vrnl.: Violine: Rosa Donata Sailer, Johannes Tauber, Viola: Christian Götz, Violoncello: Henriette Lätsch, Leitung: Charles Olivieri -Munroe / Jenaer Philharmonie

Jena. Das Finale der Mittwochskonzerte der Jenaer Philharmonie ist in diesem Jahr eine Eigenproduktion. Im Mittelpunkt des Abends werden Solisten des Orchesters stehen und ihr Können präsentieren: Am Mittwoch, den 30. Mai 2018 stehen ab 20 Uhr im Volkshaus Jena Werke auf dem Programm, die unter dem Titel „Works in Progress ossia – Die Kunst der Bearbeitung“ stehen. Diese sind Wiederaufnahmen bekannter Musik von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Bedřich Smetana. So werden die berühmte Chaconne d-Moll für Solovioline BWV 1004 und das Streichquartett „Aus meinem Leben“ im neuen orchestralen Gewand aufgeführt. Ein Streichquartett bestehend aus Rosa Donata Sailer, Johannes Tauber, Christian Götz und Henriette Lätsch interpretiert gemeinsam mit der Jenaer Philharmonie das händelsche Concerto grosso op. 6 Nr. 7 in einer Bearbeitung von Arnold Schönberg, der dieses Werk auf eine neue technische Stufe gehoben und es in die Moderne überführt hat. Am Dirigentenpult wird der gebürtige Malteser und aktuelle Chefdirigent des Krakauer Philharmonischen Orchesters Charles Olivieri-Munroe durch den Abend führen. Es wird aufgrund der fortschreitenden Baumaßnahmen in dieser Spielzeit das letzte Konzert im Volkshaus sein, alle weiteren Reihenkonzerte finden in der Jenaer Stadtkirche statt.

Zu allen Zeiten fühlten sich Komponisten dazu berufen wie animiert, die Werke ihrer Zeitgenossen und Vorgänger durch Bearbeitung in einem neuen Licht leuchten zu lassen – oder sie gewissermaßen neu zu schöpfen.

Johann Sebastian Bach war nicht der erste und letzte dieser genialen Neuschöpfer. Arnold Schönberg zählt mit seinen Bearbeitungen von barocker Musik, etwa von Händels „Concerto grosso“ op. 6, Nr. 7 als „Konzert für Streichquarett und Orchester“, ebenso dazu wie Joseph Joachim Raff. Letzterer bearbeitete Bachs berühmte “Chaconne d-Moll”.

In die gleiche Richtung zielte der 1897 in Budapest geborene und in Wien aufgewachsene austro-amerikanische Komponist und Dirigent George Szell, als er 1940 Bedrich Smetanas “Streichquartett e-Moll ‘Aus meinem Leben'” für das Orchester bearbeitete: „Das Stück verdient größere musikalische Horizonte in orchestraler Form, als bisher für das Streichquartett möglich waren oder sind. Ich habe keine Note geändert oder Eingriffe vorgenommen, die die Harmonie stören würden. Indem ich die Smetana in seinen Kompositionen vertraute sinfonische Form wählte, habe ich nur den musikalischen Gedanken des ursprünglichen Smetanaschen Ausdrucks unterstrichen.“

Die Leitung dieses letzten Abends unser Mittwochskonzerte liegt in den Händen von Charles Olivieri-Munroe. Dem gebürtigen Malteser, aufgewachsen und ausgebildet im kanadischen Toronto, eilt der Ruf einer ausgeprägten “Leidenschaft für die Reinheit des Orchesterklangs” voraus. Seit 2015 ist er künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Krakauer Philharmonischen Orchesters und bereits seit 2011 Chefdirigent mit Philharmonie Südwestfalen. In Jena ist er erstmals zu Gast.

Als Solisten erleben Sie Musiker der Jenaer Philharmonie Rosa Donata Sailer und Johannes Tauber (Violine), Christian Götz (Viola) sowie Henriette Lätsch (Violoncello). Karten für das Konzert bei der Jenaer Touristinformation oder über www.jenaer-philharmonie.de sowie eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

Das Programm im Detail  

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Chaconne d-Moll BWV 1004 für großes Orchester von Joseph Joachim Raff (1822-1882)

Arnold Schönberg (1874-1951): Konzert für Streichquartett und Orchester nach dem Concerto grosso op. 6 Nr. 7 von Georg Friedrich Händel (1685-1759)

Bedřich Smetana (1824-1884): Streichquartett „Aus meinem Leben“ in der Orchesterfassung George Szell (1897-1970)

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