. „Wir freuen uns, dass mit Timo Mappes ein Kandidat ausgewählt wurde, der als Wissenschaftler gerade mit seiner ausgewiesenen Managementerfahrung, die er in Leitungsfunktionen in Forschung und Wirtschaft erworben hat, für den anstehenden Umgestaltungsprozess hervorragende Voraussetzungen mitbringt. Seine Kompetenz beim Kuratieren einer wissenschaftlichen Sammlung steht außer Frage, dazu steht er für gute Vernetzung unseres Museums und Einwerben von Drittmitteln für dessen weitere Entwicklung“, so Prof. Dr. Thomas Deufel, Mitglied des D.O.M.-Kuratoriums und Vorstandsvorsitzender der Ernst-Abbe-Stiftung.

Wissenschaftliche Vernetzung von Museum, Forschung und Lehre

Seinen beruflichen Werdegang begann Mappes 2006 nach seiner Promotion zum Dr.-Ing. in Karlsruhe im Konzeptteam für die „Verschmelzung“ der Universität Karlsruhe mit dem Forschungszentrum Karlsruhe zum Karlsruhe Institute of Technology (KIT). Am KIT war der habilitierte Wissenschaftler später auch Leiter einer unabhängigen Nachwuchsforschungsgruppe und Sprecher des Young Investigator Networks und hält dort bis heute Vorlesungen. 2012 wechselte er zu ZEISS. Zuletzt leitete er bei der Carl Zeiss Vision International GmbH die Ressorts Technology and Innovation sowie Information Technology – ein über vier Kontinente aufgestelltes Team für Forschung und Entwicklung. Zu seinen Aufgaben als Direktor des Deutschen Optischen Museums und Professor für Geschichte der Physik der Universität Jena zählt die enge wissenschaftliche Vernetzung von Museum, Forschung und Lehre.

„Ich freue mich darauf, die Zukunft des Deutschen Optischen Museums zu gestalten. Unsere Besucher sollen die physikalischen Grundlagen der Optik selbst erkunden können und neue Technologien in ihrer Anwendung verstehen. Gleichzeitig ist es der Anspruch des D.O.M., die Geschichte der Optik ganzheitlich zu erforschen. Jena ist der Geburtsort der modernen Optik und bis heute herausragend in der Optik- und Photonik-Forschung. Nutzen wir diese Standortvorteile, dann hat das D.O.M. die Chance, eine weltweit führende Einrichtung zu werden. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Museums und den bisherigen und künftigen Partnern werde ich dieses Vorhaben umsetzen“, beschreibt Mappes sein Engagement für das D.O.M.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!

Ich akzeptiere

Please enter your name here